Düdingen ist eine Gemeinde im Sensebezirk des Kantons Freiburg in der Schweiz. Die Gemeinde liegt östlich vom Schiffenensee ziemlich in der Mitte des deutschfreiburgischen Mittellandes. Mit mehr als 7'000 Einwohnern ist sie eine der grossen Gemeinden der Agglomeration (Ballungsgebiet) der Stadt Freiburg im Uechtland.
Deutsch: Düdingen; Französisch: Guin.
Als westlichste Gemeinde des unteren Sensebezirkes neigt sich das Gemeindegebiet gegen Westen und Südwesten zur Saane. Die Saane bildet hier den Schiffenensee und bildet zugleich die Bezirksgrenze. Der Düdingerbach (am Oberlauf auch Horiabach genannt) teilt die Gemeinde in zwei ähnlich grosse Gebiete auf.
Der tiefste Punkt befindet sich mit 498 m über Meer unterhalb der Staumauer des Schiffenensees; der höchste Punkt ist beim Dälhölzli auf 703 m zu finden.
Flächenmässig ist Düdingen mit 3'086 Hektaren die sechstgrösste Gemeinde des Kantons und die zweitgrösste des Sensebezirks, nach Plaffeien.
Düdingen besteht im Wesentlichen aus einem Dorf mit Kern und angrenzenden Quartieren und aus einer Vielzahl (etwa 20) kleiner Weiler.
Neun Gemeinden und zwei Bezirke grenzen an Düdingen: an die Sensebezirk-Gemeinden Tafers, Schmitten und Bösingen; an die Seebezirk-Gemeinden Kleinbösingen, Gurmels und Barberêche; an die Saanebezirk-Gemeinden La Sonnaz, Granges-Paccot und Freiburg.
Im Jahre 1995 besassen 13.8 % der Bevölkerung das Düdinger Bürgerrecht, 51.7 waren Bürger aus anderen Gemeinden des Kantons, 28.2 % hatten das Bürgerecht in anderen Kantonen und die restlichen 6.3 % waren Ausländer.
Eine Bevölkerungszählung aus dem Jahre 1447 ergab 629 Einwohner einschliesslich des Gebiets, das heute zur Gemeinde Schmitten gehört. Einige Weiler (Bundtels mit 60 und Jetschwil mit 55 Einwohnern) waren bevölkerungsreicher als das Dorf Düdingen mit 51 Einwohnern.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts hat die Bevölkerung stetig zugenommen, um im Jahre 2005 mehr als 7'000 Einwohner zu erreichen. Einzig im Jahre 1922 ist ein Knick zu verzeichnen, der auf die Trennung der Gemeinde Schmitten zurückzuführen ist (siehe auch Geschichte).
| Muttersprache | Anteil (1990) | Anteil (2000) |
|---|---|---|
| Deutsch | 91.9 % | 89.7 % |
| Französisch | 4.3 % | 4.5 % |
| Andere | 3.8 % | 5.8 % |
| Religion | Anteil (1860) | Anteil (1900) | Anteil (1950) | Anteil (2000) |
|---|---|---|---|---|
| Römisch-katholisch | 88.1 % | 83.8 % | 86.5 % | 72.4 % |
| Evangelisch-reformiert | 11.9 % | 16.2 % | 13.1 % | 16.1 % |
| Andere inkl. Konfessionslose | 0 % | 0 % | 0.4 % | 11.5 % |
Sitzverteilung im Gemeinderat nach Partei (Legislatur 2001 bis 2006)
| Partei | Anzahl Vertreter | |
|---|---|---|
| CVP | Christlichdemokratische Volkspartei | 3 |
| CSP | Christlichsoziale Partei | 2 |
| SP | Sozialdemokratische Partei | 1 |
| FWD | Freie Wähler Düdingen | 1 |
| FDP | Freisinnig-Demokratische Partei | 2 |
Im Jahr 2000 standen 1'353 Arbeitsplätze für gesamthaft 3'675 Arbeitnehmer in Düdingen zur Verfügung. Die restlichen 2'427 (66 %) Arbeitnehmer verdienen ihren Lebensunterhalt ausserhalb der Gemeinde.
