Schnellzug.jpg für einen Schnellzug in Olten]]
Ein Schnellzug (in Deutschland und Österreich auch D-Zug) ist eine Zuggattung der Eisenbahn und bezeichnet Züge, die nicht auf allen Unterwegsbahnhöfen halten.
Seit 1851 verkehren in Deutschland Schnellzüge.
Schnellzüge sind auf dem Netz der DB wie auch der SBB und ÖBB immer seltener zu finden. Vereinzelt gibt es bei der DB noch Schnellzüge im Nachtreiseverkehr speziell in die östlichen Nachbarländer (D-Nacht) und als Entlastungszüge. Die Rolle der Schnellzüge wurde überwiegend von neuen Zuggattungen wie EuroCity oder InterCity übernommen.
Am 5. Juni 1883 startete mit dem Orient-Express der erste Luxuszug zwischen Paris und Wien. Die Luxuszüge führten nur die erste Wagenklasse, kosteten hohe Zuschläge und standen damit nur einem auserwählten Kreis von prominenten und zahlungswilligen Fahrgästen zur Verfügung.
Bis 1889 gab es für schnelle Züge die Bezeichnungen Schnellzug mit dem Kürzel „S“ oder Kurierzug mit dem Kürzel „K“. Ab 1889 wurden Schnellzüge in Deutschland einheitlich mit dem Kürzel „S“ bezeichnet.
Im Gegensatz zum Abteilwagen alter Bauart mit beidseitigen Einstiegstüren je Abteil gibt es im Durchgangsabteilwagen nur noch Einstiege am Wagenende, sowie meist Abteile, die von einem Seitengang zu erreichen sind. Die Übergänge zwischen den Wagen waren durch Faltenbälge gegen Ruß, Dreck und Wasser geschützt.
Die ersten D-Züge fuhren am 1. Mai 1892 auf den Strecken
Bis 1917 wurden sämtliche Schnellzüge in Deutschland schrittweise auf D-Züge umgestellt oder in zuschlagsfreie Eilzüge umgewandelt. Ohne Zuschlag mit wenigen Halten fuhren nur noch „beschleunigte Personenzüge“ (BP). Lediglich in Bayern fuhren noch einige zuschlagpflichtige Schnellzüge auf der Strecke München–Mittenwald–Innsbruck und wurden erst 1929 auf D-Züge umgestellt.
Weil die SF-Züge nicht für den Transportbedarf der Wehrmacht ausreichten, wurden zahlreiche Schnellzüge in DmW-Züge (Schnellzüge mit Wehrmachtsteil) umgewandelt. In diesen Zügen reservierte die Wehrmacht mehrere Wagen für ihren Transportbedarf.
Am 23. Januar 1945 wurde der gesamte Schnellzugverkehr in Deutschland eingestellt. Lediglich die internationalen Züge von Berlin nach Kopenhagen und Prag verkehrten bis zum April 1945.
Bereits ab 1952 beschaffte die Deutsche Bundesbahn D-Zugwagen der späteren UIC-Bauart Typ X. Wagen ähnlicher Bauart wurden auch von der ÖBB und den SBB bestellt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die meisten D-Züge aus Wagenmangel nur mit Wagen der zweiten oder dritten Klasse fahren. Die alte erste Wagenklasse wurde in immer weniger Zügen, in der Regel nur noch in internationalen Verbindungen, angeboten. Das entsprechende Klientel wanderte nun in den sich ausweitenden Luftverkehr ab. Am 3. Juni 1956 wurde deshalb mit Beginn des Sommerfahrplans europaweit das Zweiklassen-System eingeführt. Die alte zweite Klasse wurde in „erste Klasse“, die alte dritte Klasse in „zweite Klasse“ umbenannt. Nur in Portugal, Spanien, Griechenland und der Türkei blieb das alte Dreiklassensystem noch einige Jahre erhalten.
Seit dem 1. Januar 1968 schaffte die DB für D-Züge bei Fahrkarten mit einer Entfernung von mehr als 80 Kilometern den Schnellzug-Zuschlag ab, 1979 musste er nur noch für Fahrkarten, die weniger als 50 Kilometer galten, entrichtet werden. Mit dem Sommerfahrplan 1982 wurde der Zuschlag bei den meisten D-Zügen der DB abgeschafft. Die DR behielt ihn bis zu dem ab dem 2. Juni 1991 geltenden Sommerfahrplan bei.
