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|align="center" bgcolor="#f2f2f4" colspan="2" width="100%" style="font-size:17px; letter-spacing:1.5px"| Gothic
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|align="right" bgcolor="#ffffff" width="35%"|Entstehungsphase:
|bgcolor="#ffffff" width="65%"|Ende der 1970er / Anfang der 1980er
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|align="right" bgcolor="#ffffff"|Herkunftsort:
|bgcolor="#ffffff"|Westeuropa
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|align="center" bgcolor="#f2f2f4" colspan="2" height="1%" style="font-size:88%; letter-spacing:1.5px"|Konventionelle Spielarten
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|align="center" bgcolor="#ffffff" colspan="2"|Gothic Punk · Gothic Rock
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|align="center" bgcolor="#f2f2f4" colspan="2" height="1%" style="font-size:88%; letter-spacing:1.5px"|Überlagerungsabhängige Stile
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|align="center" bgcolor="#ffffff" colspan="2"|Gothabilly · Gothic Metal · NDT · Electrogoth · Dark Rock
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|align="center" bgcolor="#f2f2f4" colspan="2" height="1%" style="font-size:88%; letter-spacing:1.5px"|Zusätzliche Einflussfaktoren
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|align="center" bgcolor="#ffffff" colspan="2"|Industrial Rock · Neue Deutsche Härte
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Gothic ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene musikalische Stilformen, deren Entwicklung sich von den späten 70ern bis in die Gegenwart erstreckt. Die hierbei entstandene Vielfalt umfasst Spielarten wie Gothic Punk, Gothic Rock, Gothic Metal, sowie Dark Rock und Electrogoth.
Hintergrund
Die Bezeichnung Gothic bezog sich zunächst auf eine Stilform der britischen Rockmusik. Sie lässt sich seit etwa Mitte der 80er Jahre jedoch nicht mehr auf eine einzelne musikalische Spielweise festlegen, da sich über viele Jahre hinweg das Verständnis für Gothic-Musik innerhalb der Schwarzen Szene stark wandelte. Es ist davon auszugehen, dass sich zahlreiche Musikgruppen bereits vorhandener Stilmittel des Punk, Psychedelic Rock bzw. der Elektronischen Musik bedienten, diese Stilmittel jedoch weitaus düsterer arrangierten.
Die ersten beiden Spielarten, die sich auf diese Weise entwickelten, sind der Gothic Punk und der Gothic Rock. In den USA entstand etwa zeitgleich zum britischen Gothic Punk der Death Rock. Death Rock oder auch Horrorpunk entwickelten sich zum Teil unabhängig von der britischen Gothic-Musik, wurden allerdings durch diese in den frühen 80ern stark beeinflusst.
Durch das Aufgreifen genrefremder Stilmittel und infolge einer Öffnung der Metal-Szene gegenüber der Gothic-Subkultur, entwickelten sich in den 90er Jahren weitere Richtungen wie beispielsweise Gothic Metal, Dark Rock oder Electrogoth. Weitere, gravierende Einflüsse gibt es seit der Jahrtausendwende insbesondere aus den Bereichen Neue Deutsche Härte und Industrial Rock. Dieser bis heute andauernde Zeitabschnitt wird fallweise auch als „Neogoth“ bezeichnet, wobei eine Abgrenzung zwischen den Stilen und Splitterkulturen mithilfe dieses Begriffes stark umstritten ist.
Bereits 1967 veröffentlichte die amerikanische Psychedelic-Rock-Band The Doors ihr gleichnamiges Debüt, das sowohl thematisch als auch lyrisch der später als Gothic betitelten Musik ähnelte. So verwundert es nicht, dass The Doors bereits 1967 die erste, als Gothic Rock bezeichnete Band waren. Es sollte jedoch noch über ein Jahrzehnt vergehen, bevor der Begriff Gothic Rock im britischen Raum an Bedeutung gewann. Etwa zeitgleich erschein das erste Album der von Andy Warhol gegründeten, experimentellen Rockband The Velvet Underground, die sich ebenso wie die daran mitwirkende Solistin Nico für Bands wie Siouxsie & The Banshees oder Bauhaus als wegweisend erwies. Besonders die ursprünglich für nur einen Auftritt gegründete Band Siouxsie & The Banshees bezogen sich auf Andy Warhol, vor allem auf seine Idee der 15 Minuten Ruhm. Nico selbst lieferte mit den als düster und selbstzerstörerisch empfundenen Solowerken „Marble Index“ (1969) und „The End“ (1973) verschiedenen Gothic-Bands ein nachhaltig beeinflussendes Vorbild.
1976 veröffentlichten The Doctors of Madness mit „Late Night Movies, All Night Brainstorms“ als eine der ersten Bands eine Mischung aus Punk und Glam Rock, die damals zwar erfolglos blieb, den Sex Gang Children oder Alien Sex Fiend jedoch musikalisch wie auch visuell einige Grundideen vorweg nahm. Im Umfeld von Glam Rock und Punk traten 1977 Künstler wie David Bowie und Iggy Pop hervor und ebneten mit den in Kooperation entstandenen Werken „Low“ (David Bowie) und „The Idiot“ (Iggy Pop) der späteren Musik-Szene den Weg. Speziell Iggy Pops „The Idiot“ wurde von Joy Division oder The Sisters Of Mercy als das für ihren eigenen Werdegang prägende musikalische Werk bezeichnet.
Frühphase: Ursprung und Weiterentwicklung
Gothic Punk
Als Gothic bezeichnete man anfangs einen dem Punk entwachsenen Musikstil, der fallweise Einflüsse aus dem Glam- und Psychedelic Rock aufweist. Er entstand in England Ende der 70er Jahre, als Bands wie UK Decay, The Southern Death Cult oder Sex Gang Children als „Gothic“ bezeichnet wurden, in der allgemeinen Tendenz der damaligen Punk-Szene, sich in Subgenres aufzuspalten.
Viele der damaligen Songs beruhen auf einem 3-Akkord-Schema, ähnlich dem Punkrock. Bedeutende Vertreter waren Bauhaus, Specimen oder Siouxsie & The Banshees. 1980 formierte sich in Hamburg die Band Xmal Deutschland, deren Hit Incubus Succubus noch heute die Tanzflächen füllt. Sie zählt zu den ersten deutschen Gothic-Acts während der Zeit der Neuen Deutschen Welle.
Gothic Punk ist vielen Kennern auch unter der Bezeichnung Batcave vertraut, benannt nach einem Londoner Nachtclub, der als Treffpunkt der New Romantics fungierte und als die Wiege der eher modisch orientierten Gothic-Szene in England gilt. Das US-amerikanische Pendant des Gothic Punk ist der Death Rock.
Ab 1983 verschwanden die Punk-Wurzeln zunehmend, bedeutende Vertreter des Genres lösten sich auf. Eine neue Epoche des Gothic sorgte in dem darauf folgenden Jahrzehnt für Aufsehen: der Gothic Rock, der vermehrt auf Elemente des Psychedelic Rock und frühen Hard Rock zurückgreift. Britische Bands wie The Sisters Of Mercy, The Mission oder Fields Of The Nephilim prägten den Stil, obgleich sie sich selbst nie als Gothic-Bands verstanden. Seine Blütezeit erlebte der Gothic Rock anschließend in den frühen 90er Jahren, als zahlreiche Musikgruppen versuchten, in die Fußstapfen ihrer Idole zu treten.
Beide Gothic-Stile werden nicht selten dem Dark-Wave-Genre zugewiesen, nachdem sie im Rahmen der New-Wave-Bewegung entstanden sind. Häufig findet man jedoch Dark Wave und Gothic nebeneinander stehend vor, da in den 90er Jahren unter der Bezeichnung Dark Wave irrtümlich das eher sanfte Pendant zu der als kraftvoll wahrgenommenen Gothic-Musik verstanden wurde.
