Mühlberg_-_Auf_die_Mensur.jpg) weitere Mitglieder des Corps Saxo-Borussia]]
Das Corps Saxo-Borussia Heidelberg ist ein Corps (Studentenverbindung) im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV), dem ältesten Dachverband deutscher Studentenverbindungen. Das Corps ist pflichtschlagend und farbentragend. Es vereint Studenten und ehemalige Studenten der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Die Corpsmitglieder werden "Heidelberger Sachsen-Preußen" oder "Klaxen" genannt.
Bei Saxo-Borussia ist es vereinzelt üblich, als Kopfbedeckung Tönnchen auch mit Pelzbesatz zu tragen.
Der Wahlspruch lautet "Virtus sola bonorum corona!" (deutsch: "Die Tugend allein ist der Güter höchstes!"), der Wappenspruch "Gladius ultor noster!" (deutsch: "Das Schwert ist unser Rächer!").
Das Corps Saxo-Borussia bildet zusammen mit dem Corps Borussia Bonn und dem Corps Saxonia Göttingen den "Weißen Kreis" innerhalb des KSCV.
Das Corps Saxo-Borussia Heidelberg hat viele prominente Mitglieder, vor allem aus deutschen und internationalen Adelsfamilien. So zählten auch Konstantin I., König von Griechenland, die Prinzen Wilhem und Oskar von Preußen und der letzte kaiserliche Reichskanzler Prinz Max von Baden zu den Sachsen-Preußen aber auch der Komponist Robert Schumann. Auch der Chef des Protokolls im Auswärtigen Amts des Dritten Reiches, SS-Oberführer Alexander Freiherr von Dörnberg gehörte dem Corps an.
Der Hochstapler Harry Domela war im Herbst 1926 mehrere Wochen als angeblicher Prinz von Liven Gast des Corps; über seine (sehr negativ geschilderten) Erfahrungen mit den Sachsen-Preußen berichtete er in seiner im Gefängnis verfassten Biographie.
Deutschlandweit Aufsehen erregte das Corps im Jahre 1935, als Corpsmitglieder in einem öffentlichen Lokal die Übertragung einer Hitler-Rede störten und sich während eines Spargelessens in der Öffentlichkeit mehrfach abfällig über Adolf Hitler äußerten. Dies ging als Heidelberger Spargelessen (auch "Heidelberger Mockage") in die deutsche Universitätsgeschichte ein und beschleunigte den Prozess der vom NS-Regime erzwungenen Auflösung der Studentenverbindungen in Deutschland. Das Corps Saxo-Borussia musste sofort seinen Aktivenbetrieb schließen, der Senior v. Quast wurde verhaftet.
Im Jahre 1944 wurde der Sachsen-Preuße Albrecht von Hagen, Syndikus in Berlin und als Leutnant der Reserve bei der Wehrmacht, als Widerstandskämpfer des 20. Juli von den Nationalsozialisten hingerichtet. Er hatte den Sprengstoff für das Hitler-Attentat beschafft.
Ebenfalls wurde der Sachsen-Preuße Nikolaus Christoph von Halem, der ein Attentat auf Hitler plante, 1944 hingerichtet.
Spät wurde der Sachsen-Preuße und Diplomat Rudolf von Scheliha als Widerständler anerkannt. Aufgrund seiner angeblichen Aktivitäten für die Rote Kapelle galt er auch noch im Nachkriegsdeutschland als Landesverräter. Erst im Jahre 1995 wurde er vom Auswärtigen Amt mit einer Gedenktafel geehrt.
Das Corps Saxo-Borussia konnte im Jahre 1952 wiederentstehen und zählt auch heute noch vorwiegend Söhne aus Adelsfamilien zu seinen Mitgliedern.
Über das Corps Saxo-Borussia gibt es Romane, Theaterstücke und zahlreiche Gedichte z.B. von Kurt Tucholsky oder Mark Twain.
Siehe auch: Liste Kösener Corps
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