Dario Fo (* 24. März 1926 in Leggiuno-Sangiano, Provinz Varese) ist ein italienischer satirischer Theaterautor, Regisseur, Bühnenbildner, Komponist, Erzähler und Schauspieler. Er wurde 1997 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Er revitalisierte Methoden der Commedia dell'arte und arbeitete von Anfang an eng mit seiner Frau Franca Rame zusammen.
Im Jahre 1940 zog Dario Fo nach Mailand, um an der Kunsthochschule "Brera" zu studieren. Der Zweite Weltkrieg kam dazwischen. Seine Familie war im antifaschistischen Widerstand aktiv und er half seinem Vater, Flüchtlinge und Deserteure der Alliierten in die Schweiz zu schmuggeln. Er selber konnte sich erfolgreich einer Rekrutierung durch die Truppen von Salò entziehen.
Nach Kriegsende setzte Fo sein Studium der Kunst und Architektur an der Universität Mailand fort. Er begann sich in der Bewegung der "piccoli teatri" (kleine Bühnen) zu engagieren und präsentierte dem Publikum improvisierte Einpersonenstücke. Ab dem Jahr 1950 band er sich vertraglich an das Theaterensemble Franco Parentis und gab seinen Job als Architekt auf.
Seine spätere Frau, die selber aus einer Schauspielerfamilie stammende Franca Rame, traf er bei der gemeinsamen Erarbeitung der Revue Sieben Tage 1951. Im gleichen Jahr wurde ihm angeboten, eine Sendung namens Cocorico zu moderieren für das öffentlich-rechtliche nationale Radio RAI. Er schuf 18 satirische Monologe, in denen er biblische Themen politisch interpretierte. Empörte Vorgesetzte setzten die Show ab. Auch sein nächstes Theaterstück war beim zahlenden Publikum ein Renner und litt dennoch Zensur und Interventionen von seiten der Kirche und der Staatsbeamten, so dass Auftrittsorte rar wurden.
Die Heirat mit Franca Rame erfolgte 1954. Die beiden verdienten ihren Lebensunterhalt mit dem weiterhin populären Piccolo Theater zu Mailand. Im nächsten Jahr ergab sich eine Chance bei den Filmstudios in Rom. Fo wurde Drehbuchautor und arbeitete für zahlreiche Produktionen.
Der Sohn Jacopo kam im März 1955 zur Welt. Seine Frau arbeitete für das Teatro Stabile in Bozen. Fo und Rame hatten 1956 gemeinsam Rollen in dem Film Lo svitato, weitere folgten.
Die Rückkehr nach Mailand 1959 war verbunden mit der Gründung ihres eigenen Ensembles. Fo schrieb Stücke, schauspielerte, führte Regie und entwarf Kostüme und Bühnenbilder. Rame übernahm die Kassenführung und den Papierkrieg. Die Uraufführungen fanden im Piccolo Theater statt und sie brachen dann alljährlich zu Tourneen in ganz Italien auf.
Das Stück Erzengel spielen nicht am Flipper, 1960, fand große nationale Beachtung. Weitere Bühnenerfolge folgten. Bereits 1961 wurden Fos Stücke in Schweden und Polen adaptiert und auf die Bühnen gebracht.
Für die Fernsehshow Canzonissima im RAI 1962 war Fo Autor und Regisseur. Er bildete dort das Leben gewöhnlicher Menschen ab, was beim Publikum sehr gut ankam. Nur eine Episode, in der ein Journalist von der Mafia ermordet wurde, verärgerte indes die Politiker. Fo und Rame erhielten Morddrohungen und wurden unter Polizeischutz gestellt. Die italienische Schauspielergewerkschaft setzte aus Solidarität bei ihren Mitgliedern durch, dass sie nicht an ihrer Stelle als Ersatz zur Verfügung standen. Beide wurden für 15 Jahre von der RAI gesperrt.
Von 1968-1970 leitete er die Theaterkooperative "Nuova Scena".
1997 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
Fo hat mehrfach als Opernregisseur gearbeitet, so etwa in Amsterdam (Il barbiere di Siviglia von Gioachino Rossini) oder beim Rossini Opera Festival in Pesaro, wofür er auch jeweils das Bühnenbild entwarf.
Die Idee des versteckten Theaters ist, Stücke/Situationen nicht in einem ausgewiesenen Theater auf einer Bühne aufzuführen, sondern ohne Wissen der Zuschauer an alltäglichen Orten (Supermarkt, Bushaltestelle, Fußgängerzone, ...) im mehr oder weniger öffentlichem Raum. Ziel ist, den künstlichen Rahmen des Theaters zu sprengen und die Fragestellungen der Stücke in die Realität zurückzuholen, aus der sie stammen. Stücke von Dario Fo kamen dabei aufgrund ihrer Sozialkritik häufig zum Einsatz. Er selbst wurde mehrere Male von der Bühne weg verhaftet.
- deutsche Titel, Originalerscheinungsjahr soweit bekannt in Klammern -
Commedia dell'arte, Satire, Parodie, Farce, Komödie, Theaterkooperative, Antiklerikalismus, Anarchie, Spaßguerilla, Jewgenij Grischkowez
Bühnenbildner | Italienischer Komponist | Schauspieler | Theaterregisseur | Opernregisseur | Nobelpreisträger für Literatur | Theaterleiter | Drehbuchautor | Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Italienisch) | Drama | Satire | Pataphysik | Geboren 1926
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