DTS bezeichnet ein Mehrkanal-Tonsystem der gleichnamigen kalifornischen Firma Digital Theater Systems, Inc., das sowohl im Kino als auch bei Laserdisks, DVDs und speziellen Audio-CDs zum Einsatz kommt, wobei sich die Versionen für Kino und Endverbraucher allerdings technisch fundamental unterscheiden.
Die Bitrate von DTS-Tonspuren auf Video-DVDs beträgt entweder 754,5 kbps oder 1509,25 kbps. Die Tonspur kann einen LFE-Kanal enthalten, der nur den für die Tieftonwiedergabe zuständigen Subwoofer bedient. Die vollfrequenten Kanäle reichen von 20 Hz bis 20 kHz, der Basskanal reicht aber nur bis 80 Hz (bis zu 120 Hz DD 5.1). Das verwendete Kodierungsverfahren heißt CAC.
Der DTS-Filmton befindet sich je nach Filmlänge auf ein oder zwei CD-ROMs und ist datenreduziert mit APT-X100 bei einer Datenrate von ca. 1400 kBit/s. Synchronisiert wird der Ton zum Film mittels eines Timecodes (bestehend aus Punkten und Strichen ähnlich einem Barcode), der sich zwischen der Lichttonspur und dem eigentlichen Bild befindet und mit einem kleinen Abtaster ausgelesen wird. Da jedes einzelne Bild einen eigenen Timecode hat, wird der Ton selbst bei Filmriss bzw. fehlenden Bildern nachgeführt. Sollte der Timecode ausfallen oder nicht lesbar sein, wird der Ton ca. 6 Sekunden weiter von der CD gespielt, bevor auf eine Backup-Tonquelle zurückgeschaltet wird. Dies ist in der Regel die Lichttonspur (heute meistens Dolby SR), kann aber je nach Konfiguration auch eine weitere Digitalton-Quelle wie Dolby Digital oder SDDS sein.
Die ersten DTS-Decoder verfügten über zwei CD-ROM-Laufwerke, neuere sogar über drei, was die maximale Filmgesamtlänge auf 300 Minuten erweitert. Ein DTS-System besteht im Prinzip aus einem 386er-PC mit zwei oder drei SCSI-CD-Laufwerken sowie zwei speziellen Decoderkarten.
Eine der neuesten Entwicklungen ist der dts-Effektkanal. Mit diesem können über den Timecode gesteuert bis zu sechs Effektgeräte (Stroboskope, Nebelmaschinen usw.) im Saal angesteuert werden. Im Herbst 1997 wurde zum Film Der Schakal das Rear Window Captioning System vorgestellt, eine weitere Ergänzung zum DTS-Standard. Dabei sind auf der CD Untertitel für Hörgeschädigte gespeichert. Die Untertitel werden dann hinten im Saal spiegelverkehrt auf einer Leuchtzeile dargestellt. Wer die Schrift lesen möchte, kann sich einen (vom Kino gestellten) Spiegel an den Sitz des Vordermanns hängen und die Untertitel mitlesen.
DTS lässt sich an allen gängigen Projektoren nachrüsten.
DTS ist das einzige gängige Digitaltonsystem, das auch für 70-mm-Kinofilme geeignet ist. Zur Wiedergabe muss an den entsprechenden 70-mm-Projektoren lediglich ein Abtaster für 70-mm-Film montiert werden. Im kommerziellen Mainstream-Kino spielt das 70-mm-Filmformat – auch mit dem ursprünglichen Magnetton – aber keine Rolle.
Audiokompression | Audiosignalformat | Filmtechnik | Abkürzung
DTS | Digital Theater System | DTS | Digital Theater Sound | Digital Theater System | DTS | デジタル・シアター・システムズ | Digital Theatre System | DTS | DTS | DTS