article

Der Deutsche Fußball-Club Prag war ein österreichischer, später tschechoslowakischer Fußballverein aus der damals böhmischen und heute tschechischen Hauptstadt Prag und zählte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den besten Fußballmannschaften Europas.

Geschichte


Gegründet wurde der DFC Prag am 25. Mai 1896 von deutschnational gesinnten Juden, die sich aus der kurz zuvor gegründenten Fußballabteilung des Deutschen Eis- und Ruder Club Regatta Prag gelöst hatten.

Der DFC Prag nahm, obwohl in Österreich-Ungarn ansässig, an der deutschen Fußballmeisterschaft teil, die als Pokal der regionalen Meister ausgetragen wurde. Der DFB hatte damals versucht, mehr Mitglieder zu bekommen, weshalb er "deutschen" österreichischen und böhmischen Clubs erlaubte, dem Verband beizutreten und an Pokalspielen teilzunehmen. Der Verein durfte jedoch keine Spieler in das deutsche Nationalteam abstellen, da dies an die Staatsangehörigkeit gebunden war.

Bei der ersten Meisterschaft kam es am 31. Mai 1903 in Altona (heute Hamburg) zum Endspiel zwischen dem VfB Leipzig und dem DFC Prag, das die Sachsen mit 7:2 gewannen und damit erster Deutscher Fußballmeister wurden - obwohl die Prager als klare Favoriten ins Rennen gingen. Im Vorfeld dieses Meisterschaftsendspiels gab es allerdings einen Eklat: Der DFC Prag sollte ein Ausscheidungsspiel in Leipzig gegen den Karlsruher FV bestreiten, die Mannschaft wartete jedoch vergeblich auf das Eintreffen des gegnerischen Teams; kurz vor der Abreise erreichte die Karlsruher Spieler ein Telegramm aus Prag mit folgendem Inhalt: "Meisterschaftsspiel verlegt, DFB". Die Mannschaft des Karlsruher FV blieb aufgrund der vermeintlichen Annullierung zu Hause, und der DFC Prag erreichte kampflos das Finale. Wer der Verantwortliche des Telegramms war, ist bis heute ungeklärt.

Der DFC Prag blieb bis in die 1920er Jahre eine der führenden Mannschaften des europäischen Fußballs und gastierte auch immer wieder zu Freundschaftsspielen in Wien und Budapest, um gegen die starken österreichischen und ungarischen Vereine zu spielen. Zu Beginn des Jahrhunderts gehörte der DFC, wie auch die heute bekannten tschechischen Klubs Slavia und Sparta Prag dem ÖFV an und nahm auch an den (inoffiziellen) österreichischen Meisterschaften teil. Bis zur Ausrufung der 1. Tschechoslowakischen Republik absolvierten die Spieler des DFC Prag - wie auch jene der Stadtrivalen Slavia und Sparta - ihre Länderspiele für die österreichische Nationalmannschaft. Zu den bekanntesten Auswahlspielern der Blau-Weißen zählen der Abwehrspieler Dr. Paul Fischel, später Verleger und Herausgeber des Prager Tagblatt sowie der spätere Profi-Tennis-Weltmeister Karel Koželuh. Der erste Präsident des DFB, Ferdinand Hueppe, war bei der Gründung des deutschen Verbandes der Vertreter des DFC.

Nach dem Aufstieg Henleins wurde dem Verein sowie seinen Funktionären und Spielern, trotz ihrer zumeist jüdischen Abstammung nahegelegt, sich der Bewegung Henleins anzuschließen. Als Spieler wie Funktionäre sich weigerten wurde der DFC unmittelbar nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Prag als jüdischer Verein verboten.

Titel


  • 1 x Deutscher Vizemeister: 1903
  • 1 x Böhmischer Meister (Mistrovství Čech): 1896
  • 2 x Tschechoslowakischer Amateurmeister 1931, 1933
  • 10 x Sudetendeutscher Meister: 1923, 1924, 1926, 1927, 1928, 1929, 1931, 1932, 1933, 1937

Bekannte Spieler


Österreichischer Fußballverein | Deutscher Fußballverein | Tschechischer Fußballverein | Ehemaliger Fußballverein | Prag

DFC Prague

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "DFC Prag".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld