Csepel ist eine Insel in der Donau in Ungarn, die im Norden vom südlichen Ende Budapests bis zur Gemeinde Tass im Süden reicht.
Geografie
Csepel liegt in Mittelungarn und reicht von Budapest bis Tass. Sowohl am nördlichen als auch am südlichen Ende der Insel befindet sich je eine Schleuse zur Regulierung des Wasserpegels. Die Insel ist knapp 50 Kilometer lang und teilt die Donau in eine Hauptader und eine Nebenader. Erstere nennen die Ungarn
Große Donau (ung. Nagyduna), letztere
Kleine Donau (ung. Kisduna). Der nördliche Teil der Insel gehört seit Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts zu Budapest und bildet den 21. Gemeindebezirk.
Infrastruktur
Am dichtesten besiedelt ist die Insel im nördlichen Teil, der zur Hauptstadt gehört. Darüber hinaus finden sich weiter südlich kleinere Städte und Gemeinden. Die wichtigsten sind
Ráckeve,
Tököl und
Szigetszentmiklós. Die östliche Seite Csepels, wo die Kleine Donau fließt, wird hauptsächlich für Freizeitaktivitäten genutzt. Hier findet man zahlreiche Angelmöglichkeiten und Wassersportvereine. Am weitesten verbreitet sind
Kajakfahren und
Rudern. Csepel verfügt über eine eigene Vorort-Bahnlinie (ung.
HÉV), die von Budapest bis Ráckeve fährt.
Industrie
Csepel ist kein ausgesprochenes
Industriegebiet. Die größte Industrieanlage stammt aus der Zeit vor dem Sozialismus und war damals die Fabrikanlage von Manfred Weiß. Später wurde das Werk verstaatlicht. Csepel war damit eine Hochburg der Arbeiterklasse. Im umgetauften
Csepeler Eisen- und Metallwerk (ung. Csepel Vas- és Fémmüvek) wurden unter anderem Motorräder, Fahrräder und Lastkraftwagen hergestellt. Nach der politischen Wende, Anfang der
90er Jahre, wurde das Werk in Einzelunternehmen zerschlagen.
Durch seine günstige Lage nahe an der Hauptstadt aber doch außerhalb wurde in Csepel ein
Freihafen an der Großen Donau errichtet.
Weblinks
Bezirk Csepel (Budapest)
Binneninsel (Europa) | Geographie (Ungarn) | Donau | Budapest
Csepel Island | Csepel (eiland)