Die DaimlerChrysler AG ist ein deutsch-amerikanischer Hersteller von PKW und Nutzfahrzeugen für zivilen und militärischen Einsatz sowie Finanzdienstleistungen mit Hauptsitz in Stuttgart und Auburn Hills, Michigan (USA). Die Firma entstand 1998 durch die Fusion der Chrysler Corporation (USA) mit der Daimler-Benz AG (Deutschland) zu einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht.
Kennzahlen
Mit 382.724 Mitarbeitern erzielte DaimlerChrysler im Geschäftsjahr
2005 einen
Umsatz von 149,8 Mrd Euro. Im Jahr
2005 wurden 4.029.800
Personenwagen und 824.900
Nutzfahrzeuge abgesetzt. Wichtigste Märkte sind die
Vereinigten Staaten von Amerika sowie die Länder der
Europäischen Union (45,2 bzw. 33,4 Prozent des Konzernumsatzes).
Marken
Die DaimlerChrysler AG bzw. ihre Konzerntöchter entwickeln, produzieren und vertreiben
Pkw der
Marken
- Chrysler Group:
- Chrysler
- Dodge
- Jeep
- Die Chrysler Group ist weiterhin im Besitz weiterer Marken, die sie im Augenblick nicht aktiv vertreibt u.a. finden sich darunter:
Folgende Nutzfahrzeug-Marken gehören zu der DaimlerChrysler AG:
außerdem werden
- Panzer-, Schiffs-, und Flugzeugmotoren, Getriebe und Achsen hergestellt
Im Bereich der Telematik für Nutzfahrzeuge ist DaimlerChrysler mit der Marke FleetBoard vertreten.
Zudem liefert DaimlerChrysler über die Marke Mercedes-Benz die Motoren für den Formel 1-Rennstall
Auch der Dienstleistungsbereich spielt für DaimlerChrysler eine wichtige Rolle. Zu DaimlerChrysler zählen die Banken
- DaimlerChrysler Financial Services
- DaimlerChrysler Bank
Aktiengesellschaft
DaimlerChrysler Aktien werden an der Deutschen Börse unter dem Kürzel DCX,
WKN 710000, an den internationalen
Börsen (
ISIN DE0007100000) als auch im
Dax notiert.
Vorstandsvorsitzender ist seit dem 1. Januar 2006 Dieter Zetsche, Aufsichtsratsvorsitzender ist seit dem Jahr 1997 Hilmar Kopper.
Den größten Aktienanteil am Unternehmen hielt bis zum 28. Juli 2005 die Deutsche Bank. An diesem Tag stieß die Bank innerhalb von einer halben Stunde 35 Millionen DaimlerChrysler-Aktien im Wert von 1,4 Mrd. Euro an institutionelle Anleger ab und reduzierte so den Anteil von 10,4 auf 6,9 %. Größter Anteilseigner ist jetzt das Emirat Kuwait mit 7,5 %.
Am 22. November 2005 verkaufte die Deutsche Bank weitere 25 Millionen Aktien zu 42,86 EUR je Stück. Damit ist der Großaktionär heute nur noch zu 4,4 % an DaimlerChrysler beteiligt. Neben 7,5 % in Kuwait befinden sich weitere 2,2 % in den Händen von Dubai International Capital (Stand: 23. November 2005), der restliche Anteil (85,9 %) der Aktien befindet sich im Streubesitz.
Bestellter Abschlussprüfer der DaimlerChrysler AG ist die KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG.
Beteiligungen
sowie zahlreiche weitere.
Unternehmensgeschichte
Geschichte von Daimler-Benz bis 1998
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1883 ließ sich
Gottlieb Daimler erstmals Patentrechte für einen "Gasmotor mit
Glührohrzündung" sowie für die "Regulierung der Geschwindigkeit des Motors durch Steuerung des Auslassventils" sichern. Die beiden Patente waren die Grundlage für den weltweit ersten schnell laufenden Verbrennungsmotor. Drei Jahre später ließ sich
Carl Friedrich Benz das "Automobil", ein dreirädriges Fahrzeug mit Verbrennungsmotor und elektrischer Zündung, patentieren. Die aus den Arbeiten beider Automobilpioniere hervorgegangenen Unternehmen "Benz & Co Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim" (
Benz & Cie. ab 1899) und "
Daimler-Motoren-Gesellschaft" fusionierten am
28. Juni 1926 zur Daimler-Benz AG mit Sitz in
Berlin.
