Crissier ist eine politische Gemeinde im Distrikt Lausanne des Kantons Waadt in der Schweiz.
Die Fläche des 5.5 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Waadtländer Mittellandes. Der Gemeindeboden erstreckt sich am Hang von Crissier, der im Westen vom Taleinschnitt der Sorge, im Osten von demjenigen der Mèbre begrenzt ist. Nach Norden reicht das Gebiet bis auf die angrenzende Hochfläche des Gros de Vaud. Der höchste Punkt von Crissier wird mit 585 m ü. M. im Wald von Plamont erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 44 % auf Siedlungen, 27 % auf Wald und Gehölze und 29 % auf Landwirtschaft.
Zu Crissier gehören neue Wohnquartiere und eine ausgedehnte Gewerbe- und Industriezone entlang der Autobahn. Nachbargemeinden von Crissier sind Ecublens, Bussigny-près-Lausanne, Villars-Sainte-Croix, Mex, Sullens, Cheseaux-sur-Lausanne, Jouxtens-Mézery, Renens und eine Exklave von Lausanne.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1850 | 511 |
| 1900 | 875 |
| 1910 | 1192 |
| 1930 | 1670 |
| 1950 | 2068 |
| 1960 | 3171 |
| 1970 | 4592 |
| 1980 | 4707 |
| 1990 | 5878 |
| 2000 | 6577 |
Seit dem 17. Jahrhundert wurde die Wasserkraft der Mèbre durch zwei Mühlen genutzt. Ende des 19. Jahrhunderts dehnte sich das Dorf hangabwärts in Richtung des Bahnhofs von Renens aus, und die ersten Industriebetriebe fassten Fuss in Crissier. Dazu gehörte vor allem die Produktion von Zigarettenfiltern und -papier (Baumgartner SA, seit 1912). Dies führte zur Entstehung mehrerer Arbeitersiedlungen am Dorfrand.
Als Folge der hervorragenden Verkehrserschliessung nach dem Bau der Autobahn A1 entwickelte sich eine grosse Gewerbe- und Industriezone am Hang unterhalb des alten Dorfkerns. Hier liessen sich zahlreiche Unternehmen nieder. Wichtige Industriebranchen sind der Maschinenbau, die Nahrungsmittelindustrie, die Herstellung von elektronischen Messinstrumenten, die Feinmechanik und die Möbelindustrie. In Crissier befinden sich Einkaufszentren, darunter seit 2001 das Coop-Léman Centre. Heute gibt es rund 600 Unternehmen, die in der Gemeinde ansässig sind.
Crissier verfügt über einen Theatersaal (seit 1969), ein Gemeindezentrum (seit 1979) und ein Sportzentrum (seit 1990).
Durch die Autobuslinien 32 (Renens-Mex) und 37 (Prilly-Crissier) der Transports publics de la région Lausannoise ist Crissier an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1190 unter dem Namen Crissiacum, 1219 erschien die Bezeichnung Crissie. Der Ortsname geht auf den lateinischen Personennamen Criscius zurück. Im Mittelalter gehörte Crissier zum Domkapitel von Lausanne. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde es 1595 eine eigene Herrschaft, die 1732 von Lausanne übernommen wurde.
Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 kam Crissier unter die Verwaltung der Landvogtei Lausanne. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte das Dorf von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es zunächst dem Bezirk Morges zugeteilt, 1803 kam es zum Bezirk Lausanne.
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