David Bowie Portrait.jpg David Bowie (* 8. Januar 1947 im Londoner Stadtteil Brixton; eigentlich David Robert Jones) ist ein britischer Musiker und Schauspieler.
David Robert Jones sammelte schon Mitte der 1960er Jahre Erfahrungen als Sänger und Musiker in verschiedenen Bands wie den Manish Boys oder den Lower Third. 1967 arbeitete er mit dem britischen Pantomimen Lindsay Kemp zusammen, dessen Einfluss sich in den folgenden Jahren in Bowies Bühnenshows zeigen sollte. Der damals noch eher schüchtern wirkende Musiker begann durch diese Erfahrungen sehr vielseitige Ausdrucksweisen zu entwickeln, welche im Verlauf seiner weiteren Karriere in verschiedenen Images und Outfits kulminierte.
Sein 1967 erschienenes Debütalbum "David Bowie" enthielt teilweise Songs, die von Musicals inspiriert waren, sowie Folksongs und Balladen. Diese Sammlung früher Songs, die heute unter dem Titel David Bowie bekannt ist und im nachhinein zu einem Album zusammengefasst wurde, beinhaltete einige Lieder mit nachdenklichen Ansätzen. Beispiele dafür sind Songs wie We Are Hungry Men oder Please Mr. Gravedigger. Bedeutende Umsatzzahlen konnten so jedoch nicht erreicht werden, so dass David Bowie, wie er sich bald darauf nannte, sein Konzept änderte. Starthilfe bekam er von seinem Freund Mark Feld alias Marc Bolan, der ihn mit dem Manager und späteren Produzenten Tony Visconti bekannt machte.
1969 brachte den ersten Achtungserfolg. Die Weltraumballade Space Oddity (erschienen als Single und auf seinem Album "Man of Music, Man of Words", das später nach dem Hit ebenfalls in "Space Oddity" umbenannt wurde) machte Bowie einem breiteren Publikum bekannt. Dieses von der Folk-Musik bestimmte und von Gus Dudgeon produzierte Album nahm musikalisch die folgende Entwicklung Bowies vorweg. Der Song weist Referenzen zu dem Stanley Kubrick-Film Odyssee im Weltraum ebenso auf wie die Landung der Amerikaner auf dem Mond in diesem Jahr.
1970 trat David Bowie kurzzeitig mit der Band „The Hype“ auf , in welcher Tony Visconti am Bass spielte. Bei einem Konzert im „Chalk Farm Roundhouse“ zu dieser Zeit verkleidete Bowie sich erstmals als "Rainbowman". Zusammen mit Marc Bolan nahm er im selben Jahr zwei Songs auf: "The Prettiest Star" und "London By Ta Ta", welchen beiden aber nur ein bescheidener Erfolg vergönnt war.
1972 gelang Bowie der kommerzielle Durchbruch: Mit dem Album The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars und der anschließenden Welttournee, die bis in das Jahr 1973 dauerte, wurde er weltweit bekannt. Beeinflusst durch seinen USA-Aufenthalt entstand 1975 das Album Young Americans, in dem sich Bowie mit der Musik befasste, die ihn als jungen Mann prägte, nämlich Blues, Rhythm & Soul. Bowies Auftritte wurden zu dieser Zeit im Maßanzug im Stile Frank Sinatras abgehalten, ein weiterer Imagewechsel des Künstlers. Auf dem Album enthalten ist Bowies erster Nummer-Eins-Hit in den USA: "Fame". Dieser Song, den Bowie zusammen mit John Lennon in einer Session im "Electric Ladyland" in New York aufnahm, war ursprünglich gar nicht zur Veröffentlichung vorgesehen. Nach dem Album übernahm David Bowie 1976 die Hauptrolle in dem Science-Fiction Film The Man Who Fell To Earth von Nicolas Roeg. Danach wurde in Los Angeles das Album Station To Station produziert.
David Bowie, der nach dem Erfolg des „Ziggy Stardust-Albums“ zunehmend an Depressionen litt, geriet in jenen Jahren zunehmend mit Drogen in Kontakt, die zwar einerseits kreativen Einfluss auf seine Musik nahmen, andererseits seiner Gesundheit und Psyche zusetzten. Nach der "White-Light Tour" 1976 zog sich der Musiker aus L.A. zurück und ging nach (West-)Berlin.
