Die DVD-Video ist eine technische Spezifikation zur Speicherung von Videos auf einem DVD-Datenträger. Dieser Standard wurde vom DVD-Forum geschaffen, um Zukunftssicherheit und problemlose Abspielbarkeit auf allen Geräten zu garantieren, aber nicht zuletzt auch, um das Medium unter der Kontrolle der Filmindustrie zu halten – so können DVDs laut Standard nur auf autorisierten Geräten abgespielt werden. Die DVD-Video ist die bekannteste DVD-Variante, weshalb der Volksmund sie auch unpräzise mit DVD bezeichnet. Andere bekannte Synonyme von DVD-Video sind DVD-Spielfilm oder kurz DVD-Film.
Siehe auch: DVD.
Dies waren die drei Hauptvorgänger der DVD-Video, aus welchen sie die besten Eigenschaften erbte. Die DVD-Video sollte dabei ursprünglich nur kurz DVD heißen, für Digital Video Disc (englisch für digitale Videoscheibe). Der längere Name DVD-Video kam zustande, weil später im DVD-Forum beschlossen wurde, alle CD-Varianten, wie z. B. die Audio-CD, Video-CD und CD-ROM, durch einen gemeinsamen Datenträger mit höherer Speicherkapazität zu ersetzen. So entstanden neben der DVD-Video u. a. die DVD-Audio und die DVD-ROM. Die drei Buchstaben "DVD" wurden anfangs "umgedichtet" zu Digital Versatile Disc (englisch für digitale vielseitige Scheibe). Das DVD-Forum legte aber 1999 fest, dass DVD eine bedeutungslose Buchstabenkombination ist.
Die erste DVD-Video-Spezifikation des DVD-Forums kam Ende 1995 heraus. In den Handel kam die DVD allerdings erst 1997, weil die Filmindustrie auf einer erweiterten Spezifikation bestand, welche ihre klassischen Vermarktungsstrategien unterstützt. Hierzu wurden der DVD-Video zwei technische Verbreitungskontrollen eingebaut, der sogenannte Regionalcode und ein Kopierschutz (siehe 3. Kapitel).
Die ersten DVD-Player – die natürlich auch Audio-CDs wiedergeben konnten – kamen Ende 1997 heraus und kosteten umgerechnet typischerweise etwa 700 bis 900 €. Mit dem immer schnelleren Preisverfall der DVD-Player und auch der zugehörigen Filme bei gleichzeitigen technischen Verbesserungen wuchs die Verbreitung der DVD-Video. Seit Mitte 2004 ist ein DVD-Player für jedermann erschwinglich, mit Preisen ab 40 €.
Seit 2001 werden in Deutschland mehr Spielfilme auf DVD verkauft als auf VHS-Kassetten, vgl. heise-news.
Die DVD-Video wird aber nicht nur zum Abspielen von Kauf-Videos von Filmliebhabern genutzt. In den letzten Jahren ist für den Absatz von DVD-Playern die Käufergruppe, welche primär Fernsehfilme aufzeichnet oder sich ihre Hobbyfilme auf DVD-Video ansehen will, genauso wichtig geworden. Hierzu erstellt der Konsument mit den beschreibbaren DVD-Varianten DVD±R, DVD±RW und DVD-RAM eigene DVD-Videos. Möglich wurde dies, weil die beschreibbaren DVD-Varianten nicht industriell gepresst werden müssen, sondern mit sogenannten DVD-Brennern und DVD-Videorekordern gebrannt werden können. Damit ersetzt die DVD-Video die Videobänder, wie etwa die VHS, S-VHS, Hi8 usw. auch in ihrer letzten Bastion.
Inzwischen gibt es potenzielle Nachfolger für die DVD-Video. Zu nennen sind hier besonders die Enhanced Versatile Disc (EVD), die Finalized Versatile Disc (FVD), die Blu-ray Disc (BD) oder die High Density DVD (HD-DVD). Die eben aufgezählten potenziellen Nachfolger besitzen aber nicht das wichtigste Erfolgskriterium der DVD-Video, ihre schnelle Verbreitung durch einen Konsens der Film- und Geräteindustrie. Ähnlich wie bei der Video-Kassette muss der Markt entscheiden, welcher Nachfolger überleben soll. In der Zwischenzeit wird sich die DVD-Video weiter verbreiten, weil sie die größte Investitionssicherheit bietet.
Für die Filmproduzenten gewinnt die DVD-Video eine immer größere Bedeutung, weil inzwischen deutlich mehr Umsatz mit den Verkauf von DVD-Videos als mit den Kinoaufführungen gewonnen wird. Sichtbarstes Kennzeichen ist, dass einige neue Filme gleichzeitig im Kino und als DVD-Video erscheinen.
