- | DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) | - | Familie: | Internetprotokollfamilie | - | Einsatzgebiet: | Automatischer Bezug von | - | Ports: | 67/UDP (Anfrage, BOOTP) | - | - | Standards: | RFC 2131 (1997) |
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Das DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) ermöglicht mit Hilfe eines entsprechenden Servers die dynamische Zuweisung einer IP-Adresse und weiterer Konfigurationsparameter an Computer in einem Netzwerk (z. B. Internet oder LAN).
DHCP bekam von der IANA den UDP-Port 67 zugewiesen.
DHCP ist eine Erweiterung des BOOTP-Protokolls, mit dem sich laufwerklose Workstations realisieren lassen, die sich zunächst eine IP-Adresse vom BOOTP-Server holen. Diese laden anschließend ein startbares Betriebssystem aus dem Netz, mit dem sie dann booten. DHCP ist weitgehend kompatibel zu BOOTP und kann mit BOOTP-Clients und -Servern eingeschränkt zusammenarbeiten.
DHCP wurde im Hinblick auf zwei Einsatzszenarien entwickelt:
Das DHCP wurde erstmalig 1993 in RFC 1531 und RFC 1541, aufbauend auf dem 1985 entstandenen BOOTP definiert.
Es gibt verschiedene Betriebsmodi eines DHCP-Servers:
Manuelle Zuordnungen werden vor allem dann vorgenommen, wenn der DHCP-Client beispielsweise Server-Dienste zur Verfügung stellt und daher unter einer festen IP-Adresse zu erreichen sein soll. Auch Port-Weiterleitungen von einem Router an einen Client benötigen in der Regel eine feste IP-Adresse.
Damit der Client einen DHCP-Server nutzen kann, muss sich dieser im selben IP-Subnetz befinden. (Das liegt an der Tatsache, dass DHCP Broadcasts verwendet (siehe dazu auch weiter unten) und dass Router keine Broadcasts weiterleiten; Router bilden Broadcast-Domänen). Befindet sich der DHCP-Server in einem anderen Subnetz, so muss ein so genannter DHCP-Relay installiert werden, der die DHCP-Anfragen in das Subnetz des eigentlichen Servers weitergibt.
Wenn ein Client erstmalig eine IP-Adresse benötigt, schickt er eine DHCP-DISCOVER-Nachricht (mit seiner MAC-Adresse) als Netzwerk-Broadcast an die verfügbaren DHCP-Server (es kann durchaus mehrere davon im gleichen Subnetz geben). Dieser Broadcast hat als Absender-IP-Adresse 0.0.0.0 und als Zieladresse 255.255.255.255, da der Absender natürlich noch keine IP-Adresse besitzt und seine Anfrage „an alle“ richtet. Dabei ist der Quellport 68 und der Zielport 67. Die DHCP-Server antworten mit DHCP-OFFER und machen einen Vorschlag für eine IP-Adresse. Dies geschieht ebenfalls mit einem Broadcast an die Adresse 255.255.255.255 mit Quellport 68 und Zielport 67.
Der Client darf nun unter den eingetroffenen Angeboten wählen. Wenn er sich für eines entschieden hat (z. B. wegen längster Lease-Zeit oder auch wegen Ablehnung eines speziellen, evtl. falsch konfigurierten DHCP-Servers), kontaktiert er per Broadcast und einem im Paket enthaltenen Serveridentifier den entsprechenden Server mit der Nachricht DHCP-REQUEST, worauf der Server ihm in einer DHCP-ACKNOWLEDGE-Nachricht (DHCP-ACK) die IP-Adresse mit den weiteren relevanten Daten übermittelt.
Bevor der Client sein Netzwerkinterface mit der zugewiesenen Adresse konfiguriert, sollte er noch prüfen, ob nicht versehentlich noch ein anderer Rechner die Adresse verwendet. Dies geschieht üblicherweise durch einen ARP-Request mit der soeben zugeteilten IP-Adresse. Antwortet ein anderer Host im Netz auf diesen Request, so wird der Client die vorgeschlagene Adresse mit einer DHCP-DECLINE-Nachricht zurückweisen.
Antwortet der Server nicht, so kann der Client die IP-Konfiguration ohne Einschränkungen weiter verwenden. Er wird jedoch nach Ablauf von 7/8 der Lease-Zeit (87,5 %) versuchen, eine Verlängerung der IP-Konfiguration von irgendeinem DHCP-Server im selben Subnetz zu erhalten. (Ein möglicher Grund dafür ist, dass der ursprüngliche Server abgeschaltet worden sein kann und nun ein neuer Server für die Verwaltung der IP-Adressen zuständig ist.)
