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Das Fenster zum Hof ist ein 1954 von Alfred Hitchcock nach einer Geschichte von Cornell Woolrich gedrehter Film. Im Jahr 1998 wurde der Film mit Christopher Reeve in der Hauptrolle erneut verfilmt.

Handlung


Der Film spielt an nur einem einzigen Schauplatz, dem Hinterhof eines Wohnblocks in Greenwich Village (der eigens für diesen Film als riesige Kulisse im Studio entstand). In seiner Wohnung im ersten Stock ist der Fotograf L.B. 'Jeff' Jefferies wegen eines Beinbruchs an den Rollstuhl gefesselt. Gelangweilt und umsorgt von seiner Verlobten Lisa Carol Fremont und der Pflegerin Stella, beobachtet Jeff durch das Teleobjektiv seiner Kamera die Nachbarn in den angrenzenden Häusern. Dabei meint er, Anzeichen für den Mord eines Mannes an dessen Ehefrau beobachtet zu haben. Zusammen mit Lisa macht er sich an die Untersuchung des vermuteten Verbrechens, die allerdings bis zum dramatischen Finale nur aus voyeuristischen Beobachtungen besteht.

Kritik


Der Regisseur spielt geschickt mit dem Thema der Beobachtung und der Schuld, die man als bloßer Zuschauer auf sich laden kann. Auch wenn sich der Mord am Ende als tatsächlich geschehen herausstellt und aufgeklärt werden kann, haben Jeff und Lisa im Eifer ihrer Beobachtungen eine verzweifelte Nachbarin völlig vernachlässigt, die ihrer Hilfe bedurft hätte. Die unbekannte Tote ist für Jeff und Lisa interessanter als die Lebende, der sie wirklich helfen könnten.

Hinter der Handlung des Thrillers finden sich darüber hinaus weitere Bezüge. So behandelt der Film auf der für Hitchcock typischen psychologischen Ebene verschiedene Formen menschlicher Beziehungen, mit all ihren Schwierigkeiten, die sich hinter den Fenstern der Nachbarn widerspiegeln: Von dem einsamen Single („Ms. Lonelyhearts“), über das frisch verliebte Paar, das in eine erste Beziehungskrise gerät, bis hin zu dem Ehepaar, bei dem der Mord des Ehemanns an seiner Frau die Grundlage der Handlung bildet. Im Gegensatz dazu hat der Hauptcharakter des Films Jeff Schwierigkeiten, eine feste Bindung mit seiner Freundin Lisa einzugehen. Mit diesem Hintergrund bekommt die Vermutung von Jeff, einen Mord bei dem Ehepaar beobachtet zu haben, einen besonderen Hintergrund, da seine Interpretation des Verhaltens des Nachbarn durchaus die eigene Form von Beziehungsangst widerspiegelt.

Des Weiteren wurden die Fenster des Hinterhofes, in die Jeff schaut, in ihrer Form oft mit Kinoleinwänden verglichen.

  • Lexikon des Internationalen Films: Hitchcocks Versuch über die unersättliche Gier der Augen, über die Wonnen und den Alpdruck des Voyeurismus in Form eines spannenden Thrillers. Ein sehr spannender, dramaturgisch ausgefeilter Film ohne Schockeffekte. Einer der stilistisch klarsten und originellsten Filme Hitchcocks.

Hintergrund


Dieser Film war zusammen mit vier weiteren für Jahrzehnte nicht verfügbar, da Alfred Hitchcock die Rechte daran zurückgekauft und sie als Teil seines Erbes an seine Tochter vorgesehen hatte. Sie waren lange bekannt als die berüchtigten „fünf verlorenen Hitchcocks“ und wurden erst 1984 nach 25-jähriger Abwesenheit wieder gezeigt. Die anderen sind: Cocktail für eine Leiche (1948), Immer Ärger mit Harry (1955), Der Mann, der zuviel wußte (1956) und Vertigo – Aus dem Reich der Toten (1958).

Cameo


In der Wohnung oberhalb rechts von Jeff wohnt ein Komponist. In einer Szene ist bei ihm auch ein Uhrmacher, und der wird gespielt von Hitchcock. Siehe auch Cameo-Auftritt.

Auszeichnungen


  • 1954 – National Board of Review, USA: für die beste Schauspielerin an Grace Kelly (gleichfalls für ihre Rollen in Ein Mädchen vom Lande (1954) und Bei Anruf Mord (1954))
  • 1954 – New York Film Critics Circle Awards: für die beste Schauspielerin an Grace Kelly (gleichfalls für ihre Rollen in Ein Mädchen vom Lande (1954) und Bei Anruf Mord (1954))
  • 1955 – Edgar Allan Poe Awards: für den besten Film an John Michael Hayes (Drehbuch)
  • 1997 – National Film Preservation Board, USA: National Film Registry

Persiflagen


Das Fenster zum Hof gehört zu den Filmen, die gerne in anderen Filmen oder Büchern persifliert werden, etwa bei den Simpsons, im Lustigen Taschenbuch oder auch in Ein Zwilling kommt selten allein.

Literatur


  • Cornell Woolrich: Das Fenster zum Hof und vier weitere Kriminalstories (OT: Rear Window). Diogenes, Zürich 1989, ISBN 3-257-21718-8
  • Robert A. Harris, Michael S. Lasky, Hrsg. Joe Hembus: Alfred Hitchcock und seine Filme (OT: The Films of Alfred Hitchcock). Citadel-Filmbuch bei Goldmann, München 1976, ISBN 3-442-10201-4
  • François Truffaut: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?. Heyne, 2003. ISBN 3-453-86141-8 (Abfolge von Interviews (circa 50 Stunden) des frz. Regisseurs aus dem Jahr 1962). Originalausgabe: François Truffaut: Le cinéma selon Hitchcock (dt. "Der Film gemäß Hitchcock") Simon und Schuster, 1984. ISBN 0-671-52601-4

Weblinks


Filmtitel | Filmtitel 1954 | US-amerikanischer Film | Thriller

Rear Window | La ventana indiscreta | Takaikkuna | Fenêtre sur cour | Prozor u dvorište | Hátsó ablak | La finestra sul cortile (film) | 裏窓 | Rear Window | Rear Window | Окно во двор (фильм) | Fönstret åt gården

 

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