Gegenwärtig ist eine Trennung jedoch angesichts der Tatsache gerechtfertigt, dass die im letzten Jahrzehnt hervor gegangenen Gothic-Stile keinerlei Bezug zur Wave-Ära aufweisen.
„Neogoth“: Einflüsse aus dem Metal- und Elektronik-Bereich
In den 90er Jahren kristallisierten sich Stile heraus, die nunmehr allgemein als Gothic bezeichnet und verstanden werden. Diese Stile werden allerdings nicht selten aufgrund ihrer fehlenden Nähe zu den Gothic-Wurzeln von älteren Vertretern der Gothic- und Dark-Wave-Kultur abgelehnt.
Gothic Metal
Der Gothic Metal entstand in den frühen 90ern, nachdem einige Bands aus dem Doom- und Death-Metal-Umfeld Elemente des Gothic Rock aufgriffen. Wegweisend waren hierbei Paradise Lost, My Dying Bride und Tiamat, die mit Frauengesang, Growling, Violinen und orchestralen Keyboard-Klängen arbeiteten. Umgekehrt unternahm Carl McCoy mit seiner Band The Nefilim, ein Nachfolgeprojekt der Fields Of The Nephilim, ähnliche Versuche, indem er typische Death-Metal-Elemente mit konventionellem Gothic Rock verknüpfte.
Ab Mitte der 90er Jahre gewann der ursprünglich szenefremde Gothic Metal an Popularität - zu Ungunsten des Gothic Rock. Dieser wurde trotz Zunahme zahlreicher Gothic-Rock-Projekte zurück in den Untergrund gedrängt und von Szene und Presse nur begrenzt wahrgenommen. Inzwischen sind die Grenzen beider Stile aufgrund zahlreicher Überschneidungen stark verwischt, was im Laufe der Jahre zum Härteverlust des Gothic Metal führte.
Dark Rock
Nachdem Bands wie Paradise Lost Ende der 90er Jahre verstärkt nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten suchten, verwendeten sie überwiegend zeitgemäße Elemente, um ihr Klangbild zu erweitern. Dies bedeutete für viele Künstler die Abwendung vom Gothic Metal bzw. Gothic Rock und beiläufig die Begründung eines neuen Genres, dem Dark Rock. Dabei wird vermehrt auf moderne Alternative-Rock-Elemente zurückgegriffen, der psychedelische Einfluss als Hauptmerkmal des Gothic Rock ist in diesem Fall kaum vorhanden. Für viele Gruppen, wie HIM, Zeraphine, End Of Green, Evanescence, Lacrimas Profundere oder Dividing Line wird deshalb der weniger wertende Begriff Dark Rock genutzt.
Electrogoth (auch „Gothic Electro“) bezeichnet rein elektronisch arrangierte Musik von Vertretern, die unmittelbar aus der Gothic-Szene stammen. Hierbei werden generell technoide Sounds oder Spielarten aus dem Elektro-Umfeld übernommen, auch kommen Future-Pop- und Electro-Pop-Elemente zum Einsatz (beispielsweise bei Tristesse de la Lune). Überdies orientierte man sich stark an Projekten, die durch Umsetzung düsteren Elektronik-Sounds bereits die Vorarbeit leisteten (siehe Dark Electro).
Bereits Anfang der 90er Jahre hatte im Zuge der Neuen Deutschen Todeskunst eine Verschmelzung von Elementen aus Gothic Rock, Electro Wave und Post-Industrial stattgefunden. Diese stilistische Überschneidung blieb jedoch vollkommen unberührt vom Einfluss des Techno der 90er Jahre.
Obwohl man auch 80er Jahre Bands wie Alien Sex Fiend als Vorläufer des Electrogoth bezeichnen kann, gibt es mittlerweile viele Vertreter des Genres, denen die
musikalische Verbundenheit zu den eigentlichen Gothic-Wurzeln vollständig fehlt. Der Electrogoth geht Hand in Hand mit der Cybergoth-Mode.