Die Milchwirtschaft ist von grosser Bedeutung. Drei Käsereien (Bundtels, Mariahilf und Düdingen) verarbeiten eine der grössten Milchmenge der Schweiz in Käse.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war vor allem der Getreideanbau vorherrschend. Durch Schiff und Eisenbahn sanken die Getreidepreise sehr stark so dass eine rasche Umstellung auf Viehzucht stattfand. Noch heute ist die Viehzucht eine wichtige Einnahmequelle der Bauerschaft, wie es die Zahlen aus dem Jahre 1993 ausdrücken:
Weitere landwirtschaftliche Zweige in Düdingen sind Obstanbau, Obstverwertung, Kartoffelanbau, Saatzucht, Forstwirtschaft, mehrere Baumschulen und Gärtnereien.
In mehrere Schüben haben sich in Düdingen die verschiedensten Betriebe niedergelassen. Ende des 19. Jahrhunderts bis 1905 wurden vor allem Produkte der Landwirtschaft und des Bodens verwertet (Gründung der Milchsiederei, der Mosterei und der Ziegelei). Eine Ausweitung der Produkte wurde während der zwanziger und dreissiger Jahre erreicht durch eine Zündholzfabrik (1947 wieder geschlossen) und durch die Zementwarenfabrik. Ab 1952, mit der Niederlassung einer Diamantschleiferei, folgten bis heute alle weitere Betriebe in den verschiedensten Bereiche (Maschinenfabriken, Pharmazeutik, Leichtmetall-Giesserei, Kunststoffe, Farbbindemittel, usw.). Das Bereitstellen von Industriezonen, eine entgegenkommende Steuerpolitik und vorhandene Arbeitskräfte begünstigten die Niederlassung der Betriebe.
Das Gewerbe ist seit 1905 auf Bezirksebene organisiert. Ein Gewerbeverein ist in Düdingen vorhanden. Die wichtigsten Gewerbebetriebe stellen Nahrungsmittel her und verarbeiten verschiedene Materialien. Weiter sind Bauunternehmen und Auto-Reparaturwerkstätten stark vertreten.
Der dritte Sektor hat sich seit etwa 50 Jahren kontinuierlich ausgebaut und verfügt über ein sehr diversifiziertes Angebot. Von privater Seite her werden viele Dienstleistungsgeschäfte geführt: Garagen, Fahrschulen, Radio-, Fernseh- und Computergeschäfte, Architektur-, Treuhand- und Ingenieurbüros, Versicherungsagenturen und Getränkehandlungen. Weitere Dienstleistungen werden auch von Vereinen getragen: der Kindergarten, die Erwachsenenbildung, Turnen und Sport. Auch Genossen- und Aktiengesellschaften sind in diesem Sektor vertreten.
Düdingen gehört zu den über 60 vom Kanton anerkannten Tourismus-Gemeinden. Zur Infrastruktur gehören mehrere Hotels mit gesamthaft etwa 70 Betten, verschiedene Restaurants und Landgasthöfe, ein Dancing und ein Campingplatz direkt an der Staumauer mit Minigolf, Tennisplatz, Bocciabahn und am Seeufer mehr als 60 Bootsplätze.
Wander- und Radwege erleichtern den Zugang zu den Naturschönheiten und Kulturobjekten (siehe Sehenswürdigkeiten).
Verkehrstechnisch ist Düdingen sehr gut erschlossen. Drei Hauptverkehrsträger durchqueren die Gemeinde von Südwest nach Nordost: die Eisenbahnlinie Freiburg-Bern, die Autobahn A12 und die Kantonsstrasse Freiburg-Bern. Von Süden her treffen sich zwei Kantonsstrassen aus Freiburg und Tafers um sich nördlich wieder Richtung Murten und Laupen zu teilen. Dadurch ist Düdingen einen regionaler Knotenpunkt.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist Düdingen gut erschlossen. Halbstündliche Eisenbahnverbindungen und zahlreiche Postautokurse führen von und nach Düdingen.
Mitunter führt der Autobahnanschluss besonders beim morgendlichen Arbeitsbeginn und beim abendlichen Arbeitsschluss zu chronischen Staus bei der Autobahnausfahrt und durch das Dorf. Täglich fahren 15'000 Fahrzeuge durch die Hauptstrasse (1994). Studien für eine Umfahrungsstrasse bestehen.
