Der Creditanstalt-Bankverein war eine österreichische Bank.
Aus dieser Bank ging nach der Übernahme durch Salomon Meyers Sohn Anselm Salomon von Rothschild die k. k. privilegierte Österreichische Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe hervor, die am 31. Oktober 1855 gegründet wurde. Als Wirtschaftsbank wurde sie die größte der österreichisch-ungarischen Monarchie. Der Sohn Anselm Salomons, Albert Salomon Anselm von Rothschild, übernahm die Geschäfte im Jahr 1872 und konnte aufgrund der guten Ertragslage in den Jahren 1909 bis 1912 in der Wiener Schottengasse ein Bankhaus im neoklassizistischen Stil von den Architekten Ernst von Gotthilf Miskolczy, sowie von Gustav und Franz von Neumann errichten lassen, welches auch heute noch erhalten ist. 1911 übernahm Albert Salomon Anselms Sohn, Louis Nathaniel von Rothschild, die Geschäfte.
Da die Creditanstalt jedoch den Großteil aller österreichischen Industriebetriebe betreute, war ihre Sanierung für die nachfolgende Regierung unter Bundeskanzler Otto Ender unbedingt notwendig. Das Erste Creditanstalt-Gesetz wurde erlassen, welches eine Garantie für Auslandsgläubiger und eine Aufnahme von Auslandskrediten vorsah. Zudem wurden die Schulden aufgeteilt. 100 Millionen Schilling übernahm der Staat und je 30 Millionen das Haus Rothschild und die Österreichische Nationalbank. Die Sozialdemokraten waren für eine Verstaatlichung der Bank eingetreten, konnten sich aber nicht durchsetzen. Noch im gleichen Jahr erteilte der Nationalrat mit dem Zweiten Creditanstalt-Gesetz der Bundesregierung die Vollmacht zur Übernahme der Haftung für die Schulden der Creditanstalt. Der Abgang von 150 Millionen Schilling im Budget wurde durch Sparmaßnahmen bei Beamtengehältern, der Einführung der Besoldungssteuer und Erhöhung der Kaffee- und Tabakzölle aufgebracht. Auch die Sozialdemokraten stimmten dieses Mal dafür.
1934 wurde die Creditanstalt von der Bundesregierung unter Engelbert Dollfuß mit dem Wiener Bankverein fusioniert, und hieß ab nun Österreichische Creditanstalt - Wiener Bankverein.
Die Aktienmehrheit an der Bank ging zuerst in eine Holdinggesellschaft des Deutschen Reiches und anschließend an die Deutsche Bank über. 1939 wurde die Bank in Creditanstalt-Bankverein umbenannt.
Unter Herrschaft der Nationalsozialisten diente die Bank als „KZ-Bank“. Bankbeziehungen zu mindestens 13 KZ wurden nachweislich unterhalten, von denen die Bank regelmäßig Todeslisten - auch vom KZ Auschwitz - erhielt und Wuchergebühren für Geldüberweisungen von Angehörigen an KZ-Häftlinge berechnete, wie aus den Archiven der Deutschen Bank hervorgeht.
Ab 1956 wurde der Staatsanteil an der Bank reduziert. 40 % der Anteilsrechte wurden durch die Ausgabe von Stammaktien und stimmrechtslosen Vorzugsaktien an Private verkauft. Ab 1964 wandte sich die Bank verstärkt dem Privatkundengeschäft zu. Mitte der 1970er-Jahre rangierte der Creditanstalt-Bankverein unter den hundert größten Banken der Welt. In den 1980er-Jahren verstärkte die Bank ihre Auslandsaktivitäten und Filialen wurden unter anderem in London, New York und Hong Kong eröffnet. Bis 1987 sank zudem der Staatsanteil auf 51 %. Seit den 1990er-Jahren, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, vergrößerte die Bank auch kontinuierlich ihre Marktpräsenz in den mittel- und osteuropäischen Ländern. 1996 besaß die Bank 81 Auslandsfilialen weltweit und 255 österreichische Zweigstellen und mehrere Tochterbanken.
2002 erfolgte die endgültige Fusion zwischen Bank Austria (BA) und Creditanstalt-Bankverein (CA) zur Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), die seit 2001 als Teilkonzern der deutschen Bayerischen Hypo- und Vereinsbank (HVB) firmiert. 2005 wurde die BA-CA von der italienischen Bankengruppe Unicredit übernommen.
Ehemaliges Kreditinstitut | Ehemaliges Unternehmen (Österreich)
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