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Ein Düker (von niederländisch "duiker", "Taucher") ist die Unterführung eines Rohres, z.B. Abwasser-, Trinkwasserleitung, Grundwasser oder Öl-Pipeline unter einer Straße, einem Deich, einem Tunnel oder einem Fluss.

Die Flüssigkeit kann so Hindernisse überwinden, ohne dass Pumpen eingesetzt werden müssen. Dabei nutzt man das Prinzip der kommunizierenden Röhren, wonach sich Flüssigkeiten in Röhren, die miteinander verbunden sind, stets auf das gleiche Niveau einpegeln. Fließt nun auf einer Seite immer neue Flüssigkeit hinzu, so erreicht sie auf der anderen Seite das selbe Höhenniveau und kann ohne großen Höhenverlust dort weitergeleitet werden.

Schon die Römer nutzten Düker aus Bleirohren, um mit Trinkwasserleitungen Schluchten ohne Aquädukt überwinden zu können.

Bei Dükern, die benutzt werden, um Abwasser unter einem Hindernis (Fluss, Tunnel usw.) durchzuleiten, hat der Düker meist einen kleineren Querschnitt (ca. 10-20%, je nach normalem Rohrquerschnitt), als das am Dükeroberhaupt ankommende bzw. am Dükerunterhaupt abgehende Rohr, um die Fließgeschwindigkeit im Düker zu erhöhen, damit sich in der Dükersohle keine Stoffe absetzen können, welche den Düker verstopfen könnten.

Es gibt auch Düker, die sich dem Abwasserzufluss anpassen können, um die Fließgeschwindigkeit konstant zu halten. Hierbei ist der Düker ein waagerecht liegendes Rohr, mit senkrechten Zuläufen. Der Zu- bzw. Ablauf des Dükers befindet sich hierbei am untersten Punkt des Dükers, sodass in den Düker Luft gepumpt werden kann. Diese Luft kann nicht entweichen und reduziert den Querschnitt des Dükers. Strömt wenig Wasser in den Düker, so handelt es sich um ein großes Luftkissen, das den Querschnitt sehr klein macht, kommt mehr Wasser, so wird die Luftmenge reduziertund der Querschnitt vergrößert. Somit erreicht man ein konstante Fließgeschwindigkeit des Wasser. Nach diesem System arbeitet die Hamburger Stadtentwässerung bei einem Düker, welcher Hamburgs Nordwesten mit dem Klärwerk Köhlbrandhöft Nord, unter der Elbe hindurch, verbindet. Der Nachteil an diesem System ist, dass das Luftkissen den Düker nach oben drückt (Auftrieb) und der Düker somit sehr schwer sein bzw. schwere Fundamente haben muss, um nicht aufzuschwimmen.

Das Gegenstück zum Düker ist der Durchlass. Hier geht der Wasserspiegel frei zur anderen Seite durch. Ein Durchlass läuft leer, wenn von oben kein Wasser mehr nachfließt. Ein Düker liegt tiefer als der Abfluss und muss leergepumpt werden. Als Zwischenlösung gilt der Halbdüker. Dabei wird die Rohrsohle gegenüber dem Zufluss eingetieft, der Rohrscheitel liegt aber immer über der Flüssigkeit. Ein echter Düker ist immer als Druckrohr ausgebildet.

Die immer wieder anzutreffende Schreibweise Dücker ist falsch.

Beispiele


Ein Düker in Dresden mit mindestens einem Meter Durchmesser wird genutzt, um das Abwasser der linkselbischen Altstadt unter der Elbe hindurch in das rechtselbische Klärwerk Kaditz zu leiten. Einmal im Jahr muss ein Taucher den Düker reinigen. Ein anderer Düker in Dresden unterführt eine Mischwasserleitung unter einem neugebauten Tunnel am Wiener Platz.

Insgesamt 13 Düker gewährleisten, dass der S-Bahntunnel (er setzt teilweise auf der Tertiären Trennschicht auf) zum Flughafen München nicht den Grundwasserfluss behindert.

Das Wasser der Lethe wird mit Dükern unter der Hunte hindurch geleitet.

Weblinks


Kanalisation | Wasserbau

Culvert | Duiker (kunstwerk)

 

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