Rows_of_bodies_of_dead_inmates_fill_the_yard_of_Lager_Nordhausen%2C_a_Gestapo_concentration_camp.jpgn gilt als die Manifestation des Bösen (hier: KZ Nordhausen, 1945)]] Das Böse (ahd. bôsi, von vordeutsch *bausja- „gering, schlecht“, genaue Etymologie unklar)Vgl. Stichwort böse‘, in: Kluge, Etymologisches Wörterbuch, 24. Aufl. ist in der Philosophie das, was ethisch falsch ist, was abzulehnen und schlecht ist. Es ist also das Gegenteil des moralisch Guten. Die Begriffe „gut“ und „böse“ sind normative, präskriptive Begriffe: wer sie benutzt, beschreibt i.a. nicht nur, sondern wertet und hätte i.a. gerne, dass andere ebenso werten und entsprechend dieser Werturteile handeln.
Im allgemeinen Sprachgebrauch sind die Begriffe „böse“ und „schlecht“ nicht scharf getrennt.
Gut und Böse werden oft als Gegenpole betrachtet, zwischen denen es viele Abstufungen gibt.
Die Standpunktabhängigkeit wird in der Philosophie des Relativismus so stark betont, dass es keine objektiven Maßstäbe für ethische Wertungen gibt.
In den meisten Religionen und Gesellschaften existiert dagegen eine gewachsene Übereinkunft zur ethischen Bewertung der meisten Typen von Taten.
In vielen Religionen (das typische Beispiel Manichäismus wird in jüngeren Forschungen oft differenzierter beurteilt), tendenziell auch in Phasen und Teilen des Christentums oder des Islam, gibt es Strömungen, die die Welt als Schauplatz eines Kampfes zwischen „Gut“ und „Böse“ betrachten. Die guten Elemente (Götter/Engel) bekämpfen die bösen Elemente (Götter/Dämonen). In diesem Konzept hat jeder Mensch die Wahl, sich entweder für die gute oder die böse Seite zu entscheiden.
In der Philosophie und ihrer theologischen Rezpezion (z.B. bei Augustinus und fast durchweg im Mittelalter) wird das Böse als substanzlos charakterisiert. Es ist ein bloßer Mangel des Guten (ein Privativum). Als Privation wird beispielsweise auch die Blindheit analysiert: Blindheit sei keine positive Qualität, sondern schlicht Mangel an Sehfähigkeit.
Im Laufe der Geschichte wechselten die personifizierten Mächte durch den Wechsel der Religion bisweilen vom Guten zum Bösen, so wandelte sich z.B. der griechische Hirtengott Pan in Folge der christlichen Missionierung zu einer heute weit verbreiteten Darstellung des Teufels (eine solche Umdeutung ist ein Fall von interpretatio christiana).
In der Moderne werden auch reale Menschen oft zu Personifikationen des Bösen stilisiert. Prominente Personen, die in einigen Kulturen „das Böse“ verkörpern, sind Josef Stalin, Mao Zedong, Adolf Hitler, Pol Pot, Osama bin Laden, Rasputin u.a. Schwarz-weiß Denken ist in einigen modernen Gesellschaften weit verbreitet und findet seinen Ausdruck darin, dass ein Gegner als das „Reich des Bösen“ bezeichnet wird. Solche vereinfachten Weltbilder gestalten auch zahlreiche Fantasy-Bücher und -Filme.
Nach einigen Auffassungen wird das Böse auch als eigenständige Urkraft betrachtet, die sich manchmal in Dämonen personalisiert, manchmal aber auch eigenständig auftritt als das Absolut Böse (z.B. im Cthulhu-Mythos). Die Entwicklung der Gesellschaft verläuft nach Auffassung einiger in Zyklen zwischen Zeitaltern des Guten (Goldene Zeitalter) und Zeitaltern des Bösen (Dunkle Zeitalter).
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