| Wissenschaftlicher Name
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| Corynebacterium diphtheriae
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| (Kruse 1886) Lehmann and Neumann 1896
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Das Bakterium
Corynebacterium diphtheriae ist der Erreger der
Diphtherie.
Morphologie
C. diphteriae ist ein
grampositives, keulenförmiges Bakterium. Weil es keine
Geißeln besitzt, ist es unbeweglich. Es bildet weder
Kapsel noch
Sporen. Mit der
Neisser-Färbung lassen sich charakteristische, endständige Auftreibungen aus Polyphosphaten und Calcium darstellen, die als Polkörperchen bezeichnet werden. Unter dem Mikroskop lagern sich die einzelnen Stäbchen häufig V- oder Y-förmig an und erinnern so an chinesische Schriftzeichen. Für Studien ist von Bedeutung, dass sich die Corynebacterien anhand der durchschnittlichen Anzahl der Polkörperchen in Biotypen einteilen lassen.
| Biotyp | # Polkörperchen
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| Corynebacterium diphtheriae mitis | 5 bis 6
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| Corynebacterium diphtheriae gravis | 1 bis 2
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| Corynebacterium diphtheriae intermedius | 3 bis 4
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Epidemiologie
Weil der Mensch das einziges Erreger-Reservoir ist, läßt sich die Ausbreitung des Bakteriums durch Impfungen sehr gut bekämpfen. Gab es noch im 2. Weltkrieg durch 3 Millionen Erkrankungen, so ist die
Inzidenz heute sehr gering. In Mitteleuropa beträgt sie ca. 0,001/100000/Jahr. In den ersten Jahren nach dem Ende der UdSSR gab es in den Nachfolgestaaten einen massiven Anstieg der Erkrankungen, als die Impfprogramme zusammengebrochen sind. Heute wird C. diphtheriae aber auch dort durch großangelegte Impfkampagnen wieder erfolgreich bekämpft. In vielen Entwicklungsländern bleibt
Diphtherie allerdings weiterhin ein Problem.
Pathogenese
Die Übertragung erfolgt ducrh engen Kontakt (face-to-face) mit infizierten Personen, meistens durch Tröpfchen, seltener auch über kontaminierte Gegenstände. Der Erreger gelangt über die Schleimhaut,
Konjunktiven oder Wunden in den Körper und vermehrt sich dort. Das Diphtherietoxin, das allerdings nicht von allen C. diphtheriae gebildet wird, schädigt lokal die Zellen, so dass sich ein Pseudomembran aus abgestorbenen Zellbestandteilen im Nasen-Rachenraum bildet. Wenn sich das Pseudomembran auf den
Kehlkopf ausbreitet kann es zu massiver Atemnot und letztendlich zum Tod kommen. Das Gift wirkt außerdem im gesamten Körper und schädigt dort vor allen das
Herz, die
Nieren, die
Nebennieren,
motorische Nerven und die
Leber. Unabhängig von der Wirkung des Giftes sind auch Hautinfektionen und
Endokarditis beobachtet worden.
Diphtherietoxin
Die
genetische Information für das
Toxin tox+ befindet sich nicht im
Genom des Bakteriums selbst, sondern in einem Virus, das als
Prophage oft in
C. diphtheriae anzutreffen ist. Diese
Symbiose ist allerdings so eng, dass das Gen
dtxR, das
tox+ reguliert, auf dem Bakteriengenom zu finden ist. In Anwesenheit von Eisen schaltet
dtxR die Produktion des Giftes ab.
Ähnlich wie auch andere Bakterientoxine setzt sich das Diphtherietoxin aus einem größeren B und einem kleineren A-Teil zusammen. Der B-Teil enthält eine Bindungsstelle, mit der er sich an ein Protein (HB-EGF-precursor - heparin-binding epidermal growth factor), das häufig an menschlichen Zellen zu finden ist, bindet. Das Gift wird dann in einer Vakuole in die Zelle aufgenommen, wo sich dann der A-Teil abspalten kann. Auf dem A-Teil befindet sich ein Enzym, das ein ADP-Ribosyl auf den Elongationsfaktor eEF2 von NAD überträgt. Dadurch ist der Elongationsfaktor inhibiert, es kann keine RNA-Synthese mehr stattfinden und letztendlich stirbt die Zelle. Das Diphtherietoxin ist dabei so potent, dass ein Molekül ausreicht, um eine Zelle zu töten.
Der Nachweis erfolgt mittels Elek-Test.
Weblinks
- CoryneRegNet - Database of Corynebacterial Transcription Factors and Regulatory Networks *
Archaeen und Bakterien | Meldepflichtige Krankheit
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