Der deutsche Name Düdingen und der französische Name Guin gehen beide auf die Grundform Tudingun zurück. Tudingun kommt vom Personennamen Dodo oder Dudo und dem alemannischen -ingun-Suffix. Vermutete Bedeutung: bei den Leuten des Dudo. Aus dem alemannischen -ingun (ingen) hat sich das romanische -ens entwickelt, wodurch Duens entstand. Duens wird erstmals 1182 in einer lateinischen Urkunde aus dem Kloster Hauterive erwähnt.
Im Patois wurde Duens Dyäng ausgesprochen und später im Französischen auf Guin umgesetzt. Guin ist erstmals 1755 bezeugt.
In Mundart wird Düdingen Tüdinge ausgesprochen. Seltener ist auch Tidinge zu hören.
Über die Jahrhunderte ist der Name in Urkunden oder in Kartenwerke verschieden belegt: 1182 Duens, 1258 Tiudingen, 1287 Tudingen, 1414 Duyng, 1578 Tüdingen, 1668 Didingen.
Die älteste Spuren menschlichen Lebens in der Gemeinde stammen aus der mittleren Steinzeit (40'000 bis 8'000 v. Chr.). Am Saaneufer wurden Teile von Jagdwerkzeugen aus dieser Zeit gefunden. In der jüngeren Steinzeit (5'000 bis 1'800 v. Chr.) haben sich die ersten Bauern angesiedelt. Eine Siedlungsstelle am Schiffenensee mit einer Steinbeilklingen-Werkstatt wurde nachgewiesen. Eine Spinnwirtel (Flur Einschlag) und Keramikscherben (Flur Zelg) bezeugen von der Bronzezeit (1'800 bis 750 v. Chr). Aus der Hallstattzeit sind verschiedene Grabbeigaben wie Arm- und Halsreifen und Fibeln überliefert. Es sind auch mehrere Tumuli (Tumulus sind mehr oder weniger runde Grabhügel) aus dieser Zeit bekannt (Bundtels, Chiemiwald, Birchholz, Klempa). Die Besiedlung nahm in der Latènezeit (450 v. Chr. bis 0) zu. Aus dieser Zeit wurde ein Frauengrab beim Bau der Eisenbahnlinie zwischen Garmiswil und Balliswil entdeckt. Es war die Zeit der Helvetier. Ab dem Zeitpunkt der Niederlage gegen die Römer bei Bibracte im Jahre 58 v. Chr. sind auch römische Spuren vorhanden. An drei Orten (Chiemiwald, Ottisberg und Balliswil) wurde Ruinen entdeckt. Mehrere weitere Funde (Silbermünze und Mühlrad) wurden ebenfalls gefunden.
Aus dem frühen Mittelalter (400 bis 800) sind keine mit Sicherheit nachgewiesenen Funde bekannt. Es bestehen auch keine schriftlichen Zeugnisse aus dieser Epoche. Die Völkerwanderung, vor allem das Vordringen der Alemannen wurde in der Nachbarschaft gestoppt, wodurch das Gemeindegebiet in die Sprachgrenzzone gelangte. Die Gegend wurde christianisiert. Im Jahre 1228 ist die Pfarrei erstmals erwähnt. Ab der Gründung der Stadt Freiburg (1157) wird derer Einflussnahme immer stärker bemerkbar. Die Herren von Düdingen (die Duens und später die Velga) gelangten in der Stadt zu Ansehen und stellten mehrere Schultheissen. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts beherrscht die Stadt Freiburg die ganze Alte Landschaft. Bis und mit dem Sonderbundskrieg 1847 steht Düdingen stets auf der Seite der Stadt. Ab 1817 ist ein Ammann in Düdingen erwähnt und ein eigenes Protokoll wird geführt. 1831 führt zur endgültigen Bildung der politischen Gemeinde.
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In dieser Sage rettete ein Ochse die Kirchenreliquien der Düdinger. Sie banden ihm die Reliquien auf die Hörner und versteckten ihn vor den feindlichen Truppen. Gefunden wurde der Ochse danach auf einer Weide (daher die 3 Blumen).
Das ist allerdings nur eine von mehreren Theorien, wie das Wappen entstand.