Weitere Vorteile, die jedoch nur bei teureren Kauf-DVDs (und auch hier nicht immer) verfügbar sind:
Die Vorgänger der DVD – VideoCD und VHS – hatten diese Nachteile nicht, wenn man den inkompatiblen USA Standard NTSC und den Europäischen PAL Fernsehstandard außer acht lässt.
Manche DVD-Player merken sich die aktuelle Position auf der Disk nicht. Bei VHS-Kassetten bestand dieses Problem nicht, da dort die Position physikalisch durch die Bandposition gespeichert wird.
Aus Sicht der Konsumenten (welche die DVDs bezahlen) kann gesagt werden, dass keiner dieser Punkte die Interessen des Konsumenten vertritt.
Eine DVD-Video mit eindeutig gesetzten Regionalcodes kann normalerweise nur von einem DVD-Player gelesen werden, der auf einen dieser Regionalcodes eingestellt ist. Der Markt bietet auch „regionalcodefreie“ Player an, die DVD-Videos aus allen Regionen abspielen (Manchen Playern kann man dies auch durch ein Firmware-Update oder durch über die Fernbedienung einzugebende Codes nachträglich beibringen. Hierdurch erlischt aber in der Regel die Garantie, weshalb ein Player nur codefree geschaltet werden sollte, wenn es auch nötig ist.) „Regionalcodefreie“ Player führen allerdings nicht unbedingt bei jeder DVD-Video zu einem Erfolg, da manche DVD-Videos durch die eingebauten Scripting-Möglichkeiten den Regionalcode des Players abfragen und sich dementsprechend anders verhalten können.
Diese Codes sind folgende:
| Code | Region | bgcolor="gainsboro" | 1 | USA, Kanada und US-Außenterritorien. | bgcolor="gainsboro" | 2 | Europa, Grönland, Südafrika, Ägypten und Naher Osten, Japan. | bgcolor="gainsboro" | 3 | Südost-Asien, Südkorea, Hongkong, Indonesien, Philippinen, Taiwan. | bgcolor="gainsboro" | 4 | Australien, Neuseeland, Mexiko, Zentralamerika, Südamerika | bgcolor="gainsboro" | 5 | Russland und andere Länder der ehemaligen UdSSR, Osteuropa, Indien, Afrika. | bgcolor="gainsboro" | 6 | Volksrepublik China | bgcolor="gainsboro" | 7 | Reserviert für zukünftige Nutzung. | bgcolor="gainsboro" | 8 | Internationales Territorium, zum Beispiel in Flugzeugen oder auf Schiffen. |
|---|
Umgangssprachlich haben sich die Begriffe „Regionalcode 0“, „RC 0“, „R0“ für DVDs eingebürgert, die mehrere oder gar alle Regionalcodes gesetzt haben. Einen Regionalcode 0 für DVDs gibt es jedoch offiziell nicht – es ist eine Herstellerbezeichnung (wenn auch eine sehr verständliche).
Aus neutraler Sicht sind Regionalcodes ein Hindernis für die DVD-Nutzer. Insbesondere, weil viele Filme und Serien nicht oder erst spät erscheinen. Auch kann dadurch weniger Wettbewerb zwischen den verschiedenen DVD-Veröffentlichungen zustandekommen. Durch spezielle Ripprogramme können jedoch die Regionalcodes/Ländercodes ausgewählt, bzw. entfernt werden, wärend sie auf die Festplatte gerippt werden.
AUDIO_TS (Audio Title Sets). Dieses Verzeichnis ist für die Kompatibilität mit einer DVD-Audio nötig. Meist ist dieses Verzeichnis vorhanden, aber leer.
JACKET_P (Jacket Picture). Dieses Verzeichnis gehört nicht zur offiziellen DVD-Video Spezifikation, ist aber oft vorhanden. Bestimmte DVD-Player nutzen dieses Verzeichnis, um aus ihr eine Grafikdatei auszulesen zum Anzeigen eines Logos. Das Logo muss mehrfach für verschiedenen Auflösungen und Fernsehnormen abgelegt werden:
J00___5L.MP2 Bilddatei in großer Auflösung von 720×480 Pixel für NTSC-Fernseher.
J00___5M.MP2 Bilddatei in mittlerer Auflösung von 176×112 Pixel für NTSC-Fernseher.
J00___5S.MP2 Bilddatei in kleiner Auflösung von 96×64 Pixel für NTSC-Fernseher.
J00___6L.MP2 Bilddatei in großer Auflösung von 720×576 Pixel für PAL-Fernseher.
