Die Oberliga war in der DDR in verschiedenen Sportarten, z. B. Fußball oder Handball die jeweils höchste Spielklasse und ermittelte den DDR-Meister. Besonders in der Bundesrepublik Deutschland war der Begriff DDR-Oberliga verbreitet, um sie von der auch dort existierenden höchsten Fußball-Spielklasse "Oberliga" abzugrenzen.
Im Laufe der Jahrzehnte spielten nahezu 50 Mannschaften in der Oberliga. Darunter sind heute im Profifußball vertretene Vereine wie Hansa Rostock, Energie Cottbus, Erzgebirge Aue oder der FC Carl Zeiss Jena. Einige Vereine existieren nicht mehr, z.B. die SG Dresden-Friedrichstadt oder spielen in unteren Spielklassen wie Motor Altenburg oder die BSG Stahl Thale. Eine Besonderheit des DDR-Fußballs ist, dass Vereine aus politischen Gründen häufig umbenannt oder sogar innerhalb des Landes verschoben wurden. So wurde 1954 aus dem SC Empor Lauter im Erzgebirge der SC Empor Rostock an der Ostsee. Der ASK Vorwärts Leipzig wechselte zuerst 1953 nach Berlin und dann noch einmal 1971 als FC Vorwärts Frankfurt an die Oder. In Leipzig hat die vor über 40 Jahren stattgefundene Zwangsfusion der beiden Oberliga-Vereine SC Rotation und SC Lok noch immer Auswirkungen auf die Fans der beiden mittlerweile im Amateurfußball angesiedelten Vereine 1. FC Lok und FC Sachsen.
Rekordmeister mit zehn Titeln (noch dazu in Serie) ist der Berliner FC Dynamo, während der FC Carl Zeiss Jena die Ewige Tabelle anführt. Rekordtorschütze ist mit 229 Treffern Joachim Streich. Die meisten Spiele absolvierte Eberhard Vogel, der 440 mal zum Einsatz kam. Die 8.046 Oberligaspiele zwischen 1949 und 1991 wurden von insgesamt 87,17 Millionen Zuschauern gesehen (10.835 Zuschauer pro Spiel). Es fielen 24.200 Tore (3,01 Tore je Spiel).
Mehrere Meistertitel des BFC Dynamo gelten als umstritten, da sie durch die DDR-Führung (insb. Erich Mielke) verordnet wurden. Insbesondere der Titel 1985/86 löste Protestwellen aus, da Schiedsrichter Bernd Stumpf (Stasi-IM) das Spiel des 1. FC Lokomotive Leipzig gegen den BFC absichtlich manipulierte. Er wurde daraufhin lebenslang für den DDR-Fußball gesperrt und ist heute als Funktionär im Thüringer Fußballverband tätig.
Einige Schiedsrichter standen auf der Gehaltsliste der Staatssicherheit und lieferten die gewünschten Ergebnisse. Besonders die kleineren Vereine wurden benachteiligt (Wismut Aue, Sachsenring Zwickau, Rot-Weiss Erfurt, Hansa Rostock etc.). So kam es häufiger zu Entscheidungen, welche so skandalös waren, dass sie nicht in der Sportsendung "Sport aktuell" gesendet werden durften.
Für den DFB-Pokal-Wettbewerb 1991/92 waren alle Oberligisten und Ligisten der Saison 1990/91 zugelassen, wobei die Ligisten eine Qualifikationsrunde ausspielten.
Die mit einem Link bezeichnete Saison, z.B. 1949/50, führt zum Artikel der entsprechenden Oberliga-Saison.
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