Wilhelm Friedle, Betriebsdirektor der Daimler-Benz AG Werk Sindelfingen von 1927-1935 brachte das Fließband aus den USA nach Deutschland.
Immer wieder hat sich das Unternehmen in den folgenden Jahren als Innovationsführer auf dem Automobilmarkt gezeigt -so wurden 1951 die Sicherheitsfahrgastzelle, 1981 der Airbag und der Gurtstrammer als Neuentwicklungen eingeführt.
1962 beschäftigte die Daimler-Benz AG 90.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 4,4 Milliarden DM.
1972 waren 149.800 Mitarbeiter bei Daimler-Benz beschäftigt und erzielten einen Jahresumsatz von 13,3 Milliarden DM.
Ab Mitte der 1980er Jahre expandierte das Unternehmen unter seinem Vorstandsvorsitzenden Edzard Reuter in andere Bereiche: Der Konzern erwarb die Dornier GmbH, die MTU Motoren- und Turbinen-Union, Fokker sowie die AEG. Aus Teilen dieser Tochterunternehmen wurde die "Deutsche Aerospace AG" (DASA) geformt. Ebenfalls schloss man die konzerneigene Verkehrstechnik-Sparte mit derjenigen von ABB zusammen. Die daraus entstandene Tochter Adtranz war 100%-ige Tochter von Daimler-Benz. Neu gegründete Tochterunternehmen waren die "Deutsche Airbus GmbH" und die "Daimler-Benz Inter Services" (debis), so dass der Konzern inklusive der Autosparte nunmehr aus vier Konzernbereichen bestand.
1989 beschäftigt die Daimler-Benz AG (mit AEG) 368.200 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 76,392 Milliarden DM. 1990 erhöht sich der Umsatz auf 85,500 Milliarden DM.
Nach der Übernahme des CEO-Postens durch Jürgen Schrempp 1995 erfolgte eine stetige Abkehr von Reuters Traum des "integrierten Technologiekonzerns". Verlustbringer wie Fokker, AEG, Adtranz und Dornier wurden (teilweise unter enormen Kosten) abgestoßen, obwohl Schrempp z. B. den Kauf von Fokker als DASA-Chef einst selbst in die Wege geleitet hatte.
Chrysler Headquarters Auburn Hills 20060624.jpg
Geschichte von Chrysler bis 1998
Nachdem
Walter P. Chrysler 1920 als Vizechef von
General Motors zurücktrat, nahm er ein Angebot von
Willys-Overland an und wurde geschäftsführender Vizepräsident des Unternehmens. Unter seiner Ägide kehrte das zuvor stark defizitäre Unternehmen in die Gewinnzone zurück. Parallel dazu belebte Walter P. Chrysler die traditionsreiche
Maxwell Motor Company wieder.
1925 fusionierten beide Unternehmen zur neuen Chrysler Corporation.
1928 übernahm das neue Unternehmen die Dodge Brothers Inc (ein Unternehmen, das mehr als viermal so groß wie Chrysler selbst war) und wurde damit zum drittgrößten Automobilbauer der USA. Marken des Konzerns waren bereits zu diesem Zeitpunkt: Chrysler, Dodge, Imperial, DeSoto und Plymouth.
1987 erwarb Chrysler die American Motors Corporation (AMC), wodurch auch die Marke Jeep in den Besitz Chryslers überging.
Geschichte von DaimlerChrysler ab 1998
1998 fusionierten die beiden Unternehmen in einer "Merger of Equals" ("Fusion unter Gleichen") zur neuen DaimlerChrysler AG. Das neue Unternehmen hat seinen Sitz zwar in
Stuttgart, der Vorstand (zunächst paritätisch von beiden Konzernteilen besetzt) tagt jedoch wechselnd in
Stuttgart und
Auburn Hills.