J00___6M.MP2 Bilddatei in mittlerer Auflösung von 176×144 Pixel für PAL-Fernseher.
J00___6S.MP2 Bilddatei in kleiner Auflösung von 96×80 Pixel für PAL-Fernseher.
VIDEO_TS (Video Title Sets), dieses Verzeichnis enthält die eigentlichen Videodaten einer DVD-Video. Folgende spezifizierte Dateien sind dort u. a. anzutreffen:
VIDEO_TS.IFO Diese Datei enthält Informationen zum Video Manager Menu (VMGM) für Aufbau und Navigation sowie Informationen zur Wiedergabe der VIDEO_TS.VOB-Dateien.
VIDEO_TS.BUP Backup der VIDEO_TS.IFO-Datei (auch VMGI_BAK für „Video Manager Information Backup“ genannt).
VIDEO_TS.VOB enthält die Video-Objekte für das Title-Menü und gemultiplexte Video-, Untertitel- und Audiodateien. Diese Datei wird auch als VMGM_VOBS für „Video Manager Information Video Object Set“ bezeichnet.
VTS_01_0.IFO (Video Title Set Information; VTSI); enthält Informationen über das Video Title Set und das Video Title Set Menu. Die erste Zahl (01) gibt die Title Set Nummer an, die zweite Zahl (0) ist immer 0.
VTS_01_0.BUP VTSI_BAK; Backup der VTS_01_0.IFO-Datei.
VTS_01_0.VOB VTSM_VOBS; enthält die Video-Objekte des VTS-Menüs. Diese Datei ist nur vorhanden, wenn dieses Title Set ein Menü besitzt. Die erste Zahl (01) gibt die Title Set Nummer an, die zweite Zahl (0) ist bei Title Set Menu VOBs immer 0.
VTS_01_1.VOB VTSTT_VOBS; enthält die Video-Objekte der Titel. Die erste Zahl (01) gibt die Title Set Nummer an, die zweite Zahl (1) die Dateinummer (die maximale Dateigröße auf DVD-Videos ist 1 GB, weshalb es notwending werden kann, die Daten in mehrere Dateien aufzuteilen).
PAL-DVDs (z. B. in Europa verwendet) bieten eine Auflösung von 704x576 / 720x576 Bildpunkten mit einer Bildfrequenz von 25 Hz, während die im amerikanischen Raum und in Japan verbreiteten NTSC-DVDs eine Auflösung von 704x480 / 720x480 Punkten bei einer Frequenz von 29,97 Hz aufweisen. Auf NTSC-DVDs können Videos jedoch auch in 23,976 Hz vorliegen und ein Flag im Videostrom teilt dem Ausgabegerät mit, welche Halbbilder es doppelt zeigen kann, um auf die für NTSC-Ausgabe nötigen 29,97 Hz zu kommen. Gesonderte SECAM-DVDs existieren nicht, da sich PAL und SECAM lediglich in der Farbkodierung, nicht aber in Auflösung und Bildfrequenz unterscheiden, und die Farbkodierung nicht auf der DVD gespeichert, sondern erst bei Bedarf im Player erzeugt wird.
Auf DVD-Videos kann Video in Halbbildern (50 pro Sekunde bei PAL; 59,94 pro Sekunde bei NTSC) oder Vollbildern vorliegen. Damit Ausgabegeräte, die nur in Vollbildern bei der nötigen Bildfrequenz arbeiten können, die Bilder besser darstellen können, kann im Videostrom markiert werden, welche Halbbilder zusammengehören und zusammengesetzt ein Vollbild ergeben.
Pixel sind auf einer DVD nicht quadratisch. Die Auflösungen 704x576 und 704x480 erzeugen beide ein Bild mit einem Seitenverhältnis von exakt 4:3. Die Auflösungen 720x576 und 720x480 benutzen die gleichen Pixel, das heißt sie erzeugen ein Bild das etwas breiter als 4:3 ist. 352x576 und 352x480 benutzen doppelt so breite Pixel, so dass diese auch ein exaktes 4:3-Bild erzeugen. 352x288 und 352x240 benutzen wiederum doppelt so breite und doppelt so hohe Pixel wie 704x576 und 704x480, so dass ein gleich großes Bild mit einem viertel an Auflösung entsteht.
