Cotton Mather (* 12. Februar 1663 in Boston (Massachusetts Bay Colony); † 13. Februar 1728 ebenda) war ein puritanischer Geistlicher und Gelehrter. Er war die intellektuell wie politisch wohl bedeutendste Figur der dritten englischen Siedlergeneration in Neuengland.
In mehr als 450 Büchern und Pamphleten schrieb Mather gegen die Aufweichung des orthodoxen Puritanismus und die Säkularisierung der amerikanischen Kolonien an. Bei den Hexenprozessen von Salem war er zwar nicht im Richterkollegium vertreten, beeinflusste aber mit seinen Ratschlägen viele Schuldsprüche. Seine unnachgiebige Haltung bei den Prozessen verteidigte er 1693 in seiner Schrift Wonders of the Invisible World ("Wunder der unsichtbaren Welt"). In diesem an Joseph Glanvills Sadducismus Triumphatus (1682) angelehnten Werk bestärkte er seinen Glauben an das Wirken von Hexen und anderen Sendboten Satans in der Welt.
1702 veröffentlichte er sein Hauptwerk Magnalia Christi Americana, die bis heute als Krönung der neuenglischen Geschichtsschreibung gilt. Darin bestärkte Mather den seit der Gründung der Kolonien vorherrschenden Erwählungsglauben der neuenglischen Puritaner. Die Ecclesiastical History of New England (so der englische Titel des Werks) ist somit eine der bedeutendsten Quellen des bis heute anhaltenden amerikanischen Exzeptionalismus.
Bei allem Aberglauben war Mather aber in anderen Angelegenheiten ein durchaus fortschrittlicher und wissenschaftlicher Gelehrter. So veröffentlichte er 1716 eine Studie über die Hybridisierung verschiedener Maissorten; auch befürwortete er allgemeine Impfungen gegen Windpocken.
Mann | Engländer | Puritaner | Geboren 1663 | Gestorben 1728
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