Mit Iggy Pop, der ebenfalls mit Bowie nach Berlin kam und im selben Haus eine Nachbarwohnung bezog (und vornehmlich wie Bowie auch auf Drogenentzug war), nahm Bowie "The Idiot" und "Lust For Life" auf und ging als Keyboarder mit ihm auf Tournee. In den Jahren in Berlin drehte er außerdem den Film "Just a Gigolo", ein eher unbekanntes Werk der Filmgeschichte, doch einer der letzten Filme der Marlene Dietrich.
In Berlin überwand Bowie letztlich seine Drogensucht. Die Veröffentlichung von "Heroes" ist für viele Menschen zudem gleichbedeutend mit dem Film "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", in dem Bowie selbst einen kurzen Auftritt hat.
1978 ging Bowie wieder auf Tour und nahm unter anderem das Kindermärchen "Peter und der Wolf" mit dem Philadelphia Orchestra auf. Im selben Jahr wurde das Album „Stage“ veröffentlicht und Bowie zog in die Schweiz.
Let's Dance war der Beginn einer inneren Schaffenskrise, die er versuchte, mit Arbeiten für Filme zu überwinden. Trotz späterer abfälliger Bemerkungen Bowies über die Zeit zwischen 1984 und 1987 fallen in diese Zeit Titel wie This Is Not America (mit Pat Metheny), die Single Absolute Beginners, die Filmmusik zu Labyrinth (in dem er eine Hauptrolle spielte) und der epische Titelsong zu When The Wind Blows.
Nach dem kommerziellen Misserfolg des Albums Never Let Me Down von 1987 tauchte Bowie zwei Jahre später mit dem Tin-Machine-Projekt wieder auf. Tin Machine war die Band um Reeves Gabrels und die Brüder Hunt und Tony Sales, mit denen Bowie 1977 die Iggy-Pop-Platte Lust For Life als Produzent und Co-Autor eingespielt hatte. Bowie bestand darauf, nur „ein Bandmitglied unter vielen“ zu sein und lehnte jede Sonderrolle ab. 1991 folgte Tin Machine II und eine mäßig erfolgreiche Single, "You Belong In Rock 'n' Roll".
Dieses Projekt fand 1993 mit dem Solo-Album Black Tie, White Noise (wiederum von Nile Rodgers produziert) ein Ende. Künstlerisch insgesamt wenig innovativ und kommerziell aufgrund von Vertriebsproblemen vor allem in den USA gescheitert, markierte es seiner Meinung nach die Überwindung der Schaffenskrise in den 80er Jahren.
Dem im September 1995 erschienenen, wiederum mit Brian Eno produzierten, komplexen Album 1. Outside folgten mit Earthling von 1997 und Hours 1999 Arbeiten, die einerseits vom neuen Schaffensdrang Bowies zeugten und Einflüsse des Drum'n'Bass verrieten, andererseits aber kommerziell nur durchschnittlich erfolgreich waren.
2002 brachte mit Heathen die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Tony Visconti. Künstlerisch wie kommerziell (vor allem auch in Deutschland) fügte sich das Album in „klassische“ Bowie-Werke und wurde allgemein als „echtes“ Comeback angesehen.
2003 erschien, wiederum von Tony Visconti produziert, das Album Reality mit den Singleauskopplungen „New Killer Star“ und „Never Get Old“. Am 8. September 2003 schrieb Bowie Musik- und Technologie-Geschichte: An diesem Tag wurde sein neues Studioalbum in Kinos auf der ganzen Welt live und interaktiv präsentiert. Eine eigens für diesen Anlass produzierte Live-Show wurde per Satellit in die Lichtspielhäuser gesendet. Die Show wurde in alle teilnehmenden europäischen Kinos zeitgleich übertragen und - bedingt durch den Zeitunterschied – einen Tag später in Asien, Japan und Australien, sowie Nordamerika, Kanada und Südamerika.
Die Show wurde im digitalen Widescreen-Format gefilmt, der Ton in DTS Digital 5.1 Surround Sound aufgezeichnet und den Kinos komplett digital übermittelt. Damit stellte das Verfahren den umfassendsten und innovativsten Einsatz von Digitaltechnik in Kinos aller Zeiten dar.
Mit „Reality“ ging Bowie dann auf eine Welttour, die er wegen einer ernsthaften Herzerkrankung im Sommer 2004 in Deutschland abbrechen muss.
Einen repräsentativen Ausschnitt für eine Sammlung und Beleg für die Vielseitigkeit David Bowies liefern die Alben Hunky Dory, Ziggy Stardust, Young Americans, Station To Station, Low, Let's Dance, 1. Outside und Heathen.
