| DB Baureihe 425 + 435 / DB Baureihe 426 | ||
|---|---|---|
| S-Bahn_RheinNeckar_425_722-6.jpeg | ||
| BR 425+435 | BR 426 | |
| Indienststellung: | ab 1999 | ab 1999 |
| Anzahl: | 216 | 43 |
| Hersteller | Siemens, Bombardier, DWA | |
| Achsanordnung: | Bo'(Bo')(2')(Bo')Bo' bzw. Bo'(A+A)'(2')(A+A)'Bo' | Bo'(2')Bo' |
| Raddurchmesser: | 850 mm | |
| Drehgestellachsstand: | 2.200 mm/2.700 mm | |
| Drehzapfenabstand: | 15.140 mm/15.460 mm | 15.370 mm |
| Länge über Kupplungen: | 67.500 mm | 36.490 mm |
| Fußbodenhöhe (ü. SO): | 798 mm | |
| Leermasse: | 114,0 t | 63,2 t |
| Sitzplätze 1. Klasse: | 24 | 12 |
| Sitzplätze 2. Klasse: | 182 | 88 |
| Stromsystem: | 15 kV 16,7 Hz Wechselstrom | |
| Antriebsleistung: | 2.350 kW | 1.175 kW |
| Höchstgeschwindigkeit: | 140 km/h (160 km/h unter LZB) | |
| Anfahrbeschleunigung: | 1,0 m/s² | |
Die Baureihen 425 und 426 des Konsortiums Siemens/Bombardier/DWA sind leichte Elektro-Gliedertriebzüge aus derselben Familie wie die Baureihe 423 und 424. Der ET 425 ist vierteilig während der ET 426 zweiteilig ist. Die Baureihennummern 425 und 426 wurden zuvor von der Deutschen Bundesbahn bereits für ET 25 und ET 26 verwendet.
Die Wagenkästen sind in selbsttragender Bauweise aus Aluminium-Strangpressprofilen geschweißt. Um die Außenhaut möglichst glatt und frei von konstruktionsbedingten Erhebungen zu halten, sind die Scheiben, die Rahmen und der Kasten untereinander bündig verklebt. Dies verbessert die Aerodynamik und sorgt vor allem auch bei automatischer Reinigung für ein sauberes Außenbild. Die Scheiben sind dabei Thermofenster aus zweilagigem Verbundglas.
Baureihe 425.jpg In Anlehnung an die Baureihe 420 wurde die Länge mit rund 70 m festgelegt. Anders als die Triebzüge der Baureihe 420 sollte diejenigen der Baureihe 425 in voller Länge begehbar und übersehbar sein; sie sind nur durch eine Glaspendeltüre unterteilt. Um die geforderten großen freien Durchgänge zwischen den Wagen zu realisieren, wurde das Fahrzeug als vierteiliger Gliedertriebzug mit Kurzkupplungen und Jakobs-Drehgestellen an den Wagenübergängen vorgesehen, was die Bewegungen und Abstände der Wagenkästen zueinander minimiert.
Das Fahrzeug ist dabei in zwei Zughälften eingeteilt, die weitgehend ähnlich aufgebaut sind. Jede von ihnen ist jeweils mit einem Zugsteuergerät, einem Transformator zu 1,2 MVA, einem Antriebsstromrichter, einer Bordnetzversorgung, einer Druckluftbremsausrüstung mit einem Bremssteuergerät sowie einer Funkanlage, früher Mesa 2002 jetzt GSM-R, versehen. Dabei werden die schon ausgelieferten Fahrzeuge nach einer Lösung der DB AG mit einer GSM-R-Anlage, mit abgesetzten Bedienteil für den zweiten Führerstand, ausgerüstet. Vom Hersteller werden wieder zwei Anlagen mit je einem Bedienteil eingebaut. Die restlichen Installationen verteilen sich:
Die Antriebsstromrichter realisieren Drehstromantrieb mit Bremsstromrückspeisung über vier Fahrmotoren in den Enddrehgestellen und den äußeren beiden Jakobs-Drehgestellen. Das mittlere Laufdrehgestell ist weder angetrieben noch gebremst.
br_426_plochingen.jpg Um die von den meisten Einsatzorten geforderten Flügelkonzepte mit dem Fahrgastaufkommen angepassten Zuglängen zu realisieren, wurden automatische Scharfenberg-Kupplungen eingebaut. Die Baureihen 424 bis 426 sind untereinander frei kuppelbar. Auch 420er und 423 lassen sich ankuppeln, allerdings nur mechanisch und nicht elektrisch, was den Nutzen fast ganz auf das Abschleppen liegengebliebener Fahrzeuge beschränkt.