Zum Sommerfahrplan 1951 führte die DB eine neue Zuggattung, den Fernzug ein. Diese Züge verbanden in induviduellen Fahrplänen die neuen Wirtschaftszentren der Bundesrepublik untereinander. Sie führten die Zuggattungsbezeichnung „F“ für Fernzug und führten bis 1956 nur die damalige erste und zweite Wagenklasse, danach ausschließlich die erste Klasse.
Auf der Rheinstrecke wurden dazu sogar Vierergruppen mit den Triebwagenzügen der Vorkriegsbauart VT 04 und VT 06 und den neuen VT 08 gefahren. Neben Triebwagen wurden auch lokbespannte Züge mit Vorkriegswagen eingesetzt. Dafür wurden alle Verwendungsgruppen herangezogen. Die Abteile und Gänge dieser Wagen hatten neue Läufer und eine überarbeitete Inneneinrichtung erhalten. Der Außenanstrich wechselte vom flaschengrün auf kobaltblau (RAL 5013). Zusätzlich gab es erhabene Lettern an den Seitenplanken mit den Buchstaben „DB“ in silber. Insgesamt sollen 76 Wagen für diesen Zweck umgebaut worden sein. Dazu gehörten auch die Wagen des Henschel-Wegmann-Zuges.
Mit der Auslieferung neuer Wagentypen der späteren UIC-Type X wurden die Vorkriegswagen aus den Fernzugdienst verdrängt. Der blaue F-Zug-Anstrich wurde später für alle Wagen der Polsterklassen bzw. ab 1956 für Neubauwagen nur mit erster Klasse generell ausgedehnt. Für diese besonders schnelle D-Züge mit wenigen Halten wurde – wie zu FD-Zeiten – ein besonderer Fernschnellzug-Zuschlag erhoben. Die Fernzüge wurden ab 1971 durch den InterCity-Zug abgelöst.
Der berühmte TEE „Rheingold“ Amsterdam–Genf sowie der „Rheinpfeil“ Dortmund–München fuhren zwischen 1962 und 1965 „nur“ als F-Zug, bevor sie zum TEE avancierten.
Das Ende der FD-Züge kam in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre, als immer mehr IR-, IC- und ICE-Züge in die Urlaubszentren führten. Die noch bestehenden FD-Züge wurden spätestens 2001 in IR-Züge umgewandelt und fahren heute meist als Urlaubs-IC.
Später gab es in Österreich zusätzlich zu den gewöhnlichen Schnellzügen Expresszüge (Ex) sowie die mit der Reihe ÖBB 4010 geführten Triebwagenschnellzüge (TS). Diese sind in den letzten Jahren von den neuen Zuggattungen EuroCity und InterCity abgelöst worden, im Nachtverkehr wurden die meisten Schnellzüge in EuroNight umgewandelt.
D-Zug war die umgangssprachliche Bezeichnung für die Zuggattung „Schnellzug“ der deutschen Eisenbahnen. Aber auch bahnamtlich wurden Schnellzüge mit einem „D“ vor der Zugnummer dargestellt. Die Bezeichnung D-Zug wurde schließlich größtenteils durch die Bezeichnung Interregio bzw. Intercity abgelöst. Vereinzelt kommt die Zuggattung „D-Zug“ für Sonderzüge im Tagreiseverkehr jedoch bis heute vor. Im Nachtreiseverkehr, insbesondere in den Osten Europas, ist sie bis heute präsent.
Im übrigen Bahnfernverkehr in Deutschland, Österreich und der Schweiz existieren als Weiterentwicklungen aus dem Schnellzug andere Zuggattungen wie der ICE, der InterCity, und der InterRegio (ursprüngliche Bezeichnung in der Planungsphase "XD"), der in Deutschland inzwischen in der Zuggattung "InterCity" aufgegangen ist. Die SBB kennt zusätzlich noch den der InterCity-Neigezug. Bei der ÖBB waren Schnelltriebzüge als TS im Einsatz.
In der früheren DDR kannte die Deutsche Reichsbahn auch die Zuggattung Ex für Expresszüge. Das waren Schnellzüge mit wenig Unterwegshalten, ähnlich den F-Zügen der DB, aber mit 1. und 2. Klasse. Ein Expresszug-Zuschlag war zusätzlich zum Schnellzug-Zuschlag erforderlich. Die Nachfolger dieser Gattung waren der StädteExpress (Ex) und die internationale Variante, der InterExpress (IEx).
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