| Davidshirsch | ||||||||||||
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| ElaphurusDavidianus.jpg | ||||||||||||
| : | Paarhufer (Artiodactyla) |
| : | Wiederkäuer (Ruminantia) |
| : | Hirsche (Cervidae) |
| : | Echte Hirsche (Cervinae) |
| : | Elaphurus |
| : | Davidshirsch |
Der Davidshirsch (Elaphurus davidianus) oder Milu ist ein kräftiger Hirsch. In seiner Heimat im westlichen China ist er seit dem Mittelalter ausgestorben. Dennoch konnte er dank einer Herde im kaiserlichen Park von Peking überleben.
Die Kopfrumpflänge beträgt 150 cm, die Schulterhöhe 120 cm und das Gewicht bis zu 200 kg. Damit ist der Davidshirsch nur etwas kleiner als der Rothirsch. Das Fell ist im Sommer kräftig rotbraun und im Winter blass hellbraun gefärbt. Mit den langen, schlanken Beinen erinnert der Davidshirsch gestaltlich ein wenig an ein Rentier. Der Schwanz ist 50 cm lang, länger als bei allen anderen Hirschen. Auffälligstes Merkmal ist aber das Geweih, das nach hinten gerichtete Verzweigungen aufweist, wobei die erste fast so groß wie die Hauptstange ist. Hierdurch scheint das Geweih dem Betrachter in die "verkehrte" Richtung gewachsen zu sein.
Die ursprüngliche Verbreitung des Davidshirsches war lange Zeit vollkommen unbekannt, konnte inzwischen aber durch Fossilfunde auf das östliche Zentral-China eingegrenzt werden. In prähistorischer Zeit war dieser Hirsch noch weiter verbreitet und kam auch in Japan vor. Die heutigen Bestände (siehe Bedrohung und Schutz) stammen sämtlich von europäischen Zoohirschen ab.
Der einstige Lebensraum des Davidshirsches waren Sumpfgebiete. Seine stark vergrößerten, spreizbaren Klauen sind eine Anpassung an die Umwelt und bewahrten ihn vor dem Einsinken.
Der chinesische Zoologe Xia Jingshi schrieb unter Berufung auf alte Quellentexte, das zur Zeit der chinesischen Reichsgründung (etwa 200 v. Chr.) Tausende von wilden Davidshirschen in großen Herden umherstreiften. An den sehr viel kleineren Herden der heutigen Zeit kann man sehen, dass die männlichen Hirsche zur Zeit der Brunst heftige Kämpfe ausfechten, um einen Harem zu etablieren. Hierbei kämpfen sie nicht nur mit den Geweihen, sondern stellen sich auch auf die Hinterbeine, um mit den Vorderhufen nach dem Konkurrenten zu treten. Die Weibchen gebären nach einer Tragzeit von 290 Tagen ein oder zwei Junge, die wie viele Hirsche bei der Geburt ein geflecktes Fell haben.
Zur Nahrung des Davidshirsches gehören hauptsächlich Gräser, ergänzt durch Wasserpflanzen und Laub.
Benannt ist der Davidshirsch nach dem französischen Pater Armand David, der 1865 trotz Verbots auf die Mauer kletterte, die die Verbotene Stadt umgab; von hier beobachtete er als wohl erster Europäer die Hirsche. Durch Bestechung der Wachen gelangte David später an zwei Felle, die er nach Europa sandte, wo der Zoologe Henri Milne Edwards die Art anhand dieser beschrieb. Milne-Edwards gab der Art aufgrund eines Übermittlungsfehlers auch den Namen Milu; dies ist jedoch der chinesische Name für den Sikahirsch, wurde dem Davidshirsch also irrtümlich zugeordnet. Trotzdem findet man noch heute in Zoos oft die Bezeichnung Milu oder Miluhirsch, wenn ein Davidshirsch gezeigt wird.
Später bekamen französische, britische und deutsche Diplomaten lebende Davidshirsche geschenkt. Diese wurden in den dortigen Zoos untergebracht. Einige kamen auch im Berliner Zoo unter; sie wurden jedoch mit Rothirschen gekreuzt, wodurch der Bestand bald nicht mehr reinblütig war.
In China selbst kam zur Wende zum 20. Jahrhundert das Ende für die dortige Herde. Eine Flutkatastrophe 1895 riss die Mauern um den Park nieder, so dass die Davidshirsche aus dem Gehege entkamen. In der Freiheit wurden sie bald von hungernden Menschen getötet und gegessen, vor allem während der Wirren des Boxeraufstands. Ein letzter Davidshirsch überlebte bis 1920 im Zoo von Peking, ehe er dort starb.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts bekam der Herzog von Bedford (England), der verschiedenste exotische Hirscharten in seinen Gärten bei Woburn hielt, von mehreren Direktoren europäischer Zoos Davidshirsche geschenkt, wodurch in England mit der Zeit wieder eine große Herde entstand. Sie umfasste 1914 bereits neunzig Tiere und war 1946 auf dreihundert Hirsche angewachsen.
Nach China gelangten Davidshirsche wieder erst 1956. Auch hier wurde er zunächst nur in Zoos gehalten. Erst 1985 wurde der Versuch unternommen, Davidshirsche in ihrer ursprünglichen Heimat in die Freiheit zu entlassen. Heute gibt es ausgewilderte Davidshirsche wieder in zwei chinesischen Nationalparks: Beijing Milu Park und Dafeng Milu Natural Reserve.
Père David's Deer | Elaphurus davidianus | Cerf du père David | Elaphurus davidianus | シフゾウ | Dovydo elnias | Pater-Davidshert | Davidov jelen | 麋鹿
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