Corbeyrier ist eine politische Gemeinde im Distrikt Aigle des Kantons Waadt in der Schweiz.
Die Fläche des 22.0 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Waadtländer Alpen. Der südliche Gemeindeteil liegt im Bereich des Wildbaches Torrent d'Yvorne am Hang von Corbeyrier. Dem Dorf vorgelagert sind die beiden Waldhügel Champillon und Châtillon. Entlang des Baches reicht das Gebiet bis in die Rebhänge bei Yvorne hinunter.
Nach Norden erstreckt sich der Gemeindeboden über den Berggrat mit den Kalkstöcken Sex des Nombrieux (1805 m ü. M.), Sex des Paccots (1806 m ü. M.) und Sex du Parc aux Feyes (1856 m ü. M.) auf Alpweiden im Einzugsgebiet der Eau Froide. Dieser Bach bildet die Nordgrenze von Corbeyrier. Hier befindet sich das Naturschutzgebiet Argnaule mit den Bergseen Lac Pourri, Lac Rond und dem Lac des Nervaux. Im Osten verläuft die Grenze über den Chaux de Mont, auf dem mit 2205 m ü. M. der höchste Punkt von Corbeyrier erreicht wird, und entlang der Kalkwände von Tour d'Aï und Tour de Mayen. Ganz im Nordosten reicht das Gebiet über den Passübergang von Ayerne (die Hauptwasserscheide zwischen Rhône und Rhein) bis in das Einzugsgebiet des Petit Hongrin. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 2 % auf Siedlungen, 52 % auf Wald und Gehölze, 36 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 10 % war unproduktives Land.
Zu Corbeyrier gehören die Weiler Vers-Cort (754 m ü. M.) und Vers la Crête (883 m ü. M.) unterhalb des Dorfes, Vers la Doey (970 m ü. M.) oberhalb des Dorfes, Bovau (1035 m ü. M.) östlich des Torrent d'Yvorne, Luan (1205 m ü. M.) in einer Mulde des Torrent d'Yvorne sowie einige Einzelhöfe und Alpsiedlungen. Nachbargemeinden von Corbeyrier sind Villeneuve, Roche, Yvorne, Leysin und Ormont-Dessous.
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts brachte der aufkommende Tourismus einen wirtschaftlichen Aufschwung. Corbeyrier entwickelte sich zu einem Erholungsort mit mehreren Hotels und Pensionen. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges erlitt die Hotellerie einen Einbruch. Seit den 1950er Jahren wurden mehrere Hotels in Ferienkolonien umgewandelt. Beim Passübergang Ayerne befinden sich einige Übungsanlagen des Militärgebietes Hongrin auf dem Gemeindeboden von Corbeyrier.
Das Gebiet von Corbeyrier gehörte seit dem Mittelalter den Herzögen von Savoyen. Mit der Eroberung der Herrschaft Aigle durch Bern im Jahr 1476 gelangte Corbeyrier unter die Verwaltung des Gouvernements Aigle. Als Folge eines Erdbebens ereignete sich am 4. März 1584 am Hang oberhalb von Luan ein Bergsturz, der zahlreiche Häuser des Dorfes zerstörte. Mit der Unterstützung von Bern wurde Corbeyrier in der Folgezeit wiederaufgebaut.
Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte das Dorf von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Aigle zugeteilt. Erst 1828 wurde Corbeyrier, das zur Grosspfarrei Aigle gehörte, eine politisch selbständige Gemeinde.
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