David Justus Ludwig Hansemann (* 17. September 1790 in Finkenwerder bei Hamburg; † 4. August 1864 in Schlangenbad) war ein preußischer Politiker und Bankier.
Hansemann war Sohn eines protestantischen Pfarrers. Ab 1817 gründete und leitete er verschiedene Unternehmen in Aachen, darunter die Vorgängergesellschaft der AachenMünchener, die heute Teil der AMB Generali ist. In den 1820er und 1830er Jahren kam er so zu großem Reichtum. Ungewöhnlich war sein Bemühen um das Wohlergehen seiner Angestellten und seine Bereitschaft zu großzügigen Spenden. 1821 heiratete er Fanny Fremery, die aus einer französischen Hugenottenfamilie stammte.
Ab den 1830er Jahren engagierte Hansemann sich zunehmend politisch und wurde 1843 Mitglied des Rheinischen Provinziallandtags. Er galt als einer der führenden Köpfe des deutschen Liberalismus. Innerhalb des Liberalismus gehörte er zusammen mit dem späteren Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung, Heinrich von Gagern, zu den sogenannten "Halben", das heißt den Kompromissbereiten.
Dem preußischen "Märzministerium" (29. März bis 20. Juni 1848) unter Gottfried Ludolf Camphausen gehörte er als Finanzminister an. Diesen Posten behielt er auch im nachfolgenden Kabinett unter Rudolf von Auerswald bis zu seinem Rücktritt am 8. September 1848.
Den adligen Eliten Preußens war Hansemann viel zu liberal; sein 1833 erschienenes und subtil kritisches Buch "Preußen und Frankreich" und verschiedene Denkschriften aus den 1840er Jahren ließen ihn dort als einen gefährlichen Radikalen gelten. Andererseits galt er bei den Radikalen als Reaktionär im Dienst der Eliten; Karl Marx nannte ihn verächtlich einen "liberalen Speichellecker".
Dieser doppelte Widerstand, überhaupt ein Grund für die Niederlage des Liberalismus nach der Märzrevolution in Deutschland, ließ Hansemanns Politik schließlich scheitern. Nach dem Rückzug aus der Politik wandte sich Hansemann wieder der Geschäftstätigkeit zu und gründete 1851 die Disconto-Gesellschaft, die 1929 spektakulär mit der Deutschen Bank fusionierte.
Matthäuskirchhof Berlin3.JPG Hansemann starb 1864 bei einem Kuraufenthalt im Taunus. Er liegt in der Hansemann-Familiengrabstätte auf dem alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg. Sein Sohn Adolph von Hansemann wurde zu einem der reichsten und wichtigsten Unternehmer des Deutschen Reichs, war im Gegensatz zu seinem Vater aber kein Liberaler.
Aus einer Denkschrift von 1840:
Aus einem Brief von 1839:
Mann | Deutscher | Landesminister (Preußen) | Bankier | Geboren 1790 | Gestorben 1864
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