Crazy Horse Monument.jpg in South Dakota]] Crazy Horse (engl. wildes Pferd - eigentlicher Name Tashunka Witko, * zwischen 1838 und 1842; † 6. September 1877 ermordet) war ein Anführer der Oglala-Indianer, einer Abteilung der westlichen Sioux (Eigenbezeichnung Lakota).
Es wird erzählt, er sei als Sohn eines Medizinmannes geboren worden und durch ungewöhnlich helle Haut und braunes welliges Haar aufgefallen. Bereits im Alter von 16 Jahren machte er sich einen Namen als mutiger Krieger im Kampf gegen andere Stämme. In den folgenden Jahren festigte er diesen Ruf und wurde ab dem Jahr 1865 zu einem wichtigen Anführer im Kampf gegen die ständig vordringenden Weißen.
Am 21. Dezember 1866 lockte er ein Kommando weißer Soldaten bei Fort Phil Kearny im heutigen Wyoming in einen vernichtenden Hinterhalt. Das Fort war ohne gültigen Vertrag in einem wichtigen Jagdgebiet frei lebender Sioux und Cheyenne Indianer errichtet worden. Am 2. August 1867 erlitt Crazy Horse mit 500 Kriegern bei einem Überfall auf eine Holzfällerkolonne in der Nähe des Forts eine empfindliche Niederlage, da die Soldaten des Begleitschutzes zum ersten Mal mit modernen Repetiergewehren ausgerüstet waren. Dennoch zwang der anhaltende Guerillakrieg der Indianer unter dem Oberkommando von Red Cloud die Weißen, das Fort Phil Kearny und andere Forts rund um das Jagdgebiet am Powder River abzureißen (Vertrag von Fort Laramie 1868).
Im Jahr 1875 bemühte sich eine Regierungskommission vergeblich, den Lakota die Black Hills (eine Art "Mittelgebirge," welches den Prärieindianern heilig war/ist) abzukaufen, wo reiche Goldvorkommen vermutet wurden. Zur endgültigen Brechung des Widerstandes veranlasste die US-Regierung im nächsten Jahr ausgedehnte Feldzüge der Armee gegen die letzten freien Stammesverbände, die sich um Crazy Horse und Sitting Bull scharten. Zunächst konnten sich die Indianer in den Kämpfen gegen General Crook am Rosebud Creek (17. Juni 1876) und gegen General George Armstrong Custer bei der Schlacht am Little Bighorn River (25. Juni 1876) noch behaupten, wobei Crazy Horse einer der wesentlichen Akteure war.
In den folgenden Monaten verfolgte die Armee in einem gnadenlosen, den Winter anhaltenden Vernichtungsfeldzug die letzten freien Sioux- und Cheyenne-Abteilungen, was zu Flucht, verheerenden Niederlagen und Kapitulationen der Indianer führte, nicht zuletzt auch wegen der rasch schwindenden Bisonherden, ihrer Lebensgrundlage.
Nach einem entbehrungsreichen Winter ergab sich Crazy Horse mit 900 hungernden Gefolgsleuten am 6. Mai 1877 der US-Armee und wurde bei Fort Robinson (Nebraska) unter Militäraufsicht angesiedelt. Am 6. September des gleichen Jahres wurde er von einem Soldaten mit einem Bajonett von hinten erstochen, als er sich einer Kerkerhaft widersetzte, die aufgrund von Verleumdungen angeordnet worden war.
Crazy Horse, ein schweigsamer introvertierter Mann, der es stets abgelehnt hatte, fotografiert zu werden, war schon zu Lebzeiten bei Indianern und Weißen eine Legende. Sein gewaltsamer Tod demoralisierte den Selbstbehauptungswillen der Lakota nachhaltig.
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