Spooky.jpg beim Sundance Film Festival 2003]] Als DJ (auch DeeJay, von englisch disc jockey; auf deutsch humoristisch auch: *) oder Platten(auf)leger wird jemand bezeichnet, der verschiedene Schallplatten oder CDs in einer individuellen Auswahl vor Publikum abspielt. Weibliche DJs werden oft auf Deutsch DJane oder sheDJ genannt, wenn man betonen will, dass es sich um eine Frau handelt; diese Scheinanglizismen sind allerdings im Englischen unbekannt. (Trotz gleicher Aussprache und Etymologie unterscheidet sich vom DJ der (jamaikanische) Deejay.) Etymologisch verwandt ist der Begriff "DJ" darüber hinaus mit den Kürzeln LJ (Light Jockey) und VJ (Visual Jockey), die die eng mit einer DJ-Performance verbundenen Tätigkeiten visueller Unterstützung bezeichnen.
Er sollte alle wichtigen Produzenten „seiner“ Musikrichtung kennen und wissen, unter welchen Pseudonymen sie für welches Label welche Tracks gemacht haben. Viele dieser DJs kaufen und hören sich wöchentlich Neuerscheinungen im Plattenladen an oder bestellen sich über einen virtuellen Record-Shop ihr Vinyl. Bekannte DJs werden auch von den Produzenten direkt mit einem Dubplate versorgt.
Dieser DJ zielt darauf ab, die hypnotische Wirkung seiner Musik durch seine Auflegetechnik zu maximieren und auch bestehende Rauschzustände zu intensivieren. Dazu verwendet er das Beatmatching, um alle seine Platten in der selben Geschwindigkeit abzuspielen. Er nimmt sich viel Zeit, um mit Hilfe des Crossfaders und vor allem auch der Equalizer seines Mixers zu verschleiern, welche Teile der zu hörenden Musik von welcher Platte stammen. Goa-DJs traten in den frühen Zeiten sogar einfach mit zwei DAT-Geräten auf, die jeweils vierstündige am Computer vorbereitete Mixe abspielten. Heute jedoch mixen DJs im Bereich der elektronischen Musik hauptsächlich mit Plattenspielern, im Fachjargon auch Turntables genannt. Diese sind üblicherweise mit einem Direktantrieb ausgestattet, da ein Riemenantrieb durch das Ausleiern der beanspruchten Riemen und durch die hohen Gleichlaufschwankungen das Angleichen der Tracks erschwert. Als Referenz werden immer noch die seit den 70er-Jahren produzierten Turntables von Technics angesehen, die wegen ihrer Haltbarkeit und der hohen Qualität bei DJs sehr beliebt sind. Bei Hip-Hop-DJs ist es üblich, die Plattenspieler seitlich hinzustellen, damit der Tonarm beim Scratchen nicht stört (siehe Bild).
Ein wichtiger Faktor der Motivation der DJs in diesem Bereich ist die Competition, der Wettbewerb untereinander. Auf so genannten DJ-Battles treffen sich DJs, um unter den Augen einer Jury ihr Können zu beweisen. Eine rege Szene beschäftigt sich damit, selbst aufgenommene Mixes, Cuts und Scratches als MP3s über das Netz auszutauschen und sich untereinander zu messen.
„Moderne“ Medien wie CD, MiniDisk oder der PC werden immer mehr im DJing eingesetzt. Dazu gibt es Software, die sich über Adapter und andere Systeme auch mit Plattenspielern benutzen lassen. Final Scratch ist ein wichtiger Vertreter. Die DJ Equipment Produzenten entwickeln auch verstärkt an CD-Playern, die immer mehr die Eigenschaften von Plattenspielern teilen. So gibt es inzwischen scratchfähige CD-Player wie den Vestax CDX-05, der z.B. einen Vinyl-Filter enthält mit dem CDs wie alte Platten klingen sollen.
An den Mixer werden von DJs besondere Anforderungen gestellt, die allerdings je nach Mixstil (und damit meist auch musikabhängig) deutlich variieren. Eine Vorhörmöglichkeit ist unabdingbar. Allgemein erwünscht sind auch leichtgängige Fader und wegen der hohen Abhörlautstärke Rausch- und Störarmut. Bekannte Mixer sind das Pioneer DJM-600 und Rodec MK2.
Im Techno und House wird wert auf einen sauber klingenden und mächtigen Equalizer gelegt, so dass beispielsweise eine Bassdrum komplett ausgeblendet werden kann. In diesem Bereich sind Mixer mit recht vielen Features – wie beispielsweise einem eingebauten Beatcounter – gefragt.