Nach zwei Jahren erklärte der Co-Vorsitzende Robert Eaton seinen Rücktritt, so dass Jürgen Schrempp zum alleinigen Vorstandsvorsitzenden wurde. Jürgen Schrempp hat sein Amt am 1. Januar 2006 an Dieter Zetsche weitergegeben. Nach und nach verschob sich auch das Stimmenverhältnis im Vorstand immer mehr zugunsten der deutschen Mitglieder.
Aktuelle Ereignisse
Kurz nach seinem Amtsantritt zum
1. Januar 2006 kündigte der neue DaimlerChrysler-Chef
Dieter Zetsche einen weiteren
Stellenabbau an. In der Konzernverwaltung werden in den nächsten drei Jahren 6.000 Stellen abgebaut.
Zetsche war am 1. September 2005 neuer Vorstand für die Marke Mercedes-Benz geworden. Zunächst war 2004 Wolfgang Bernhard als Nachfolger von Jürgen Hubbert für den Chefposten bei Mercedes-Benz vorgesehen, wurde jedoch kurz vor Amtsantritt unter mysteriösen Umständen seines Vorstandsbereiches enthoben und verließ das Unternehmen. Heute ist Wolfgang Bernhard Markenchef von Volkswagen. Am 1. Oktober 2004 wurde Eckhard Cordes zum Markenchef von Mercedes-Benz berufen. Unter seiner Leitung wurde die Sanierung der mittlerweile angeschlagenen Marke Mercedes-Benz begonnen. Doch bereits nach kurzer Amtszeit verließ am 31. August 2005 auch Cordes das Unternehmen, nachdem bekannt wurde, dass Zetsche den Vorstandsvorsitz der DaimlerChrysler AG in Nachfolge von Schrempp übernehmen würde.
Dieter Zetsche wird nach eigenen Aussagen neben seiner Position als Vorstandsvorsitzender der DaimlerChrysler AG auch über den 31. Dezember 2005 hinaus Chef von Mercedes-Benz bleiben.
Im Zuge der Sanierung von Mercedes-Benz sollen in den Jahren 2005 bis 2008 ca. 14.000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Dies soll erreicht werden mit Abfindungsangeboten, Vorruhestandsregelungen, Versetzungen und durch Fluktuation. Dabei soll der Beschäftigungspakt, der bis 2012 gültig ist, eingehalten werden.
Am 11. November 2005 wurden die verbliebenen 12,4% der Anteile an der Mitsubishi Motors Corp. verkauft.
Übernahme anderer Firmen
Im Lauf der Jahre beteiligte sich DaimlerChrysler (bzw. Daimler-Benz) an zahlreichen Firmen, übernahm diese ganz oder hatte zumindest großen Einfluss. Die größeren davon waren:
Produktionsstätten
DaimlerChrysler unterhält Produktionsstätten in 17 Ländern:
Deutschland,
Österreich,
USA,
Kanada,
Mexiko,
Frankreich,
Spanien,
Türkei,
China,
Indien,
Indonesien,
Argentinien,
Brasilien,
Venezuela,
Ägypten,
Südafrika (
DaimlerChrysler South Africa),
Australien.
DaimlerChrysler plante für 2006 den Bau der ersten Produktionsstätte in Russland. In Sankt Petersburg sollten C- und E-Klasse-Modelle und auch Chrysler-Modelle produziert werden. Die Entscheidung wurde aufgrund steuerlicher Nachteile durch die unterschiedlichen Zölle für Teil- und Komplettmontage vorerst vertagt. Die Gespräche mit der russischen Regierung werden indes fortgesetzt.
