Das Omen ist ein Film des US-amerikanischen Regisseurs Richard Donner aus dem Jahr 1976. Der Horrorfilm basiert auf einem Original-Drehbuch von David Seltzer und wurde u. a. von dem Filmstudio 20th Century Fox produziert.
Handlung
Am 6. Tag des 6. Monats bringt Katherine Thorn, die Frau des US-amerikanischen Botschafters in Rom, ein Kind zur Welt, das direkt nach der Geburt stirbt. Ihr Mann, Robert Thorn, wechselt auf Anraten eines Geistlichen den Knaben mit einem eben erst geborenen Jungen aus, dessen Mutter bei der Geburt gestorben ist. Er lässt seine Frau darüber aber in Unkenntnis. Der Austausch des toten Sohns mit dem Sohn der toten Mutter ist bereits ein negatives Vorzeichen, ein schlechtes
Omen.
Fünf Jahre später wird Richard Thorn Botschafter der USA in Großbritannien und die Familie zieht nach London. Es beginnen seltsame Todesfälle im Umfeld des jungen Damien Thorn. Seine schwangere Mutter stürzt im Haus von einer Galerie und verliert ihr Kind. Ein Priester sucht Robert auf, um ihn darüber aufzuklären, dass sein Sohn der Antichrist sei. Er nennt Thorn einen Exorzisten, der an Ausgrabungen in Megiddo arbeitet. Wenig später wird der Priester während eines Gewitters neben einer Kirche von einem herabfallenden Blitzableiter aufgespießt.
Als Robert Thorn das Zeichen des Antichristen an seinem Sohn findet (die Zahl 666 auf dem Hinterkopf), ist er schließlich überzeugt, dass dieser der Antichrist sei. Er zerrt seinen Sohn daraufhin in eine Kirche, um ihn zu töten. Gerade als er ihn mit sieben Dolchen, die er von dem Exorzisten erhalten hat, töten will, wird er von Polizisten gestellt, die ihn erschießen. Er erhält ein Staatsbegräbnis, bei dem auch der Präsident der Vereinigten Staaten, ein alter Freund von Thorn, anwesend ist. Der Film endet mit einer Einstellung, die Damien lächelnd an der Hand der First Lady zeigt.
Entstehungsgeschichte
Das Omen basiert auf einem Original-Drehbuch des US-Amerikaners David Seltzer. Die Regie wurde Richard Donner anvertraut, der Mitte der 1970er vor allem durch die Regie von TV-Serien wie
Die Straßen von San Francisco (1972) oder
Der Sechs Millionen Dollar Mann (1974) auf sich aufmerksam gemacht hatte. Die männliche Hauptrolle wurde zunächst
Charlton Heston,
Roy Scheider und
William Holden angeboten, doch alle lehnten den Part des
Robert Thorn ab. Schließlich wurde
Gregory Peck verpflichtet, der zuletzt in
Ted Kotcheffs
Western Begrabt die Wölfe in der Schlucht (1974) eine Rolle bekleidet hatte. Für die weibliche Hauptrolle wurde die Theater- und Filmschauspielerin
Lee Remick besetzt. Für den Part des dämonischen Sohnes
Damien wurde der zur Zeit der Dreharbeiten 5-jährige
Harvey Stephens verpflichtet. Um Stephens noch unheimlicher wirken zu lassen, ließ man das blonde Haar des Jungen schwarz färben.
Die Dreharbeiten zum Film dauerten vom 12. Oktober 1975 bis 2. Januar 1976 und fanden fast ausschließlich in England statt, unter anderem in London am Bishop Park und am Grosvenor Square. In Surrey fanden die Dreharbeiten u. a. in der Kathedrale von Guildford, dem Brookwood Friedhof in Working und am Pyrford Court in Ripley statt, sowie in Staines in Middlesex. Außerhalb von England waren Jerusalem und Rom Drehorte für Das Omen. Während der Postproduktion baten Richard Donner und der Filmproduzent Harvey Bernhard Alan Ladd Jr., den damaligen Präsidenten des Filmstudios Twentieth Century Fox um mehr Geld, um für die Filmmusik den achtmal für den Oscar nominierten Komponisten Jerry Goldsmith zu gewinnen. Donner und Bernhard waren 1976 bei einem Live-Konzert im Hollywood Bowl auf Goldsmith aufmerksam geworden und waren sich sicher, dass er der richtige Mann für die Produktion wäre. Tatsächlich ließ sich Ladd überreden, 250.000 US-Dollar zu bewilligen, um den Komponisten Goldsmith zu verpflichten.
