Czaplinek (deutsch: Tempelburg) ist eine polnische Stadt in der Woiwodschaft Westpommern, Kreis Drawsko Pomorskie, mit 7.000 Einwohnern (Stand: 2005) und Sitz einer gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde.
Während des 16. Jahrhunderts entwickeln sich Glashütten, Eisenhämmer und das Tuchmacherhandwerk zu den wichtigsten Erwerbzweigen in der Stadt. In den Jahren 1609 und 1610 richten Großbrände schwere Schäden an, und große Teile der Bevölkerung fällt immer wiederkehrenden Seuchen zum Opfer. Obwohl vom katholischen Polen beherrscht, fasst die Reformation auch in Tempelburg Fuß. 1625 wird jedoch die Abhaltung von protestantischen Gottesdiensten verboten. Während des polnisch-schwedischen Krieges plündern schwedischen Soldaten, und die Pest dezimiert erneut die Einwohnerschaft. Im Vertrag vom Bromberg erwirbt der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm die Draheimer Starostei mit Tempelburg für 120.000 Reichstaler zunächst als Pfandbesitz. Bei einem erneuten Stadtbrand werden 1725 wieder zahlreiche Häuser, die beiden Kirchen und das Rathaus zerstört. Während ein Jahr später mit dem Neubau der evangelischen Kirche begonnen wird, weigert sich der Stadtrat, auch die katholische Kirche wieder aufzubauen. Diese wird erst im Jahre 1753 erbaut. Als 1765 Tempelburg wieder ein Opfer der Flammen wird, erhält der preußische Baudirektor Gilly den Auftrag, den Wiederaufbau zu leiten. Im Vertrag von Warschau vom 18. September 1773 verzichtet Polen endgültig auf die Einlösung der verpfändeten Starostei Dramburg. Zur Erweiterung landwirtschaftlichen Bodens wird in den Jahren 1787 und 1788 der Dratzigsee um über einen Meter abgesenkt.
Nach der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress ordnet auch Preußen seine Territorialverwaltung neu. 1818 wird Tempelburg in den pommerschen Kreis Neustettin eingegliedert, erhält aber, obwohl mit 2.316 Einwohnern größte Stadt im Kreis, nicht den Sitz des Landratsamtes. 1829 wird mit dem Neubau der evangelischen Kreuzkirche nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel begonnen. Als 1877 die Arbeiten an der Eisenbahnstrecke Ruhnow - Neustettin beginnen, weigert sich der Tempelburger Stadtrat, ein Grundstück für den Bahnhof zur Verfügung zu stellen. So wird die Bahnlinie südlich an der Stadt vorbeigeführt und der Bahnhof drei Kilometer von der Stadt entfernt gebaut. Dadurch geht auch die Industrialisierungswelle des ausgehenden 19. Jahrhunderts an der Stadt vorbei, und Tempelburg bleibt eine Ackerbürgerstadt.
Nach dem Ersten Weltkrieg erweitert sich die Stadt nach Norden und nach Süden, womit auch der Anschluss an den Bahnhof hergestellt wird. 1939 hat Tempelburg 5.275 Einwohner. Am 2. März 1945 erobert die Rote Armee die Stadt, die anschließend unter polnische Verwaltung gestellt wird. Die nicht schon vorher geflohenen deutschen Bewohner werden ausgewiesen oder müssen die polnische Staatsangehörigkeit annehmen. In Anlehnung an die alte slawische Siedlung erhält die Stadt den neuen Namen Czaplinek.
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