Eine Auswahl von Werken der Mercedes Car Group und Commercial Vehicles:
DaimlerChrysler-Werk in Stuttgart-Untertürkheim
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- Standort: DaimlerChrysler AG Werk Untertürkheim Mercedesstraße 137 70546 Stuttgart
- Produktionsfläche: 861.000 m²
- Fabrikgelände: 2.047.258 m²
- Produkte: Motoren, Achsen und Getriebe für Mercedes-Benz PKW
- Mitarbeiter: 19.714 (Stand 31.Dezember 2005)
- Stuttgart-Möhringen war bis 2005 Sitz der Konzernzentrale. Es wurde beschlossen, die Zentrale von Stuttgart-Möhringen in die Mercedes-Zentrale nach Stuttgart-Untertürkheim zu verlegen.
- Stuttgart-Untertürkheim ist die Heimat der Entwicklungsabteilungen für Mercedes-Benz Pkw-Motoren, Achsen und Getrieben (Mercedes-Benz Technology Center) sowie für Transporter (Van Technology Center).
- Im Werk Untertürkheim werden seit 1904 Motoren, Getriebe und Achsen produziert und an Produktionswerke in aller Welt versendet.
Zum DaimlerChrysler-Werk Untertürkheim gehören insgesamt sieben Werkteile:
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- Untertürkheim,
- Bad Cannstatt,
- Hedelfingen,
- Zuffenhausen,
- ES-Mettingen,
- ES-Brühl sowie
- ES-Sirnau.
2004 feierte das Werk sein 100-jähriges Bestehen.
Die meisten Motoren für Pkws und Transporter, sowie alle Getriebe und Achsen für Mercedes-Benz Pkws werden hier produziert. Auch die Motoren der Formel-1-Wagen und Formel-3-Wagen werden hier entwickelt und auf ihre Ausdauer getestet.
DaimlerChrysler-Werk in Sindelfingen
Das Werk
Sindelfingen, 15 km südlich von
Stuttgart, ist das größte Werk des Konzerns.
- Im Werk befindet sich das zweite „Mercedes-Benz Technology Center“ (PKW-Entwicklungsabteilungen) für Design, Karosserie und Fahrwerk.
- Personalstand am Standort: 29.906 Mitarbeiter (Stand 2005)
- Produktionsfläche: 1.170.000 m²
- Fabrikgelände: 1.890.000 m²
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Geschichte Werk Sindelfingen
- 1915 Gründung des Werkes durch die Daimler-Motoren-Gesellschaft. Herstellung von Flugmotoren und Flugzeugen.
- 1919 Fabrikation der ersten Automobilkarosserie in Sindelfingen.
- 1926 Nach der Fusion der Daimler-Motoren-Gesellschaft und Benz & Cie. wird der gesamte Karosseriebau in Sindelfingen zusammengefasst.
- 1927 Erstmals Fließbandfertigung im Werk.
- 1929 Erstes Presswerk in Sindelfingen. Die „Sindelfinger Karosserie“ wird zum Qualitätsbegriff.
- 1938 Das Werk beschäftigt 6.500 Mitarbeiter.
- 1945 Beginn des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Produktion des Lieferwagens Typ 170.
- 1948 Verlegung der Personenwagen-Endmontage von Untertürkheim nach Sindelfingen. 5.100 Personenwagen des Typs 170 V werden gefertigt. Herstellung von Omnibussen.
- 1950 Ausbau des Werkes. Aufgrund der steigenden Produktion wird der Zweischichtbetrieb eingeführt.
- 1955 Der Wiederaufbau des Werkes ist weitgehend abgeschlossen. Die Fertigung wird modernisiert und rationalisiert. Gesamtproduktion : 80.500 Pkw.
- 1960 Das Werk beschäftigt 20.000 Mitarbeiter. Jahresproduktion: 123.000 Pkw.
- 1963 Der „Große Mercedes“ Typ 600 wird ausgeliefert.
- 1968 Das Werk beschäftigt 23.000 Mitarbeiter, davon ca. 20% ausländische Gastarbeiter.
- 1970 Jahresproduktion: 280.000 Pkw.
- 1974 Ölkrise: Dennoch bleiben Produktion und Personalstand stabil auf hohem Niveau.
- 1980 Grundsteinlegung für das neue Kundencenter.