Als man sich dazu entschloss, den Titel des Film von The Antichrist in The Birthmark zu ändern, soll es angeblich zu unheimlichen Ereignissen gekommen sein. Hauptdarsteller Gregory Peck und Drehbuchautor David Seltzer nahmen getrennte Flüge nach England, trotzdem wurden beide Maschinen vom Blitz getroffen. Als Peck seinen Flug nach Israel stornierte, stürzte die Maschine, die er hatte nehmen wollen, ab, und alle Passagiere an Bord wurden getötet. Während sich der Filmproduzent Harvey Bernhard in Rom aufhielt, entging er ebenfalls knapp einem Blitzschlag. Richard Donners englisches Hotel wurde von der IRA in die Luft gesprengt und er wurde von einem Auto angefahren. Die Rottweiler, die für die Dreharbeiten engagiert wurden, fielen ihre Trainer an und bei einem Verkehrsunfall, der durch einen Frontalzusammenstoß verursacht wurde, trugen mehrere wichtige Mitglieder der Filmcrew Verletzungen davon. Das Unheil soll noch in der Postproduktion des Films zugeschlagen haben, als John Richardson, zuständig bei Das Omen für die Spezialeffekte, mit seinem Assistenten am Filmset von Richard Attenboroughs Kriegsdrama Die Brücke von Arnheim (1977) in einen Unfall verwickelt war, wobei Richardson verletzt und sein Assistent getötet wurde.
Rezeption
Das Omen startete in den USA landesweit am
25. Juni 1976, war aber in Anspielung des im Film auftauchende Symbols
666 bereits am
6. Juni 1976 als
Sneak-Preview in verschiedenen US-amerikanischen Städten gezeigt worden. Der 2,8 Mio. US-Dollar teure Horrorfilm konnte schon am Eröffnungswochenende seine Produktionskosten mit einem Gewinn von 4,27 Mio. US-Dollar in 515 Kinos einspielen. Richard Donners Regiearbeit, die in den USA einen Bruttogewinn von 60 Mio. US-Dollar einspielte, wurde von Kritikern gelobt und der Film gehört heute zu den Klassikern des Horror-Genres. Richard Donner führte den Erfolg des Films auf die Filmmusik von Jerry Goldsmith zurück, dessen Filmsong
Ave Satani und die Instrumentalstücke den Film noch unheimlicher machten.
Der große Erfolg des Films zog eine Reihe von Fortsetzungen nach sich. 1978 führte Don Taylor die Regie bei Damien – Omen II, in dem neben William Holden und Lee Grant der 15-jährige Jonathan Scott-Taylor die wiederkehrende Rolle des Damien nach einem Drehbuch von Harvey Bernhard übernahm. 1981 in Omen III – Barbara's Baby, war Sam Neill als erwachsener Antichrist zu sehen. Beide Sequels waren finanziell erfolgreich, konnten aber nicht mit dem weltweiten Erfolg des ersten Teils konkurrieren. 1991 folgte Jorge Montesis und Dominique Othenin-Girard TV-Film Omen IV – Das Erwachen, in dem der 9-jährigen Asia Vieira die Rolle des dämonischen Kindes übertragen wurde. Eine Neuverfilmung unter dem gleichen Titel Das Omen erschien am 6.6.06. Unter John Moores Regie mimt an der Seite von Liev Schreiber, Julia Stiles, Mia Farrow und David Thewlis der junge Seamus Davey-Fitzpatrick Damien, nach einem Drehbuch von David Seltzer.
Kritiken
- „So lange Filme wie 'Das Omen' uns lediglich erschrecken, bieten sie auf einer bedeutungsschweren Art und Weise Spaß.“ (Chicago Sun-Times)
- „Ein bedrohlicher Film über die am Werk befindlichen Fürstentümer und Energien im Universum, die die Logik herausfordern“. (Spirituality & Health)
- „Eminent spannender, mit Schockmomenten Nerven zerrender Klassiker des Horrorfilmgenres um des Teufels Brut auf Erden ...“ (VideoWoche)
Anmerkungen
- Für eine Szene des Films, in der ein Goldfischglas auf den Boden fiel, wurden anstatt lebender Goldfische tote Sardinen verwendet, die orange angemalt worden waren. Regisseur Richard Donner sprach sich dagegen aus, Tiere für Dreharbeiten zu töten.