Zahlreiche Weiler sind auf dem Gebiet der Gemeinde verstreut:
Angstorf
Angstorf liegt auf der alten Strasse von Düdingen nach Tafers. Der Ort, mit Namen Anstorf 1379 erstmals erwähnt, ist eine frühe alemannische Siedlung. Ein Herrschaftshaus (Schloss), ein Haus mit Vollwalmdach aus dem Jahre 1741 und ein gut erhaltener Speicher mit Jahrgang 1652 prägen den kleinen Weiler.
Balbertswil
Der geschlossener Weiler wird 1323 als Balwartswile erstmals erwähnt. Erwähnenswert sind ein Herrensitz aus dem Ende des 17. Jahrhunderts und ein Speicher aus dem 16. Jahrhunderts.
Balliswil
Balliswil wird 1388 als Baliswile erstmals erwähnt. Ein Herrenhaus, ein Pächterhof, eine Marienkapelle und weitere Gebäude sind die Bestandteile des Weilers. Bis zur Vollendung der Grandfeybrücke war Balliswil zwischen 1860 und 1862 die Endstation der Eisenbahn Richtung Freiburg.
Bruch (Vorder, Hinter)
Hinter Bruch ist ein Herrschaftsweiler mit Kapelle. Das Haus wurde vermutlich anfangs des 19. Jahrhunderts zu einer Kubus-Form mit Walmdach aufgestockt. Die St. Jost gewidmete Kapelle wurde 1519 erstmals erwähnt. Zum Weiler Vorder Bruch gehört ein kleines Landhaus im Stil des Herrenhauses aus dem 18. Jahrhundert.
Bundtels
Das bemerkennswerte Ortsbild charakterisiert den enggescharten, geschlossenen Weiler. 1172 wird er erstmals als Pontels erwähnt. Die heutige neugotische Katharinenkapelle wurde 1862 erbaut. Eine Kapelle war jedoch schon im 12. Jahrhundert vorhanden. Ein Speicher aus dem Jahre 1597 gehört zu den ältesten der Gemeinde. Bis mitte des 15. Jahrhunderts zählte Bundtels mehr Einwohner als Düdingen.
Chastels
Rund 300 m südwestlich vom Weiler Chastels (erstmals 1388 erwähnt) befindet sich der Standort der ehemaligen, 1331 zerstörten Burg Chastels (vom lat. castellum = Schloss). Unterhalb der Burgstätte befand sich einst eine Einsiedelei mit einem Antoniusbethäuschen.
Galmis
Galmis, 1388 erstmals erwähnt, ist einer der wenigen intakt gebliebener Weiler der Region. Es ist ein sogenannter zweizeiliger Weiler: die Bauernhäuser sind aneinandergereiht, während die dazugehörigen Nebenbauten auf der andern Strassenseite liegen. Der Weiler ist als historisches Denkmal klassiert.
Heitiwil
Der Weiler ist langgestreckt und hinzu gehört das Schloss Heitiwil aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Erstmals wurde der Weiler im Jahre 1329 unter dem Namen Heytenwile erwähnt.
Jetschwil
Der Ort ist schon seit 1243 als Uchenwile bekannt. Spätere Nennungen waren Ochinwile und Uetschenwyl. Das heutige Schloss wurde im Jahre 1765 von der Patrizierfamilie de Boccard erbaut. Mehrere Bauernhäuser und Speicher gehören ebenfalls zum Weiler.
Ottisberg
Ottisberg, erstmals unter dem Namen Othersperch 1306 erwähnt, ist ein locker gebauter Weiler mit einem Landhaus, Kapelle und mehrere Bauernhäuser. Das Landhaus aus dem Jahre 1841 diente von 1921 bis 1964 als Altersasyl.
St. Wolfgang
Der Ort, früher Zur schönen Buche benannt, ist ein Wallfahrtsort an der Strasse Düdingen-Freiburg mit Verbindung nach Jetschwil. Die Wolfgangskapelle war einst ein bekannter und viel besuchter Wallfahrtsort. Eine vollständige Renovation fand 1983/84 statt.
Übewil
Der Weiler am Stadtrand von Freiburg wurde erstmals 1299 auf Deutsch als Ybenwile und 1300 auf Französisch als Villars-les-Joncs erwähnt. Er besteht aus Bauernhäusern, einer Kapelle und einem Schloss. Das Schloss wurde 1765 als typisches Landhaus mit Mansartdach errichtet.
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