- 1986 100. Jubiläum des ersten Automobils. Sindelfingen produziert 435.000 Pkw. Der 3-Wege-Katalysator wird serienmäßige Ausstattung bei Mercedes-Benz.
- 1993 Einführung von lösemittelreduzierten Wasserbasislacken in der Oberflächenbehandlung.
- 1995 Mit der Grundsteinlegung für das neue Designgebäude beginnt der Bau des neuen Technologiezentrums.
- 1998 Anlauf S-Klasse Baureihe 220. Einführung Strukturkleben im Karosseriebau.
- 1999 Umbau des Kundencenters zur „Erlebniswelt“ der Marke Mercedes-Benz.
- 2000 Eröffnung des „Mercedes Event Center“ für Konzerte und ähnliche Events. Anlauf der 2. Generation C-Klasse (BR 203). Fertigstellung des Mercedes-Benz Technology Centers (MTC)
- 2002 Anlauf der neuen E-Klasse Baureihe 211. Produktionsbeginn der Marke „Maybach“ in der Manufaktur.
- 2003 Anlauf des neuen T-Modells der E-Klasse.
- 2004 Anlauf der neuen CLS-Klasse. Viertüriges Coupé.
- 2005 Anlauf der neuen S-Klasse Baureihe 221.
In der Produktion werden folgende Klassen gefertigt und montiert:
Homepage des Werk Sindelfingen
DaimlerChrysler-Werk in Rastatt
Mercedes Kundencenter Rastatt 2005-06-15.jpg
Das DaimlerChrysler Werk in Rastatt war ursprünglich als drittes PKW-Montagewerk neben Sindelfingen und Bremen geplant, als Parallelwerk zu Sindelfingen zur Produktion der damaligen Baureihe W 124. Das Werk war von einer gemeinsamen Projektgruppe aus Daimler-Benz-Vorstand und Gesamtbetriebsrat als moderne, "humane Fabrik" konzipiert worden, in dem die Bandfertigung auf ein Minimum reduziert und moderne Fertigungsmethoden, wie Boxenfertigung, Mitfahrbänder und Gruppenarbeit zum Einsatz kamen.
Im Januar 1992 wurde das Daimler-Benz PKW-Montagewerk in Rastatt selbständiges Werk.
Bis 1996 wurden dort mit knapp 1500 Beschäftigten die Mercedes Benz E-Klasse für den amerikanischen Markt gebaut.
Danach wurde das Werk für ein halbes Jahr geschlossen und komplett für die Produktion der Mercedes Benz A-Klasse umgebaut. Die modernen, "humanen" Fertigungsmethoden traten dabei zugunsten der klassischen Bandfertigung wieder in den Hintergrund. 1997 kehrten die an die Standorte Sindelfingen, Gaggenau und Wörth entsandten Arbeiter des Werkes Rastatt an ihre ursprüngliche Wirkungsstätte zurück und produzieren dort seitdem die A-Klasse. Im Oktober 1997 erlebte das Werk mit dem "Elchtest", einem nur in Schweden durchgeführten extremen Brems- und Ausweichmanöver, einen Schock: Die A-Klasse kippte um. In einer dreimonatigen Auslieferungspause, während der erneut zahlreiche Mitarbeiter in anderen Werke abgeordnet waren, wurde die A-Klasse mit modifiziertem Fahrwerk und serienmäßig eingebautem Elektronischen Stabilitätsprogram (ESP) verbessert.
Die Belegschaft wuchs bis zum Jahr 2001 auf über 5000 Beschäftigte an.
Im Jahre 2004 musste die Fläche des Werkes nochmals vergrößert und umgebaut werden, da nun eine zweite Baureihe produziert werden sollte: Die Mercedes-Benz
B-Klasse.