- Als Werbekampagne für den Film wurden u. a. Plakate gedruckt, die Kinobesucher nach dem Ansehen des Films darauf aufmerksam machten, dass der Film am sechsten Tag des sechsten Monats im Jahr 1976 in mehreren US-amerikanischen Kinos als Sneak Preview zu sehen war. Tatsächlich schockierten die Poster, die auf das im Film verwendete Symbol 666, das Zeichen des Teufels, eingingen, einen Kinobesucher so sehr, dass er einen Nervenzusammenbruch erlitt.
- Nachdem der Film in den USA gezeigt worden war, sank die Popularität der Hunderasse Rottweiler. Im Film besitzt die Figur Damien als Haustier einen Rottweiler.
- Ursprünglich war die Regie dem englischen Regisseur Mike Hodges angeboten worden, doch er lehnte ab. Als er die Regie für das Sequel Damien – Omen II übernahm, wurde er nach drei Wochen wegen kreativer Differenzen gefeuert.
- Die Bedeutung des Namens Damien leitet sich aus dem altgriechischen damian ab, was so viel wie "zähmen", oder "besiegen" bedeutet. Der Name fand allgemein durch den Heiligen Damianus Verbreitung, einem Arzt und Märtyrer.
- Trotz des großen finanziellen Erfolgs von Das Omen konnte sich der Jungdarsteller Harvey Stephens nicht als ernstzunehmender Schauspieler etablieren. Nach einer Rolle in Fielder Cooks TV-Film Gauguin the Savage (1980), in dem Stephens in einer Nebenrolle als junger Emil zu sehen ist, arbeitet der Darsteller heute in der Baubranche.
- Gregory Peck erhielt nur eine geringe Gage für die Mitwirkung bei diesem Film (250.000 US-Dollar), wurde aber mit 10 % an den Einspielergebnissen von 60 Mio. $ (allein in den USA) beteiligt. „Das Omen“ wurde somit sein lukrativster Film.
Auszeichnungen
Richard Donners Horrorfilm wurde bei der Oscar-Verleihung im Jahre
1977 in zwei Kategorien nominiert. Während der Academy Award für den besten Filmsong an
Jerry Goldsmiths
Ave Satani vorbeigereicht wurde, erhielt der US-amerikanische Filmkomponist nach acht vergeblichen Nominierungen den Preis für die beste Filmmusik. Goldsmith wurde im selben Jahr für seine Arbeit an
Das Omen für einen
Grammy nominiert. Die englische Schauspielerin
Billie Whitelaw wurde für den Part der
Mrs. Baylock für den britischen Filmpreis
BAFTA nominiert und mit dem
Evening Standard British Film Award geehrt. Der 5-jährige
Harvey Stephens erhielt für den Part des
Damien eine
Golden Globe-Nominierung. Ebenfalls preisgekrönt wurde
Gilbert Taylors Kameraarbeit.
Oscar 1977
- Beste Filmmusik
- nominiert in der Kategorie Bester Filmsong
BAFTA-Award 1977
- nominiert in der Kategorie Beste Nebendarstellerin (Billie Whitelaw)
Golden Globe 1977
- nominiert in der Kategorie Bestes männliches Schauspieldebüt in einem Film
Weitere
Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films 1977
- nominiert als bester Horrorfilm
British Society of Cinematographers 1976
Edgar Allan Poe Awards 1977
- nominiert als bester Film
Evening Standard British Film Awards 1978
- Beste Darstellerin (Billie Whitelaw)
Grammy 1977
- nominiert in der Kategorie Beste Filmmusik
Writers Guild of America 1977
- nominiert in der Kategorie bestes Filmdrehbuch (Drama)
Literatur
- Blatty, William P. ; Seltzer, David ; Levin, Ira: Omen. Erftstadt : Area, 2003. ISBN 3899960211
- Seltzer, David: The Omen. New York : Signet, 1976 (New American Library). (engl. Ausgabe)
Weblinks
Filmtitel | Filmtitel 1976 | US-amerikanischer Film | Horrorfilm
The Omen | La profecía | Il presagio | オーメン (映画) | Omen (film) | Предзнаменование (фильм)