Der Ursprung des Begriffes „Gothic“ in Bezug auf ein Subgenre der Punkrock-Musik ist nicht ganz geklärt, unterschiedlichen Quellen zufolge sollen es Martin Hannett, der Produzent der Gruppe Joy Division, oder Siouxsie Sioux, Sängerin der Gruppe Siouxsie & The Banshees, gewesen sein, die in Interviews in Bezug auf diese Bands zuerst den Begriff „Gothic“ als Beschreibung der Musikstile eben jener Bands benutzt haben.
Anderen Quellen zufolge aber soll die Bezeichnung bereits früher in Musikmagazinen im Zusammenhang mit dem David Bowie-Album „Diamond Dogs“ aufgetaucht sein. Laut Aussagen von Abbo (Sänger der Band UK Decay) war „Gothic“ in London der frühen 80er ein Insiderbegriff einer kleinen Szene rund um die Bands UK Decay, The Southern Death Cult, Gloria Mundi, Sex Gang Children und Bauhaus.
Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, das der Begriff „Gothic“ seinen Ursprung in einem Journalistenkommentar hat, der die Fans der Band Sex Gang Children als Goths bezeichnet hatte, da der Sänger der Band unter dem Namen „Count Visigoth“ bekannt war.
Mittlerweile wird für neuere Spielarten sowie für die moderne Gothic-Kultur länderübergreifend die Bezeichnung Neogoth genutzt. In den USA erschien im Jahr 2005 die Compilation „Dark Trance vs. Neogoth“, die sich Künstlern aus dem Umfeld der elektronischen Tanzmusik widmet.
Etablierung
Bis in die Mitte der 80er Jahre blieb Gothic zunächst ein Begriff, der hauptsächlich in England sporadisch zum Einsatz kam. Gruppen wie The Southern Death Cult sahen sich als konventionelle Punk-Bands, selbst im Dunstkreis des Londoner Batcave-Clubs war das Etikett Gothic für viele Bands ein unbeschriebenes Blatt. In anderen westeuropäischen Ländern wurden Bands wie Joy Division oder Siouxsie & The Banshees primär unter der Bezeichnung New Wave vermarktet, etwa zeitgleich zu Gothic etablierte sich auch der weitumfassendere Begriff Dark Wave, der dunkle Rockmusik und Elektronik gleichermaßen abdeckte.
Ausdehnung
Fälschlich wird der Begriff Gothic inzwischen auf zumeist unterschiedlich entstandene Musikrichtungen ausgedehnt, unter anderem Elektro, Neofolk oder auch Industrial, ein Genre, das bereits viele Jahre vor der Gothic-Bewegung entstanden ist. Als Gemeinsamkeit dieser Genres kann die oftmals dunkle Atmosphäre der jeweiligen Kompositionen angesehen werden. Da zu diesen Richtungen jedoch eigenständige, zum Teil rivalisierende Subkulturen existieren, ist die Ausdehnung des Begriffs Gothic hierbei stark umstritten und wird nicht allgemein anerkannt.
Literatur
Peter Matzke, Tobias Seeliger: Das Gothic- und Dark Wave-Lexikon, Schwarzkopf & Schwarzkopf (Mai 2003), ISBN 3-89602-522-8
Mick Mercer: Gothic Rock Black Book, Omnibus Press (30. Januar 1989), ISBN 0-71191-546-6
Mick Mercer: All You Need to Know About Gothic Rock, Pegasus Publishing (21. Oktober 1991), ISBN 1-87389-201-2
Dave Thompson: Schattenwelt - Helden und Legenden des Gothic-Rock, Hannibal (März 2004), ISBN 3-85445-236-5
Voltaire: What is Goth?, Weiser Books (September 1, 2004), ISBN 1-57863-322-2