Das Werk
Rastatt ist die neueste Produktionsstätte der
Mercedes Car Group. Dort werden heute 6.828 mit Beschäftigten (Dezember 2005) folgende Modelle gefertigt:
DaimlerChrysler-Werk in Bremen
Das DaimlerChrysler-Werk in
Bremen ist mit 14.786 Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber in Bremen und nach
Sindelfingen das zweitgrößte Produktionswerk im DaimlerChrysler-Verbund. Es befindet sich im östlichen Bremer Stadtteil
Sebaldsbrück. Der Standort war ab
1938 von
Borgward als Stammwerk gebaut worden und wurde – nach dem Konkurs von Borgward – von
Hanomag für den Bau von leichten Lkw und Baumaschinen übernommen. Daimler-Benz beteiligte sich
1969 an
Hanomag-Henschel und übernahm die Firma wenig später ganz, wodurch das Werk in den Daimler-Benz-Konzern integriert wurde. Anfangs wurden dort der
Harburger Transporter und der Nachfolger
Mercedes-Benz T 1 gebaut, später das
T-Modell des
W123.
Zurzeit werden folgende Klassen gefertigt:
Aufgrund seiner Nähe zu den bundesdeutschen Häfen, vor allem dem PKW-Hauptumschlagplatz Bremerhaven, produziert das Werk Bremen insbesondere auch für den Export nach Übersee.
2004 war mit 280.000 produzierten Mercedes-Benz PKW das bisher erfolgreichste Jahr in der Geschichte des Werkes.
Aufgrund von Beschäftigungsüberhängen für 2005 und 2006 wird die Zahl der Arbeitsplätze im Bremer Werk derzeit verringert. Allerdings basiert diese Verringerung nicht auf Kündigungen, sondern ist zeitbegrenzt und geschieht in einer für den Konzern bisher beispiellosen Aktion. Auf freiwilliger Basis wechseln viele Bremer Mitarbeiter für einen begrenzten Zeitraum in die Werke Hamburg, Berlin, Mannheim, Wörth, Düsseldorf und Rastatt, um dort fehlende Kapazitäten zu ergänzen. In der zweiten Runde dieser Aktion werden ab Mitte 2005 dann aber auch Mitarbeiter an diese Standorte delegiert.
DaimlerChrysler-Werk in Wörth
Das Werk in
Wörth am Rhein ist das weltgrößte Lastwagenmontagewerk. Seit 1965 werden hier LKW montiert, seit 2002 auch der
Unimog. Produktpalette:
- Actros (schwere Klasse)
- Atego
- Axor
- Econic
- Unimog
Das Werk in Wörth ist auch das Abrechnungswerk für die G-Klasse die in Graz entwickelt und gebaut wird.
DaimlerChrysler-Werk in Mannheim
Im Werk
Mannheim werden Motoren für LKW und Transporter montiert. In der eigenen Gießerei werden neben Zylinderkurbelgehäusen, Schwungscheiben und Zylinderköpfen auch die LKW-Achsen gegossen. Des Weiteren werden in Mannheim Fahrzeuge (z. B. E-Klasse, Sprinter) auf
Erdgasantrieb umgerüstet sowie Brennstoffzellenfahrzeuge gebaut.
In Mannheim befindet sich das Werk von
EvoBus, hier werden die
Mercedes-Benz und
Setra Stadtbusse gebaut sowie die Rohkarrossen für die Reisebusfertigung in
Ulm.
DaimlerChrysler-Werk in Gaggenau
Das Werk in
Gaggenau wurde bereits im Jahre 1894 als Bergmanns Industriewerk gegründet. Damals wurden Dampfmaschinen und
Automaten gefertigt. Im Jahre 1895 wurde im Murgtal mit dem "Orient Express" das erste Serienauto produziert. Es ist somit das
älteste Automobilwerk der Welt. Bereits drei Jahre später produzierte man am Fuße des Schwarzwaldes die ersten Lkws und Omnibusse.
Mit der Produktion einer "Vorrichtung zur Änderung der Geschwindigkeit von Motorfahrzeugen" begann im Jahre 1895 auch die Geschichte des Getriebebaus in Gaggenau. 1907 wurde die Fabrik durch Benz in Mannheim übernommen. Durch Fusion von Daimler und Benz kam das Werk 1926 zur Daimler-Benz AG.
DaimlerChrysler in Gaggenau ist heute das zentrale Getriebewerk im weltweiten Produktionsverbund. Zu den Produkten zählen manuelle
und automatisierte Schaltgetriebe, Nutzfahrzeugachsen (AP und Portalachsen) und Drehmomentwandler für Pkw-Automatikgetriebe. Weiterhin werden Produkte im Bereich der Zerspanungstechnologie, Umformtechnik (Pressteile für Mercedes A- und B-Klasse) und Dienstleistungen im Bereich der internationalen Logistik angeboten.
Bis zum Jahr 2002 wurde hier auch der Unimog gefertigt.
Das Werk in Gaggenau beschäftigt ca. 6.140 Mitarbeiter und ist damit der größte Arbeitgeber in der Region.
DaimlerChrysler-Werk in Düsseldorf
Das Werk in
Düsseldorf produziert Transporter von
Mercedes-Benz und den
VW LT.
1958 übernahm Daimler-Benz die
Auto Union, zu der auch das
DKW-Werk in Düsseldorf gehörte.
1964 verkaufte Daimler-Benz die Auto Union an
Volkswagen, wobei die Werke Düsseldorf und
Vitoria bei Daimler-Benz verblieben. Das Werk prägte den inoffiziellen Namen "Düsseldorfer Transporter" oder auch
DüDo für den dort gefertigten
Mercedes-Benz T 2.
Zurzeit in Düsseldorf produzierte Fahrzeuge:
- Sprinter (offene und geschlossene Baumuster)
- ab 2006 der Sprinter Nachfolger (die geschlossenen Baumuster des NCV3)
Des Weiteren werden Sprinter zerlegt in die USA geliefert, wo sie wieder montiert werden. Dadurch umgeht man die hohen Zölle auf fertige Automobile (CKD).
DaimlerChrysler-Werk in Ludwigsfelde (bei Berlin)
1936 errichtete Daimler Benz in
Ludwigsfelde ein Werk für Flugzeugmotoren. Während des Krieges arbeiteten hier 11.000 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter für den damaligen nationalsozialistischen Musterbetrieb. 1943/44 existierte in der sogenannten "Deutschlandhalle" ein Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück, 1.100 weibliche KZ-Häftlinge wurden zur Zwangsarbeit im Flugzeugmotorenwerk eingesetzt.
Nach dem Krieg wurden hier ab
1952 die
Motorroller Wiesel und Pitty produziert. Von
1961 bis
1990 produzierte das Werk die LKW
IFA W50 und ab
1988 den
L60. Das Werk wurde 1990 an Mercedes-Benz rückübertragen und produziert diese Transporter:
DaimlerChrysler-Werk in Hamburg
Das Werk
Hamburg-Harburg mit seinen 2.480 Mitarbeitern (davon viele noch im indirekten Bereich) stellt keine fertigen Fahrzeuge mehr her. Vielmehr werden dort die
Achsen,
Lenksäulen sowie andere Systemelemente für nahezu alle Modelle der Marken
Mercedes-Benz und
Chrysler gefertigt. Es handelt sich um das ehemalige
Tempo-Werk, das
1965 von
Hanomag übernommen worden war. Durch die Übernahme von
Hanomag-Henschel kam Daimler-Benz zu Beginn der
1970er-Jahre in den Besitz des Werks. Der Standort prägte aufgrund der dort gefertigten Fahrzeuge den Begriff "
Harburger Transporter".
McLaren-Werk in Woking / England
Das Werk Woking ist der Hauptsitz der
McLaren Cars ltd, welche mittlerweile eine Tochtergesellschaft (Aktienmehrheit) von DaimlerChrysler ist. Hier wird der McLaren MP4-21 hergestellt, mit dem
McLaren-Mercedes in der
Formel 1 Weltmeisterschaft 2006 mitfährt. Ebenso wird im Werk Woking der
Supersportwagen Mercedes-Benz SLR McLaren hergestellt.
DaimlerChrysler-Werk in Kassel
Hier werden seit
1978 mit 3.024 Mitarbeitern Achsen für Nutzfahrzeuge des Konzerns produziert. Es handelt sich um das ehemalige Nutzfahrzeugwerk von
Henschel, das Daimler-Benz durch die Übernahme von
Hanomag-Henschel integrieren konnte.