Sollte der Client es versäumen, bis zum Ablauf der Lease-Zeit eine Verlängerung zu beantragen, so muss er seine Netzwerkkarte dekonfigurieren und wieder bei DHCPDISCOVER mit einer initialen Adresszuweisung beginnen. Sollte der DHCP Server keine Adressen mehr zur Verfügung haben oder während des Vorganges schon ein anderer Client seine letzte Adresse zugesagt bekommen haben, sendet der Server ein DHCP-NAK (DHCP-Not Acknowledged) und der Vorgang der Adressanfrage beginnt erneut.
Um die Ausfallwahrscheinlichkeit zu verringern ist es auch möglich, mehrere DHCP-Server in einem Netz zu platzieren. Dabei sollte allerdings beachtet werden, dass sich die Adressbereiche der einzelnen Server nicht überlappen, da es sonst zu Doppelvergaben von IP-Adressen kommen kann. Dazu gibt es die „authorative“ Einstellung mit der man einstellen kann, ob ein DHCPNAK auch verschickt werden soll, wenn der DHCP-Server für die vom Client vorgeschlagene Adresse nicht zuständig ist.
Wenn der Client eine negative Bestätigung erhält, wird der DHCP-Leasevorgang erneut gestartet.
Ein Client sendet DHCPRELEASE, wenn er eine IP-Adresse vor Ablauf der Lease-Zeit zurückgeben will.
Sollte der Client feststellen, dass die zugewiesene Adresse bereits benutzt wird, so teilt er dies dem Server durch DHCPDECLINE mit, welcher seinerseits den Administrator von dieser potentiellen Fehlkonfiguration unterrichten sollte.
Eine Liste der möglichen DHCP-Optionen, die DHCPACK enthalten kann, ist hier zu finden.
Einige DHCP-Server können mit DNS zusammenarbeiten, indem sie IP-Adresse, Rechnernamen und Leasetime an den DNS-Server weiterleiten. Damit ist eine Namensauflösung für Arbeitsstationen auch in Netzen mit DHCP bequem möglich.
Standardmäßig kann DHCP dem Client folgende Einstellungen zuweisen:
Mit einer Anfrage an eine bestimmte Multicast-Gruppe (ff02::2) kann der Client nach erreichbaren Routern suchen und diese als Gateway verwenden. Diese statuslose Autokonfiguration funktioniert recht zuverlässig, allerdings benötigt der Client oft neben einem Gateway auch noch die Zuweisung eines DNS-Servers; das wird jedoch durch diese Form der Konfiguration nicht bewerkstelligt: Eine automatische Suche nach DNS-Servern kommt in den gegenwärtigen Fassungen der IPv6-RFCs nicht vor.
Es existieren verschiedene Lösungsansätze, wie z. B. eine weitere Multicastgruppe, an der die DNS-Server des lokalen Netzwerks lauschen. Diese sind jedoch bislang nicht standardisiert, so dass man für autokonfiguriertes DNS unter IPv6 bislang auf DHCP angewiesen bleibt.
Für den beschriebenen Fall und Szenarien, in denen die automatische Netzwerkkonfiguration von IPv6-Clients nicht in die Hände des lokalen IPv6-Stacks im Betriebssystem gelegt werden soll, ist daher seit Juli 2003 in RFC 3315 das Protokoll DHCPv6 definiert, das in der IPv6-Welt die gleiche Funktionalität wie das gegenwärtig aktuelle DHCPv4 für IPv4 zur Verfügung stellt. Darüber hinaus ist DHCPv6 darauf ausgelegt, über optionale Felder im DHCPv6-Protokoll Konfigurationsinformationen über NIS+-, SIP-, NTP- und weitere Dienste zu transportieren. Welche Optionen in DHCPv6 aufgenommen werden, wird von der DHCP-Arbeitsgruppe der IETF festgelegt. Weitere Features von DHCPv6 sind die integrierten Sicherheitsfunktionen, durch die es möglich ist, DHCPv6 nur autorisierten Clients zugänglich zu machen, sowie die Möglichkeit die Adresskonfiguration weiterhin per statusloser Autokonfiguration erfolgen zu lassen, jedoch weitere Konfigurationsdetails per DHCPv6 auf die Clients zu bringen.
Abweichend zu DHCPv4 läuft bei v6 die Kommunikation über die UDP-Ports 546 (Client) und 547 (Server).
Netzwerkprotokoll auf Anwendungsschicht
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