Cortaillod ist eine politische Gemeinde im Distrikt Boudry des Kantons Neuenburg in der Schweiz.
Geographie
Cortaillod liegt auf rund 484 m ü. M., 8 km südwestlich der Kantonshauptstadt
Neuenburg (Luftlinie). Das Haufendorf erstreckt sich am Rand eines Plateaus am
Jurasüdfuss, südlich des Schwemmfächers der
Areuse, rund 50 m über dem Seespiegel des
Neuenburgersees.
Die Fläche des 3.7 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt am Nordwestufer des Neuenburgersees. Der östliche Teil des Gemeindebodens liegt auf dem flachen Aufschüttungskegel der Areuse, wobei der Fluss die Nordgrenze bildet. Nach Westen reicht das Gebiet auf das Plateau von Cortaillod, das auf rund 490 m ü. M. liegt und steil gegen den Neuenburgersee sowie gegen die Areuse abfällt. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 509 m ü. M. auf diesem Plateau südwestlich des Ortskerns. Die südwestliche Grenze bildet ein kleines Erosionstal, das bei der alten Ziegelei La Tuilerie in den Neuenburgersee mündet. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 34 % auf Siedlungen, 12 % auf Wald und Gehölze, 53 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 1 % war unproduktives Land.
Zu Cortaillod gehören die Siedlungen Bas-de-Sachet (439 m ü. M.) auf dem Schwemmfächer der Areuse am Fuss des Plateaus sowie Petit Cortaillod (433 m ü. M.) am Neuenburgersee unterhalb des Ortskerns. Nachbargemeinden von Cortaillod sind Bevaix und Boudry.
Bevölkerung
Mit 4474 Einwohnern (Ende 2005) gehört Cortaillod zu den grossen Gemeinden des Kantons Neuenburg. Von den Bewohnern sind 86.9 % französischsprachig, 3.9 % deutschsprachig und 2.8 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Cortaillod entwickelte sich zunächst nur langsam, stieg jedoch seit 1950 markant an, wobei besonders während der
1960er Jahren starke Zuwachsraten verzeichnet wurden.
Wirtschaft
Cortaillod war lange Zeit ein hauptsächlich durch die
Landwirtschaft geprägtes Dorf. Die steilen Hänge des Plateaus von Cortaillod eignen sich optimal für den
Weinbau (siehe hierzu auch den Artikel
Weinbau in der Schweiz), der noch heute von Bedeutung ist (vor allem Rotwein, darunter der
Vin du diable). Die fruchtbaren Böden des Plateaus werden vorwiegend
ackerbaulich genutzt. Im Laufe des
18. Jahrhunderts wurden südlich der Areuse zwei
Indienne-Fabriken gegründet, darunter die Fabrique-Neuve de Cortaillod. Diese war bis
1854 in Betrieb, danach waren die Gebäude einige Zeit unbenutzt, bis sich die Câbles Cortaillod
1879 darin niederliess, die heute die bedeutendste Firma (seit
2001 unter dem Namen Nexans Suisse SA) in Cortaillod ist. In der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts bestand in Cortaillod eine
Uhrenfabrik, und
1991-
2001 war die Gemeinde Sitz des europäischen Technologiezentrums Silicon Graphics. In den letzten Jahrzehnten hat sich Cortaillod zur Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die in Neuenburg arbeiten.
Verkehr
Die Gemeinde liegt etwas abseits der Hauptdurchgangsstrassen, besitzt aber einen guten Anschluss an die Hauptstrasse von
Neuenburg nach
Yverdon. Die Autobahn
A5 (Neuenburg-Yverdon), die 2005 dem Verkehr übergeben wurde, verläuft durch den äussersten Nordwesten des Gemeindegebietes. Cortaillod ist durch die Buslinie von Boudry nach
Saint-Aubin-Sauges und durch eine lokale Linie von Cortaillod nach Areuse an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.
Geschichte
Das Gemeindegebiet von Cortaillod ist schon seit langer Zeit besiedelt. Entlang des Ufers des Neuenburgersees wurden vier bedeutende Siedlungsplätze aus der
Jungsteinzeit entdeckt, die zahlreiche Fundstücke (
Silexsteine, Steinbeile, Äxte und Gefässe) aus der Zeit um 4600 bis 3900 v. Chr. enthielten. Nach dem Fundort wurde die
Cortaillod-Kultur benannt. Auch in der späten
Bronzezeit (1250 bis 850 v. Chr.) war das Seeufer besiedelt. Es wurde eine reiche Sammlung an Fundgegenständen ausgegraben (Äxte, Schwerter, Schmuckstücke und Vasen). Darunter befindet sich auch das älteste Bronzerad der Schweiz. Ferner gibt es Spuren einer Siedlung aus der
Römerzeit und bei Petit-Cortaillod befand sich ein
burgundischer Friedhof.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1280 unter dem Namen Cortaillaut, 1311 erschien die Schreibweise Cortaillot. Der Ortsname leitet sich vom lateinischen Curtis Agilaldi (Hof des Agilald) ab. Cortaillod kam 1311 als Lehen an die Herren von Gorgier, aber auch das Priorat von Bevaix hatte Besitz im Ort. 1537 wurde die Reformation eingeführt. Spätestens 1545 ging Cortaillod durch Kauf an die Herren von Colombier und 1564 an die Grafen von Neuenburg über. Seit 1648 war Neuenburg Fürstentum und ab 1707 durch Personalunion mit dem Königreich Preussen verbunden. 1806 wurde das Gebiet an Napoleon abgetreten und kam 1815 im Zuge des Wiener Kongresses an die Eidgenossenschaft, wobei die Könige von Preussen bis zum Neuenburgerhandel 1857 auch Fürsten von Neuenburg blieben.
Sehenswürdigkeiten
Die reformierte Kirche geht im Kern auf die
1505 erbaute Kapelle Saint-Nicolas zurück. Der heutige Bau stammt von
1611,
1722 fand eine umfassende Restauration und Vergrösserung statt. Gegenüber der Kirche steht das
1761 erbaute Hôtel de Commune mit einer reich gegliederten Fassade. Im alten Ortskern befinden sich noch zahlreiche Bürgerhäuser aus dem
16. bis
18. Jahrhundert.
Weblinks
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Cortaillod | Cortaillod | Cortaillod (kommun, CH-NE)