Daniel Ortega Saavedra (* 11. November 1945 in La Libertad, Chontales) war von 1985 bis 1990 Präsident von Nicaragua und ist Vorsitzender der Frente Sandinista de Liberación Nacional (FSLN).
Ortega studierte Jura in Managua. 1963 trat er der FSLN bei. 1967-1974 war Ortega inhaftiert und wurde anschließend nach Kuba ausgeflogen. 1976 kehrte er nach Nicaragua zurück.
Ortega war einer der die FSLN befehligenden Comandantes, die am 19. Juli 1979 den nicaraguanischen Diktator Anastasio Somoza Debayle durch die Revolution stürzten. Seitdem gehörte Daniel Ortega der fünfköpfigen Regierungsjunta an, zu der auch Violeta Barrios de Chamorro gehörte. In Folge errichtete die FSLN eine sozialistisch geprägte Regierung mit enger Anlehnung an den Warschauer Pakt und Kuba.
Ortega und die Sandinisten verfolgten ein bei der Mehrheit der Bevölkerung populäres Programm, das auch international eine breite Sympathisantenbewegung für sich gewinnen konnte. Eine breit angelegte Bildungskampagne bei Erwachsenen führte zu einer deutlichen Senkung der Analphabetenrate, indigene und bäuerliche Kunst und Kultur wurden gepflegt. Schulen wurden im ganzen Land gegründet. Das Gesundheitswesen wurde ebenfalls weiterentwickelt, auch hier gelang es, auf dem Lande Krankenstationen zu etablieren, die erstmals ein wenigstens notdürftiges Hygieneprogramm verbreiteten.
Ein weiteres innenpolitisches Vorhaben war die Entwicklung der Frauenrechte. Dieses Programm knüpfte an den Bekanntheitsgrad von sandinistischen Heldinnen an. Im durch und durch machistischen Nicaragua war das ein bemerkenswerter Vorgang, der auch zum späteren Wahlerfolg von Violeta Chamorro beigetragen hat.
Nach einer Verfassungsreform wurde Daniel Ortega im November 1984 mit 63% der Stimmen zum Präsidenten gewählt und trat sein Amt am 10. Januar 1985 an. Das Ergebnis der Wahlen wurden von den USA allerdings nicht anerkannt.
Die Präsidentschaftswahl im Februar 1990 verloren Ortega und die FSLN gegen Violeta de Chamorro und ein aus 14 Parteien bestehendes anti-sandinistisches Oppositionsbündis. Ausschlaggebend für das Wahlergebnis war es nach Einschätzung von Beobachtern, dass die Bevölkerung des von den USA mit Hilfe der Contras immer wieder angestachelten Bürgerkriegs überdrüssig war.
1996 und 2001 trat Ortega erneut erfolglos als Präsidentschaftskandidat der FSLN an.
Im Mai 1998 verklagte ihn seine 30jährige Stieftochter offiziell wegen sexueller Gewalt. Sie warf (und wirft) ihm vor, sie von 1978 bis 1998 mehrfach sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben. Als ein Strafgericht in Nicaragua das Verfahren eröffnete, erklärte die Verteidigung Ortegas dieses sofort für ungültig, da Daniel Ortega als Abgeordneter Immunität genieße. Im Juni wurde das Verfahren tatsächlich ausgesetzt, da die Klage erst behandelt werden könne, wenn der Kongress Ortegas Immunität aufhebe.
Im Dezember 2000 verzichtete Daniel Ortega auf seine parlamentarische Immunität und gab an, er wolle vor Gericht beweisen, dass seine Stieftochter lüge. Dies war möglicherweise ein planvoll durchgeführtes Manöver, da Ortega gewusst haben könnte, dass die Anklage nach nicaraguanischem Recht verjährt war.
Mann | Nicaraguaner | Präsident (Nicaragua) | Revolutionär | Geboren 1945
Daniel Ortega | Daniel Ortega | Daniel Ortega | Daniel Ortega | Daniel Ortega | Daniel Ortega | Daniel Ortega
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Daniel Ortega".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world