David Bowies Wirken als Schauspieler nimmt sich neben seinem musikalischen Werk bescheiden aus, hervorzuheben sind die Filme Der Mann, der vom Himmel fiel (von Nicolas Roeg) und Merry Christmas, Mr Lawrence, sowie Basquiat (Bowie in einer Nebenrolle als Andy Warhol) sowie Die Reise ins Labyrinth(Koboldkönig Jareth).
Bowie ging im Februar 1997 einen neuen Weg, um mit seiner Musik Geld zu machen: Er gab eine Anleihe ("Bowie Bonds") heraus, die mit den zukünftigen Einnahmen von 300 seiner Songs abgesichert ist und ihm auf einen Schlag 55 Millionen US-Dollar einbrachte.
Bowie hat in seiner langen Karriere sehr viele prominente Kollegen getroffen und mit ihnen zusammengearbeitet, so zum Beispiel mit Mick Jagger (Dancing in the Streets), Bing Crosby, Tina Turner (Tonight), Luther Vandross, Quincy Jones, Queen (Under Pressure), Me'shell Ndegeocello, Klaus Nomi, Frank Black und dem oben bereits erwähnten Iggy Pop. Außerdem in jüngerer Zeit mit Nine Inch Nails (Trent Reznor), Placebo, Moby, Pet Shop Boys und aktuell mit Kashmir aus Dänemark und den kanadischen Arcade Fire.
Zu seinem 50. Geburtstag gab Bowie am 9. Januar 1997 im New Yorker Madison Square Garden ein Special-Konzert, auf dem als Gäste die bekanntesten Vertreter der "neuen alternativen" Musikszene mitwirkten, so zum Beispiel Black Francis (Pixies), Billy Corgan (Smashing Pumpkins), Robert Smith (The Cure), Sonic Youth und die Foo Fighters.
Immer wieder wird die Frage diskutiert, ob David Bowie wirklich zwei unterschiedliche Augenfarben oder eine Kontaktlinse hat: nach einer Schlägerei wegen einer Frau 1962 mit seinem Freund George Underwood wurde die Pupillenmuskulatur des linken Auges verletzt. Dies führte zu einer geweiteten, starren Pupille (Traumatische Mydriasis). Daher wirkt sein linkes Auge dunkler. Angeboren ist die unterschiedliche Farbigkeit seiner Regenbogenhaut, eines seiner Augen ist grünlich blau, das andere hellbraun.
Oft wurde auch über David Bowies angebliche Bisexualität spekuliert. Sein androgynes Auftreten, besonders in den 70er Jahren und seine damaligen Äußerungen zu seinen Liebschaften führten zu diesem Image. Er gab zu, dass er mehrere männliche Liebhaber hatte; u. a. sollten auch Iggy Pop und Mick Jagger dazu gehört haben. Später bereute er, diese Erfahrungen öffentlich gemacht zu haben und betonte, einer der größten Fehler seines Lebens war es, seine Bisexualität zuzugeben, da er in Interviews immer weniger über seine Musik befragt und immer mehr auf seine Sexualkontakte reduziert wurde.
In das Reich der Anekdoten zählt der nicht zu klärende Umstand, dass Mick Jagger sowohl mit Bowies erster Ehefrau Angela Barnett als auch mit David selber eine Affäre gehabt haben soll und daraufhin das Lied Angie für die Rolling Stones entstanden ist.
David Bowie war bereits mehrfach verheiratet und hat mehrere Kinder, sein Sohn Duncan Zowie Haywood (*30. Mai 1971) aus der Beziehung mit Angela Barnett wurde 1971 geboren. Heute lebt er mit seiner Familie (Ehefrau seit 1992: ehemaliges Model Iman und der Tochter Alexandria Zarah (*15. August 2000)) in New York.
Mit bürgerlichem Namen heißt Bowie David Robert Jones. Bis der Name „David Bowie“ entstanden ist, hatte er verschiedene Künstlernamen. Sein Produzent Pitt wusste, dass noch andere Musiker mit dem Namen Davie Jones auf dem Markt waren - nämlich Davy Jones von den Monkees - und um David Robert Jones richtig bekannt zu machen, ohne dass man ihn verwechseln würde, bräuchte man einen Namen, der einzigartig ist. Das genaue Datum der Umbenennung ist nicht bekannt, den Namen suchte er selber aus. Seinen Vornamen behielt er, um dem Ganzen eine persönliche Note zu geben, für den Nachnamen stand „Jim Bowie“, ein legendärer Texaner, nach dem das „Bowiemesser“ benannt wurde und der im Jahre 1836 in der Schlacht von Alamo gefallen war, Pate.
Mann | Popsänger | Brite | Rockmusiker | Pop-Musiker | Filmschauspieler | Geboren 1947
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