Der Triebwagen ist im Unterschied zur Baureihe 424 an unterschiedlichen Bahnsteighöhen einsetzbar und daher mit vier Rollstuhlhubliften ausgestattet. Acht elektrische zweiflügelige Schwenkschiebetüren pro Seite erlauben schnellen Fahrgastwechsel; um das technikbasierte Abfertigungsverfahren TAV zu ermöglichen, sind sie mit Lichtschranken und Klemmschutz sowie Notrufsprechstellen versehen.
Führerräume und Wagen sind klimatisiert, wobei nicht wie beim ICE der Innenraum auf 20°C eingestellt ist, sondern 23°C vorgegeben sind und drüber der Außentemperatur gefolgt wird.
Zugzielanzeigen an den Fronten und den Seiten, ein Fahrgastinformationssystem mit Anzeige von Linie, Endstation und nächstem Halt sowie eine automatische Ansage von nächstem Halt und Umsteigemöglichkeiten sorgen für Informationen. Die automatische Ansage erfolgte ursprünglich wie bei der Baureihe 423 wenige Meter nach der Abfahrt, wird aber inzwischen auf eine Ansage kurz vor Erreichen des nächsten Halts umgerüstet.
In Schwachlastzeiten lässt sich eine Zughälfte abschließen, z.B. um die Reinigungsarbeit zu verkleinern oder zu verteilen. Dies wird aber in der Regel nicht angewendet und in einigen Fahrzeugen wurde die Schwenktüre aus der gläsernen Trennwand ausgebaut.
Die Züge wurden für den Dauerbetrieb konzipiert; sie werden nicht abgerüstet, sondern bei einer Betriebspause in den Vorbereitungsdienst für die nächste Dienstschicht gestellt. In diesem Betriebszustand sorgt die Klimaanlage für Frostschutz. Der Zug führt Teile des Vorbereitungsdienstes selbsttätig aus. So wird die Bremsprobe erledigt und der Zug abhängig von der Außentemperatur vor der Abfahrtszeit vorgeheizt oder gekühlt.
Tritt ein Fehler auf, wird über Zugfunk eine Warnung an die Betriebsleitung gegeben.
Die Ausstattung der Triebwagen 425 und 426 wird von Fahrgästen immer wieder kritisiert, insbesondere die für längere Fahrten sehr harten Sitze mit steilen Rücken- und ohne Armlehnen. Weitere Kritikpunkte sind die Geräuschentwicklung (Spitzname „Quietschie“) und die Toilette, die häufig defekt ist oder durch eine defekte Toilettentür unbenutzbar wird. Die auf einer Nutzerumfrage basierenden Proteste des Fahrgastverbandes PRO BAHN führten in Bayern zu einer Nachrüstung einiger Fahrzeuge. Eine ähnliche Fahrgastumfrage wurde auch in Nordrhein-Westfalen von PRO BAHN durchgeführt. Hier setzt DB Regio auf der RB 42 Fahrzeuge mit umgebautem Innenraum ein.
Aufgrund von Kundenbeschwerden hat die DB Regio Bayern die BR425 von der Strecke München–Mittenwald und München–Murnau abgezogen und fährt dort wieder mit modernisierten lokbespannten Silberlingen. Die BR 425 fährt stattdessen jetzt im Raum Augsburg, RB von Augsburg nach Ulm, RE von Augsburg nach Treuchtlingen und RB von Augsburg nach Donauwörth. Das ist laut Bahnsprecher Lindemayr ein Vorlaufbetrieb für das geplante Augsburger S-Bahn-Netz.
Für die S-Bahn Hannover sollen 13 Triebwagen beschafft werden, die ab 2008 zum Einsatz kommen sollen.
Die Bremsprobleme der Baureihen 425 und 426 sind mindestens seit dem Herbst 2002 bekannt. Ab September 2003 wurde die Höchstgeschwindigkeit der Baureihe (unabhängig von LZB-Betrieb) in Absprache mit dem Eisenbahnbundesamt in Nordrhein-Westfalen auf 120 km/h beschränkt. Der so notwendige Notfahrplan führte zu etlichen planmäßigen Anschlussverlusten, besonders in Ostwestfalen-Lippe. Im Herbst 2003 geriet der 425 in die Schlagzeilen, als vereinzelt Fahrzeuge trotz der Geschwindigkeitsbeschränkung in Nordrhein-Westfalen über Halte hinausglitten. Vorübergehend wurde Anfang November 2003 für wenige Tage eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h verhängt, die den pünktlichen Betrieb erheblich beeinträchtigte.
So umfangreiche Bremsprobleme wurden an Einsatzorten außerhalb Nordrhein-Westfalens nicht festgestellt. Dort blieb es bei wenigen Bahnsteigvorbeifahrten.
