Das Dachsteingebirge, verkürzt der Dachstein, ist ein stark verkarsteter Hochgebirgsstock der Nördlichen Kalkalpen in den Ostalpen. Das Gebirge befindet sich in Österreich. Anteil haben die Bundesländer Salzburg, Oberösterreich und Steiermark. Das Massiv erreicht im Hohen Dachstein mit 2.995 m seine größte Höhe. Dies ist gleichzeitig der zweithöchste Gipfel der Nördlichen Kalkalpen sowie der höchste Gipfel Oberösterreichs und der Steiermark.
Kenner der Alpen bezeichnen das Dachsteingebirge als großartigsten und schönsten Gebirgsstock der Nördlichen Kalkalpen. Das Gebirge verfügt über die größten Gletscher der Nördlichen Kalkalpen. Die Seenlandschaft im Norden, die Hochflächen und Gletscher in der Mitte sowie die höchsten Steilwände der Nördlichen Kalkalpen im Süden untermauern die herausragende Bedeutung dieser Untergruppe.
Das Dachsteingebirge grenzt an die folgenden anderen Untergruppen der Alpen:
Das gesamte Massiv umfasst etwa 20 x 30 km mit Dutzenden Gipfeln über 2.500 m, deren höchste im Südwesten und Süden liegen:
Im Massiv befinden sich drei großen Eisflächen. Sie bilden die nördlichsten und östlichsten Gletscher der Alpen.
Durch seine exponierte Lage zwischen Hallstätter See, dem Tal der Traun, dem breiten Ennstal und einigen nur niedrigen Pässen hat er großen Einfluss auf das lokale Wetter.
Nach Osten schließt sich die große Karsthochfläche "Auf dem Stein" an, die weiter östlich in das Kemetgebirge (Stoderzinken, Kammspitze) und den Grimming übergeht.
Im Westen geht das Dachsteinmassiv in den schroffen Gosaukamm über, dessen isoliert stehende Bischofsmütze (2.458 m) trotz ihres brüchigen Gesteins zum Klettern sehr beliebt ist. Im Norden des Massivs, im Einzugsgebiet der Traun, liegen die bekannte Riesen-Eishöhle und die Koppenbrüller Höhle (Tropfstein).
Der Dachstein ist ein typisches Karst-Gebiet und so existieren unzählige Höhlen. Am Nordrand befinden sich u. a. einige der größten Höhlen Österreichs wie z. B. die Dachstein-Mammuthöhle und die Hirlatzhöhle.
Der Dachstein ist bekannt für sein großes Fossilienvorkommen. So führt etwa der Linzer Weg direkt über sogenannte "Kuhtritte" (Muschelreste).
Der massigere Dachstein-Riffkalk baut unter anderem den markanten Gosaukamm auf.
1819 wird der Torstein, der westlichste Gipfel in der Dachsteinsüdwand, erstmals von Jakob Buchsteiner bestiegen; 1832 folgt der Hauptgipfel, der Hohe Dachstein, durch Peter Gappmayr.
Friedrich Simony widmete im 19. Jahrhundert viele Jahre der Erforschung des Gebietes. Im Jahr 1847 führte er die erste Winterbesteigung durch. Simony legte auch zahlreiche Wege und Hütten an, um den Dachstein für andere zugänglich zu machen. Am 14. August 1872 ist sein älterer Sohn Oskar Simony der Erste, der am Mitterspitz steht, das ist der dritte große Gipfel im Dachstein-Hauptkamm. Schließlich folgt der jüngere Sohn, Arthur Simony, als Erstbesteiger des Koppenkarsteins am 20. August 1873.
Am 17. Juli 1910 gelingt es Georg Lahner und anderen, tiefer in die Dachstein-Rieseneishöhle vorzustossen. 1910 Beginn der Erforschung der Dachstein-Mammuthöhle, ab 1980 vermehrte Erforschung der Südwandhöhle
Es beginnt die größte Hilfsaktion in der österreichischen Geschichte der alpinen Bergrettung. Erst nach 43 Tagen konnten die letzten beiden Vermissten gefunden werden. Alle Mitglieder der Gruppe sind erfroren.
Das Heilbronner-Kreuz im Dachsteinmassiv ist eine Gedenkstätte, die an dieses Unglück erinnert. Auf dem Heilbronner Hauptfriedhof erinnert ebenfalls ein Dachstein-Gedenkstein an die Tragödie.
Der obersteirische Schriftsteller Peter Gruber versuchte in seinem Roman Tod am Stein (2006) eine literarische Annäherung an die Vorfälle, nachdem er sich für das Heilbronner Stadtarchiv jahrelang mit den Fakten auseinandergesetzt hatte.
Da der Hohe Dachstein als Hauptgipfel der höchste Gipfel Oberösterreichs und der Steiermark ist, wird dieser von vielen Bergsteigern, im Winter als auch im Sommer, besucht. An Tagen mit guten Wetterverhältnissen sind oft über 100 Bergsteiger unterwegs und lange Staus an Schlüsselstellen sind möglich. Aber auch andere Gipfel und Verbindungswege sind beliebte Ziele für hochalpine Wanderungen:
Daneben gibt es zahlreiche Kletterrouten im gesamten Gebiet. Die bekanntesten und interessantesten sind dabei im Bereich der beinahe senkrecht abstürzenden Südwände:
Das Gebiet ist touristisch durch zwei Seilbahnanlagen erschlossen:
Die Via Alpina, ein grenzüberschreitender Weitwanderweg mit fünf Teilwegen durch die ganzen Alpen, verläuft auch durch das Dachsteingebirge.
Der Violette Weg der Via Alpina verläuft mit zwei Etappen durch das Dachsteingebirge wie folgt:
Weitere Attraktionen für den Fremdenverkehr sind:
Im Winter gibt es sowohl an der Süd- als auch an der Nordseite kleine Skigebiete. Bei Skibergsteigern ist die Überquerung des Massivs von Süden (Ramsau) nach Norden (Obertraun oder Hallstatt) sehr beliebt.
Bekannte Talorte sind Hallstatt, Obertraun, Gosau, Schladming, Ramsau am Dachstein und Filzmoos.
Südlich des Hauptgrates (von Westen nach Osten):
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