| Strukturformel
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| Cystein - Cysteine.png
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| Allgemeines
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| Name | D/L-Cystein
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| Abkürzung | Cys, C
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| Restname | Cysteinyl-
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| essentiell | nein
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| Andere Namen | 2-Amino-3-mercapto- propansäure
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| Summenformel | C3H7NO2S
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| CAS-Nummer | 52-90-4
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| Kurzbeschreibung | Feststoff
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| Eigenschaften
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| Molmasse | 121,16 g/mol
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| Aggregatzustand | fest
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| Dichte | ? g/cm³
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| Schmelzpunkt | 220–228 °C
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| Siedepunkt | ? °C
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| Dampfdruck | ? Pa (x °C)
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| Löslichkeit | gut in Wasser (160 g/L bei 20 °C), Alkohol, Essigsäure, nicht in Ether und Benzol
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| Seitenkette | hydrophil
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| isoelektrischer Punkt | 5,05
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pK-Werte bei 25 °C | pKCOOH: 1,8 pKNH2: 10,8 pKSeitenkette: 8,3
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van-der-Waals- Volumen | 86
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| Hydrophobizitätsgrad | 2,5
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| Sicherheitshinweise
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| Gefahrensymbole
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| R- und S-Sätze |
| R: -
S: -
| MAK | nicht festgelegt
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| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Cystein ist eine
schwefelhaltige proteinogene
Aminosäure. Ihre Seitenkette hat die strukturierte
Summenformel -CH
2-SH. Zwei Cysteinreste können eine
Disulfidbrücke ausbilden, wobei
Cystin entsteht. Disulfidbrücken sind neben
Wasserstoffbrückenbindungen,
ionischen Bindungen und
van-der-Waals-Kräften für die Ausbildung und den Erhalt der
Tertiär- und Quartärstruktur der
Proteine verantwortlich. In den Proteinen kommt L-Cystein vor, der IUPAC-Name ist (R)-2-Amino-3-mercapto-propansäure.
Da die SH-Gruppe eine höhere Priorität als die COOH-Gruppe hat, ist L-Cystein die einzige proteinogene Aminosäure mit 2R-Konfiguration.
Eigenschaften
Cystein könnte zu den nicht essentiellen
Aminosäuren gezählt werden, da sie vom Körper gebildet werden kann. Allerdings ist dazu die unbedingt essentielle Aminosäure Methionin erforderlich. Daher wird Cystein üblicherweise als semiessentiell betrachtet. Als Bestandteil von vielen
Proteinen und
Enzymen ist sie oft am
Katalysemechanismus beteiligt.
Eine weitere Eigenschaft, die Cystein im Organismus zu einer sehr bedeutenden Aminosäure macht, ist ihre Fähigkeit, sog. Disulfidbrücken, kovalente Bindungen zwischen den Schwefelatomen von zwei verschiedenen Cystein-Resten, auszubilden. Diese tragen erheblich dazu bei, nichtcytosolische Proteine in ihrer Gestalt zu fixieren bzw. verschiedene Proteinuntereinheiten zu einem Komplex zusammenzufügen.
Technische Gewinnung
Cystein kann wie alle
Aminosäuren aus Proteinen wie z. B.
Keratin durch
Hydrolyse gewonnen werden.
Biosynthese und Metabolismus
Cystein wird biosynthetisch aus
Serin, welches das Grundgerüst liefert, und
Methionin über
Homocystein, das die SH-Gruppe beiträgt, aufgebaut. Dazu sind die Enzyme Cystathionin-Synthetase und Cystathionase erforderlich. Serin- oder Methioninmangel hemmen folglich die Cysteinsynthese.
Die Aminosäure kann durch α,β-Eliminierung abgebaut werden. Dabei entstehen Aminoacrylat und H2S. H2S wird zum Sulfat (SO4²-) oxidiert. Aminoacrylat isomerisiert zum Iminopropionat, das hydrolytisch seine Aminogruppe abspaltet und so zum Pyruvat wird.
Durch Transaminierung kann es auch zum β-Mercaptopyruvat werden. Die Sulfit-Transferase überträgt Sulfit auf die Thiolgruppe und wandelt diese dadurch in Thiosulfat um. Nach Hydrolyse der Kohlenstoff-Schwefel-Bindung wird anschließend Pyruvat frei; das Thiosulfat (S2O3²-) wird zum Sulfat oxidiert.
Cystein kann auch an der SH-Gruppe oxidiert werden und anschließend decarboxylieren. Dadurch entsteht Taurin, das Gallensäuren konjugieren kann.
Durch genetisch bedingte Defekte im Cystintransporter, der nach Aufnahme im Magen-Darm-Trakt und Wiederaufnahme in der Niere kann eine Cystinurie entstehen. Die Mutation im rBAT-Gen betrifft auch den Stoffwechsel der Aminosäuren Lysin, Arginin und Ornithin, also die Polyamino-Aminosäuren.
Funktionen
Die Aminosäure kann
Schwermetall-Ionen
komplexieren. Sie wird daher unter anderem als Therapeutikum für
Silber-Vergiftungen eingesetzt. Durch die Bindung von
freien Radikalen durch die
Thiolgruppe wird Cystein auch zur Vorbeugung von
Strahlenschäden eingesetzt. Es wird normalerweise in der Form von
Acetylcystein (ACC bzw. NAC) verabreicht.
Lebensmittelzusatzstoff
Als
Lebensmittelzusatzstoff wird Cystein mit dem Kürzel E 920 gekennzeichnet. Cystein trägt zur beschleunigten
Mehlreifung bei. Dies ist insbesondere bei automatisierten Backvorgängen, beispielsweise für Kekse, von großer Bedeutung. Daneben ist Cystein/Cystin ein Grundstoff zur
Aromaerzeugung, insbesondere für Fleisch- und Röstaromen. Als semiessentielle Aminosäure wird Cystein/Cystin adaptierter
Muttermilch zugesetzt. Ferner wird E 920 bei Diätzubereitungen, Futtermittel, Arzneimitteln und Kosmetika eingesetzt. Eine Deklaration in fertigen Produkten ist nicht erforderlich.
Cystein wird Teigen beigegeben, wenn der Kleber zu stark ist. Dadurch wird eine Erweichung des Klebers erreicht, der Teig lässt sich besser verarbeiten. Cystin E 921 bewirkt das Gegenteil und macht den Kleber stärker.
Thearapeutische Wirkung
Cystein wird, verabreicht als Acetylcystein, zur symptomatischen Therapie von
Husten, insbesondere in der Akut- und Rekonvaleszenzphase nach Erkältungskrankheiten, eingesetzt. Unter der Gabe von Cystein wird der im Verlauf dieser Erkrankungen vermehrt gebildete Bronchialschleim dünnflüssiger und kann so leichter abgehustet werden.
Dopingmittel
Unter Gabe von Cystein während des Trainings soll der Muskelaufbau beschleunigt werden (anabole Wirkung). Cystein steht daher unter dem Verdacht, ein Dopingmittel zu sein.
Weblinks
Quellen
Biochemie | Biomolekül | Aminosäure | chemische Verbindung
Cisteïna | Cystein | Cysteine | Cisteino | Cisteína | Kysteiini | Cystéine | ציסטאין | Cisteina | システイン | Cystein | Cisteinas | Cysteïne | Cysteina | Cisteína | Cystein | 半胱氨酸