Am 2. Oktober 1902 übernimmt die
Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) die marode Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin AG in Marienfelde. Am Anfang wurden zunächst noch Boots- und Schiffsmotoren produziert, ab 1905 werden bereits Lkw und Busse vom Band produziert.
In Marienfelde ließ der Daimler-Benz Konzern für seine kriegswichtige Produktion mehr als 3.700 (Ende 1944) ZwangsarbeiterInnen für sich arbeiten; zudem zwang man französische, sowjetische und polnische Kriegsgefangene in diesem Rüstungsbetrieb tätig zu sein. In Marienfelde existierte von Ende September 1944 bis Mitte April 1945 auch eine Außenstelle des KZ Sachsenhausen.
Das Werk wurde
1907 von der Daimler-Motoren-Gesellschaft zur Produktion von motorisierten Feuerwehrfahrzeugen errichtet. Heute werden hier PKW-Motoren für
Mercedes-Benz gefertigt, u.a. der V12 Zylinder Bi-Turbo-Motor für die S-Klasse und den Maybach, die Motoren für den Smart und seit Mai 2005 der 6 Zylinder Diesel-V-Motor
OM 642.
Das Werk Vitoria gehört seit
1958 zu Mercedes-Benz. Es wurde ursprünglich von
DKW aufgebaut und von Mercedes übernommen, als
DKW kurzzeitig zu Mercedes gehörte.
Hier werden seit 2003 die Modelle der Baureihe
W639 (
Vito und
Viano) produziert. Aus Vitoria kamen auch der
MB 100 und von
1996 bis
2003 die Baureihe
W638 (Vito und
V-Klasse).Es ist das älteste Werk von Daimler-Chrysler.
Dort werden folgende Klassen gefertigt:
DaimlerChrysler Vertriebsorganisaton Deutschland
Die DaimlerChrysler Vertriebsorganisation Deutschland (DCVD) steuert den nationalen Vertrieb der Marken Mercedes-Benz, Chrysler, Jeep, smart und Maybach.
Für die Betreuung von Kunden und die Vermarktung der Fahrzeug- und Dienstleistungsprodukte in Deutschland ist die DCVD bundesweit vertreten.
Literatur
- Peter Grohmann, Horst Sackstetter: Plakat: 10 Jahre Betriebsarbeit bei Daimler-Benz. Rotbuch-Verlag, Hamburg 1982, ISBN 3880222134
- Max Kruk, Gerold Lingnau: Hundert Jahre Daimler Benz. v. Hase und Koehler, Mainz 1986, ISBN 3775811176
- Angelina Sörgel: Daimler-Benz - der Multi im Musterländle. PIW, Bremen 1986, ISBN 3925139060
- Klaus Heidel: Kein guter Stern für die Schwarzen : die Geschäfte von Daimler-Benz im Land der Apartheid. Christen für Arbeit u. Gerechtigkeit Weltweit, Heidelberg 1987, ISBN 3925910018
- Karl Heinz Roth: Die Daimler-Benz-AG 1916 - 1948 : Schlüsseldokumente zur Konzerngeschichte. Greno, Nördlingen 1987, ISBN 3891909551
- Sebastian Bamberg: "... und morgen die ganze Welt": Daimler-Benz - ein Rüstungskonzern auf dem Weg ins 21. Jahrhundert. Pax Christi, Bad Vilbel 1990, ISBN 3928082116
- Jürgen Grässlin: Daimler-Benz. Der Konzern und seine Republik. Droemer Knaur, München 2002, ISBN 3426800640
- Gaby Weber: Daimler-Benz und die Argentinien-Connection : von Rattenlinien und Nazigeldern. Assoz. A, Berlin 2004, ISBN 3935936338
- Jürgen Grässlin: Das Daimler-Desaster: vom Vorzeigekonzern zum Sanierungsfall? Droemer, München 2005, ISBN 3426272679
Siehe auch
Weblinks
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