Beim Hip-Hop ist dagegen wichtig, dass der Mixer robust ist und möglichst wenig Verschleiß zeigt, da er eine deutlich rauhere Behandlung vertragen muss. Hier sind nur dreikanalige (zwei Plattenspieler, ein Mikrophon) Standard. In der oberen Preisklasse sind Mixer mit komplett berührungslos arbeitenden Fadern erhältlich.
Deutschlands erste DJs waren z.B. Günter Discher, und der Engländer Chris Howland: Dieser legte einmal die Woche im Radio auf und ist auch heute noch mit seinem Spitznamen, Mr. Pumpernickel, deutschlandweit bekannt. In den 1950er Jahren erklang seine Erkennungsmelodie „Melody Fair“ von Robert Farnon aus dem UKW-Studio des WDR. Millionen Menschen saßen vor dem Radio und lauschten dieser beliebten Sendung, in der locker geplaudert wurde und hemdsärmelig das gewisse Etwas auf den Hörer übersprang. Chris Howland war auch derjenige, der in seiner natürlichen Art als Vorreiter in einem deutschen Sender galt. Hunderte Funk-Disc-Jockeys folgten ihm im Laufe der Jahre.
Die damals „Großen“ mit Rundfunk- und Fernsehkarriere waren Camillo Felgen, Chris Howland, Dieter Thomas Heck, und in den folgenden Jahren Frank Laufenberg. Der wohl weltweit bekannteste und einflussreichste Radio-DJ war der Brite John Peel.
Heute werden DJs im Rundfunk meist Moderatoren genannt. In einigen Sendungen beschränkt sich deren Arbeit inzwischen nur noch auf die Ansagen, während ein anderer Techniker von einem Computer aus die Musikauswahl bestimmt.
Geschichte
Discjockey (DJ), auch Disk Jockey, (englisch disc: Scheibe; jockey: Jockey, Handlanger), ursprünglich Bezeichnung für eine Person, die im Radio oder in Diskotheken Tonträger präsentiert.
Bereits an Weihnachten 1906 kam bei der ersten Radioübertragung an der amerikanischen Ostküste eine Schellackplatte zum Einsatz. Als erster Vollzeit-DJ gilt Elman B. Meyers in New York (1911), als erster Star-DJ ebendort Martin Block (um 1935). Radio-Discjockeys wie Alan Freed verhalfen um 1951 dem Rock ’n’ Roll zum Durchbruch. Nach der Erfindung der Langspielplatte (LP) 1948 wurde aus Tonträgern ein kreatives Medium (John Cage: 33 1/3, 1969) und aus DJs ein Mythos der Popkultur (George Lucas: American Graffiti, 1973). Mit dem Discotrend der siebziger, dem Rap/Hip-Hop der achtziger und Techno der neunziger Jahre emanzipierten sich DJs als Klangkünstler (DJ-Culture) und Produzenten. Scratching, Sampling, Remixe und Computertechnik machten Tonträger zur beliebig veränderbaren Rohmasse für Metamusik. Und DJs wurden zu Popstars (Sven Väth, Massive Attack), Experimentatoren (Tricky, Coldcut) oder gar Philosophen (DJ Spooky). Für die Musikindustrie sind die Discjockeys bei Radiostationen nach wie vor von großer Bedeutung, weil durch deren Programmgestaltung die Verkaufszahlen von einzelnen Musiktiteln bzw. Künstlern beeinflusst werden.
Die Discotheken in Europa und später auch in anderen Teilen der Welt wurden Kopien seiner Initiative. Anfänglich wurden sie bekämpft, da die Live-Musiker, die davor die Beschallung in Tanzlokalen übernommen hatten, um ihre Einkünfte fürchteten. Waren die Tonträger früher oft Eigentum der Diskothek, so sind diese heute meist im Besitz des einzelnen DJs.
Auch die Kultur des Hip-Hop hatte einen großen Einfluss auf diesen Wandel. Die Plattenspieler verwandelten sich vom bloßen Abspielgerät zum Musikinstrument, der Backspin und das Scratching entwickelten sich zu neuen Möglichkeiten in der DJ-Technik, die maßgeblich die neuen Musikrichtungen beeinflussten. Der Backspin bot z.B. die Möglichkeit, eine einzige rhythmische Passage unendlich oft zu wiederholen, so dass Plattenspieler als günstige Alternative zu Samplern eingesetzt werden konnten.
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