Courgenay ist eine politische Gemeinde im Distrikt Porrentruy des Kantons Jura in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Jennsdorf wird heute nicht mehr verwendet.
Die Fläche des 18.4 km² grossen Gemeindegebiets umfasst im nördlichen Teil die Ebene, die leicht nach Norden allmächlich zur Allaine abfällt. Die nordwestliche Begrenzung bildet die Höhe von Cras d'Hermont (bis 537 m ü. M.). Nach Süden reicht das Gemeindegebiet auf den Jurakamm der Lomontkette, welche die Ajoie vom Tal des Doubs trennt. Hier befindet sich mit 910 m ü. M. die höchste Erhebung der Gemeinde. Der Nordhang dieser Kette ist dicht bewaldet (unter anderem die Montagne d'Alle) und wird durch mehrere Erosionstäler untergliedert, von denen die meisten heute keine perennierende Fliessgewässer zeigen. Die Westgrenze liegt im Trockental Combe de Secroux, ganz im Osten reicht das Gebiet bis zum Mont Terri. Das Gemeindegebiet wird durch den Pichou zur Allaine entwässert. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 8 % auf Siedlungen, 43 % auf Wald und Gehölze und 49 % auf Landwirtschaft.
Zu Courgenay gehören der Ort Courtemautruy, 541 m ü. M. am Nordfuss der Lomontkette, sowie zahlreiche Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Courgenay sind Porrentruy, Alle, Cornol, Montmelon, Seleute, Ocourt und Fontenais.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1850 | 1098 |
| 1900 | 1568 |
| 1910 | 1498 |
| 1930 | 1444 |
| 1950 | 1511 |
| 1960 | 1666 |
| 1970 | 1954 |
| 1980 | 2014 |
| 1990 | 2088 |
| 2000 | 2062 |
Am 30. März 1877 wurde die Eisenbahnlinie von Glovelier nach Porrentruy mit einem Bahnhof in Courgenay eröffnet. Südlich des Dorfes befindet sich das Nordportal des knapp 3 km langen Mont-Terri-Tunnels nach Saint-Ursanne. Ferner ist Courgenay auch durch den Postautokurs von Porrentruy nach Asuel an den öffentlichen Verkehr angebunden.
Das Dorf gehörte den Grafen von Ferrette und kam Ende des 13. Jahrhunderts an das Fürstbistum Basel. Im Dreissigjährigen Krieg wurde es stark in Mitleidenschaft gezogen. Dieser Krieg bedeutete auch das Ende der beiden bei Courgenay gelegenen Dörfer Courtemblin und Courtary, die teilweise bereits während der Burgunderkriege verlassen und nach den Verwüstungen im Dreissigjährigen Krieg endgültig aufgegeben wurden. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert gehörte Courgenay zum Meieramt Alle. Während der Unruhen von 1730-40 revoltierten die Bewohner unter der Führung des aus dem Dorf stammenden Pierre Péquignat gegen die fürstbischöfliche Obrigkeit. Von 1793 bis 1815 gehörte Courgenay zu Frankreich und war anfangs Teil des Département du Mont Terrible, ab 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern und am 1. Januar 1979 an den neu gegründeten Kanton Jura.
Bekanntheit in der ganzen Schweiz erlangte Courgenay im Ersten Weltkrieg durch Gilberte de Courgenay. Sie war Wirtstochter im Hôtel de la Gare und begegnete den in der Ajoie stationierten Truppen mit besonderer Herzlichkeit und Charme. Der Volksliedsammler und Soldatensänger Hanns In der Gand (Pseudonym von Ladislaus Krupski) hat ihr mit seinem Lied Gilberte de Courgenay ein Denkmal gesetzt.
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