In den Auflösungen 720x576, 720x480, 704x576 und 704x480 kann man Videos anamorph speichern. Anamorphe Speicherung bedeutet, dass ein 16:9-Video in ein 4:3-Bild gequetscht wird und bei der Wiedergabe wieder entzerrt wird. Dadurch benötigt man bei der Speicherung keine schwarzen Balken oben und unten (auch Letterboxing genannt). Bei der Wiedergabe auf 4:3-Fernsehern wird das Bild vom DVD-Player vertikal gestaucht und die schwarzen Balken erzeugt. Wenn das Bild aber auf einem 16:9-Fernseher ausgegeben wird, wird das Bild mit den vollen 576 bzw. 480 Zeilen zum Fernseher übertragen und dort auf volle Breite gezerrt. Dadurch hat man auf 16:9-Fernsehern eine höhere Auflösung als wenn das Video nicht anamorph gespeichert wäre.
| Auflösung | System | Codec | mögliche Seitenverhältnisse | bgcolor="gainsboro" | 720x576 | PAL | MPEG-2 | etwas breiter als 4:3, 16:9 anamorph | bgcolor="gainsboro" | 720x480 | NTSC | MPEG-2 | etwas breiter als 4:3, 16:9 anamorph | bgcolor="gainsboro" | 704x576 | PAL | MPEG-2 | 4:3, 16:9 anamorph | bgcolor="gainsboro" | 704x480 | NTSC | MPEG-2 | 4:3, 16:9 anamorph | bgcolor="gainsboro" | 352x576 | PAL | MPEG-2 | 4:3 | bgcolor="gainsboro" | 352x480 | NTSC | MPEG-2 | 4:3 | bgcolor="gainsboro" | 352x288 | PAL | MPEG-1 | 4:3 | bgcolor="gainsboro" | 352x240 | NTSC | MPEG-1 | 4:3 | bgcolor="gainsboro" |
|---|
Eine DVD-Video unterstützt bis zu 8 verschiedene Tonspuren. Dies wird z. B. genutzt, um verschiedene Audioformate und / oder Sprachen auf einer DVD unterzubringen. Daneben stehen noch 32 Untertitelspuren zur Verfügung.
Auch für die Menüpunkte gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie zu realisieren. Die gängigste Methode ist die Verwendung von Untertitelspuren, mit deren Hilfe sich eine maximal vierfarbige, in PAL-Auflösung eingestellte Bitmap mit einem Menüpunkt überlagern lässt. Diese Grafik kann bis zu drei verschiedene Zustände haben:
Eine andere Möglichkeit ist die Benutzung von "Vollfarbenmenüs", welche verschiedene Vor- und Nachteile birgt. Denn in Vollfarbenmenüs lassen sich zwar die verschiedenen Menüpunkte durch Vollfarbenbilder darstellen, aber es muss immer ein komplett neues Menühintergrundbild geladen werden, was die Navigation erheblich verlangsamen kann. Außerdem hat jeder Menüpunkt somit nur noch zwei Zustände zur Verfügung:
Dies stört besonders dann, wenn nach dem Aktivieren eines Menüpunktes eine gewisse Ladezeit vergeht. Was bei einer Untertitelspur dann durch den Zustand "aktiviert" klar wird. Diese Rückkopplung fehlt bei einem Vollfarbenmenü leider.
In ein Menü dürfen maximal 36 Knöpfe eingebaut werden. Hierbei muss beachtet werden, dass Untertitelspuren nicht skaliert werden. Das heißt, wenn auf einer DVD ein Menü in 16:9 und in 4:3 sein soll, müssen die mit Untertitelspuren eingebauten Knöpfe auch in beiden Formaten vorliegen. Somit sind pro Menü nur noch 18 Knöpfe möglich, da jeder Knopf doppelt in das Video eingebettet werden muss.
Mit der Programmierung kann beispielsweise das Verhalten des Abspielgerätes bestimmt werden, wenn die Menütaste der Fernbedienung gedrückt wird, während ein Film abgespielt wird. Hier kann man durch entsprechende Programmierung bestimmen, dass der dem gerade abgespielten Kapitel entsprechende Knopf im Kapitelmenü voreingestellt wird.
Auch lassen sich Einstellungen des DVD-Players, wie Sprache und Seitenverhältnis, auslesen. Diese Informationen stehen in den system parameters - SPRMs. Auf diese kann man bei der Programmierung meist nur lesend zugreifen. Auf einige wenige kann man mittels eigener Befehle aus dem Befehlssatz auch schreibend zugreifen. Als Beispiel sei hier der SPRM 8 genannt, der die Information enthält, welcher Knopf eingestellt ist.
Die exakte DVD-Video-Spezifikation ist nur gegen eine Gebühr und besonderen Auflagen beim DVD-Forum beschaffbar. Nur Hersteller, welche die Kritierien des DVD-Forums erfüllen, erhalten das Recht das begehrte Kompatibilitätslogo (vgl. Abbildung) auf ihren Produkten anbringen zu dürfen (Lizenzierung), wie etwa auf DVD-Abspielgeräten oder DVD-Video-Medien.
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