Während die Deutsche Bahn erklärte, ein durch regionaltypische Luftverschmutzung verursachter Schmierfilm sei die Ursache, gehen Fachleute davon aus, dass dieser seit Jahrzehnten bekannte Schmierfilm eine Konstruktionsschwäche der Fahrzeuge zu Tage treten ließ. Anders als bei den meisten Triebwagen wurde bei den 425/426 nämlich auf adhäsionsunabhängigen Bremse wie z.B. eine Magnetschienenbremse (Mg) verzichtet. Die Betriebsbremse ist die elektrische Bremse, die gegebenenfalls computergesteuert durch die Druckluftscheibenbremse ergänzt wird. Dabei wird eine Gleitschutzsoftware verwendet, der das ungebremste Drehgestell in der Mitte als Messwertgeber dient. Verliert das Fahrzeug nun z.B. auf feuchtem Laub die Adhäsion, wird die Bremskraft entsprechend zurückgeregelt. In den damals eingesetzten Versionen der Gleitschutzsoftware konnte dieses – eigentlich erwünschte – Verhalten unter ungünstigen Bedingungen zu einem vollständigen Verlust der Bremskraft führen. Dadurch, dass nur acht von zehn Achsen gebremst werden, ist das Bremsvermögen auf schlüpfrigen Schienen von vornherein eingeschränkt.
Unter anderem kam es wegen dieser Probleme zu regionalen Fahrplanänderungen und Konflikten mit dem Eisenbahnbundesamt. Nach verschiedenen Versuchsreihen wurden nach und nach bei allen 423 - 426 die Sandstreueinrichtungen modifiziert und Veränderungen an der Fahrzeugsteuerung und Gleitschutzsoftware vorgenommen. Vierzig der in NRW eingesetzte Fahrzeuge wurde bis Ende 2005 eine Mg-Bremse im mittleren Drehgestell nachgerüstet.
Bis zum Abschluss der Umrüstungen musste den besonderen Verhältnissen während der Herbstwochen mit zahlreichen betrieblichen Maßnahmen begegnet werden. Im Herbst 2004 wurde in Nordrhein-Westfalen ein umfangreiches Programm H04 organisiert, um den Problemen der Vorjahre zu begegnen. Dabei wurde der Fahrzeugeinsatz für zehn Wochen in NRW derart umgestellt, dass auf keiner Strecke ausschließlich 425 im Einsatz waren. Von besonders schwierigen Strecken wurden die Fahrzeuge ganz abgezogen. Dazu wurden Lokomotiven und n-Wagen aus dem ganzen Bundesgebiet in NRW zusammengezogen. Teilweise waren die für beschleunigungsstarke Triebwagen berechneten Fahrzeiten für die lokbespannten Züge kaum zu halten, so dass der Betriebsablauf auf einigen Strecken mangels Reserven bei Fahrzeugen und Infrastruktur sehr störanfällig verlief. Von Bremsproblemen der 425 wurde dagegen nicht berichtet, was allerdings auch auf den ungewöhnlich milden und trockenen Herbst zurückgeführt wird.
Am 3. April 2005 erhielten die 425 ihre Zulassung für 160 km/h zurück. Dadurch waren die starken Beeinträchtigungen durch die geringere Höchstgeschwindigkeit beendet und der Integrale Taktfahrplan von 2002 konnte wieder ohne Änderungen gefahren werden. Der folgende Herbst zeigte, dass sich die o.g. Maßnahmen auch in der Praxis bewährten. Es wurde keine außergewöhnliche Beeinträchtigung der Bremsleistung mehr festgestellt.
Aktuell ab 12/2005; Werkstätten: Essen und Köln; Disposition: Düsseldorf; Eigentümer: DB Regio NRW GmbH
siehe auch: Liste der SPNV-Linien in NRW
Beheimatung: Plochingen; Eigentümer: DB Regio AG Baden-Württemberg, Regionalverkehr Württemberg, Stuttgart
Beheimatung: Ludwigshafen (Rhein); Eigentümer: Verkehrsunternehmen RheinNeckar
Beheimatung: Trier; Eigentümer: DB Regio Südwest
siehe auch: Liste der SPNV-Linien in Rheinland-Pfalz
Beheimatung: München-Steinhausen; Eigentümer: DB Regio
Ab Dezember 2006
Zur Eröffnung des neuen Nord-Süd-Tunnels in Berlin für den Eisenbahnverkehr am 28. Mai 2006 setzte die Deutsche Bahn am 27. Mai 2006 Züge der Baureihen 424 und 425 auf der Strecke von Berlin-Südkreuz über die Bahnhöfe Berlin-Potsdamer Platz und Berlin-Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen im 20-Minuten-Takt kostenlos zum Kennenlernen der neuen Strecke ein. Die Züge kamen aus den Regionen Hannover, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Es wurden je zwei Züge zu Garnituren mit jeweils acht Wagen eingesetzt.
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