Die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) war eine nationalkonservative politische Partei in der Weimarer Republik.
Die DNVP bezog ihre Programmatik aus Nationalismus, kaiserlichem Konservatismus, Monarchismus, Rechtsliberalismus und Antisemitismus. Zur ihrer Wählerschaft zählten vor allem ostelbische Großgrundbesitzer, Adlige, ehemalige Offiziere aus dem Ersten Weltkrieg, Ärzte, Professoren, Angestellte, Bauern, Teile der nicht von der politischen Linken oder dem katholischen Zentrum erfassten Arbeiterschaft und Beamte aus der Kaiserzeit. Die bekanntesten Mitglieder und Gründer waren Oskar Hergt (ehem. preuß. Finanzminister), Alfred von Tirpitz (Großadmiral im Ersten Weltkrieg und Begründer der deutschen Hochseeflotte), Wolfgang Kapp (ehem. Vaterlandspartei und Initiator des Kapp-Lüttwitz-Putsches im März 1920) sowie Alfred Hugenberg (Pressemogul und ab 1928 Vorsitzender der Partei).Sicherlich auch erwähnenswert ist Dr. Karl Helfferich, der ehemalige Staatssekretär der Reichsfinanzen. Er hatte den Krieg leichtfertig durch Anleihen und Schatzweisungen finanziert, da er darauf setzte, dass die Kriegskosten nach einem Sieg in Form von Kontributionen von den Alliierten aufgebracht werden würden. Aufgrund der Niederlage war Deutschland nun selber kontributionspflichtig; aus dem einstigen Liberalen Helfferich wurde nun einer der heftigsten Wortführer der Deutschnationalen, der sich sogar durch eine Rufmordkampagne gegen den Reichspräsidenten Friedrich Ebert hervortat. Auch Käthe Schirmacher, eine zuvor eher linksgerichtete Frauenrechtlerin, sowie die Theologen Gottfried Traub und Reinhard Mumm saßen ab 1919 für die DNVP in der Weimarer Nationalversammlung.
Die DNVP stand im rechtskonservativen Spektrum des Parteiensystems. Im Gegensatz zu den Konservativen der Kaiserzeit konnte sie allerdings ihre soziale Basis erweitern und neben ihren Hochburgen in den ostelbischen Agrargebieten (Mecklenburg, Brandenburg, Pommern, Ostpreußen) auch in den städtischen Unter- und Mittelschichten Wähler gewinnen. Während sie in den Anfangsjahren die Republik bekämpfte und deshalb auch den Kapp-Putsch unterstützte, setzten Mitte der 20er-Jahre die gouvernemental-konservativen Kräfte Regierungsbeteiligungen auf Reichsebene durch. Auch in einer Reihe von Ländern des Reiches (u.a. Bayern, Bremen, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz, Sachsen, Württemberg) gelangte die DNVP im Rahmen von Koalitionen zeitweise an die Regierung.
Nach der Wahlniederlage bei der Reichstagswahl 1928 wurde Alfred Hugenberg zum Parteivorsitzenden gewählt, der einen Rechtsruck einleitete und die gemäßigten Kräfte aus der Partei verdrängte.
1929 kooperierte die DNVP mit der NSDAP beim Volksbegehren zur Ablehnung des Young-Planes. Ab 1930 geriet die DNVP gegenüber der NSDAP deutlich ins Hintertreffen, bildete aber mit dieser zusammen 1932 die Harzburger Front, welche sich aber zum größeren Vorteil für die NSDAP entwickelte. Die DNVP verlor immer mehr an Bedeutung. Ebenfalls 1932 unterstützte sie die Regierung von Papen und trat am 30. Januar 1933 in das Kabinett Hitler ein. Am 27. Juni 1933 löste sich die DNVP, die sich zuletzt in Deutschnationale Front umbenannt hatte, selbst auf. Ihre Reichstagsabgeordneten schlossen sich unverzüglich der NSDAP-Fraktion an, für die sie gegen Ende der Republik nur noch "Steigbügelhalter" waren.
Zur Verbreitung dieser Ziele und Absichten waren die einflussreichen Zeitungen des Hugenberg-Konzerns sehr nützlich. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Politik der DNVP auf eine Wiederherstellung der Verhältnisse vor dem Ersten Weltkrieg zielte.
| Reichstagswahlen bzw. Verfassunggebende Nationalversammlung (1919) | - | 19.01.1919 | 10,3 % | 44 Sitze | - | 06.06.1920 | 15,1 % | 71 Sitze | - | 04.05.1924 | 19,5 % | 95 Sitze | - | 07.12.1924 | 20,5 % | 103 Sitze | - | 20.05.1928 | 14,3 % | 73 Sitze | - | 14.09.1930 | 7,0 % | 41 Sitze | - | 31.07.1932 | 5,9 % | 37 Sitze | - | 06.11.1932 | 8,7 % | 52 Sitze | - | 05.03.1933 | 8,0 % | 52 Sitze | - |
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siehe auch: Monarchisten in Deutschland
DNVP | German National People's Party | Partido Nacional del Pueblo de Alemania (DNVP) | Partito Popolare Tedesco-Nazionale | Deutschnationale Volkspartei | Deutschnationale Volkspartei
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