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Convenience Food („bequeme Lebensmittel“) ist die Bezeichnung für Lebensmittel, die industriell oder gewerblich veredelt wurden und dem Verbraucher dadurch die Zubereitung erleichtern. Die unter der Bezeichnung Convenience Food zusammengefaßte Produktpalette ist groß und reicht von Beilagen und Zutaten über Teilgerichte bis zur fertigen Komplettmahlzeit (Fertiggericht). Klassische Produkte sind z.B. Tiefkühlpizza, Pasta-Gerichte und Backmischungen. In Deutschland kommen – wie in allen anderen modernen Industrienationen – ca. 80% aller Lebensmittel in verarbeiteter Form in den Handel. Auch die Gastronomie setzt verstärkt Convenience-Produkte ein. Viele Betriebsrestaurants arbeiten ausschließlich mit vorgefertigten Komponenten.

Durch Convenience-Produkte werden dem Verbraucher wesentliche und meist zeitaufwendige Zubereitungsschritte abgenommen – bis hin zur fertigen Komplettmahlzeit, die nur noch erhitzt werden muss. Gründe für die steigende Nachfrage nach Convenience-Produkten sind vor allem gesellschaftlichen Veränderungen:

  • Soziodemografische Trends (z.B. Zunahme der Single-Haushalte, steigend Erwerbstätigkeit von Frauen, Auflösung fester Mahlzeitenstrukturen im Familienkreis)
  • Wertewandel (z.B. höhere Freitzeitorientierung, Individualität, Genuss- und Erlebnisorientierung, Wunsch nach Abwechslung)
  • Zeitmangel (z.B. veränderte Arbeitszeiten, Wunsche nach Bequemlichkeit)

Die Gastronomie setzt Convenience Food vor allem aus Kostengründen ein:

  • Rationalisierung (der Einsatz von Convenience-Produkten senkt Personal- und Materialkosten)
  • Gleichbleibendes Qualitätsniveau durch Standardisierung
  • Angebotsvielfalt (durch die Abnahme wesentlicher Verarbeitsschritte können Gastronomen ein breiteres Speisensortiment anbieten)

Einteilungen


Convenience Food wird differenziert

nach der Zubereitungsstufe:

nach der Konservierungsart:

  • Erhitzen: Die in Konservendosen angebotenen Produkte werden durch Pasteurisierung haltbar gemacht. In diesem Sortiment befinden sich z.B. Eintöpfe, Suppen und Gemüse.
  • Dehydrieren: Durch die Reduktion des Wassergehaltes wird der Verderb der Produkte stark verlangsamt. Neben Kräutern werden auch Suppen ("Tütensuppe") und Backmischungen als Trockenprodukte angeboten.
  • Kühlen: Der Verderb der Produkte wird durch die Lagerung bei Kühlschranktemperatur (ca. +6°C) und Vakuumverpackung (meist unter Schutzgas eingeschweißt) verlangsamt. Typische Beispiele für dieses als Chilled Food bezeichnete Segment sind Pasta-Gerichte, Milchprodukte und Obstsalate.
  • Tiefkühlen: Durch die schnelle Abkühlung auf mindestens -18°C wird der mikrobielle Verderb bei Tiefkühlkost fast vollständig angehalten. Bekannte Produkte aus diesem Segment sind Pizza, Fischstäbchen, Torten und Rahmspinat.

Qualität von Convenience Food


Ein grundsätzliches Urteil zur Qualität von Convenience Food ist nicht möglich. Dies liegt in erster Linie an der breiten Spannweite des Begriffs. Eine vermeintlich ungesunde Tiefkühlpizza ist genauso ein Convenience-Produkt wie ein vermeintlich gesundes belegtes Brötchen aus dem Reformhaus. Zudem ist der Begriff „Convenience“ wertfrei, da er sich nur auf den Verbeitungsprozess bezieht, nicht aber auf die Qualität. Das meist negative Image von Convenience Food wird vor allem durch minderwertige Produkte, häufig mit ungenauer Auflistung von Zutaten, bestimmt. Zahlreiche Convenience-Produkte haben allerdings eine deutlich höhere Qualität als die Rohprodukte. So ist zum Beispiel der Vitamingehalt bei Tiefkühlkost meist erheblich höher als bei frischer Rohware (Frisch geernteter Spinat verliert nach einem Tag Lagerung bei Zimmertemperatur fast die Hälfte des Vitamin-C-Gehaltes. Tiefgefroren verändert er sich über Monate kaum). Zahlreiche Hygiene- und Qualitätskontrollen der Rohwaren und während des Verarbeitungsprozesses sorgen zudem für eine hohe Sicherheit.

Vorteile

  • kochunerfahrene Menschen können üblicherweise aufwendige Gerichte mit geringem Arbeitseinsatz zubereiten
  • Zeitersparnis
  • gleichbleibendes Qualitätsniveau
  • Saisonunabhängigkeit (z.B. bei Tiefkühlobst und -gemüse)
  • Konservierung durch Tiefkühlung erhält über Monate den Vitamin- und Nährstoffgehalt
  • Kostensenkung (in der Regel sind die Aufwendungen für Convenience-Produkte niedriger als die Kosten für die Rohwaren plus Zubereitungsaufwand)
  • Portionierbarkeit (Convenience-Produkte sind vor allem für Ein-Personen-Haushalte interessant, weil viele Rohwaren nicht in kleinen Mengen erhältlich sind)
  • Bruttogewicht ist gleich Nettogewicht (es gibt, z.B. beim Gemüse, keinen Produktabfall)

Nachteile

  • durch manche Konservierungsverfahren verringert sich der Vitamin- und Nährstoffgehalt (der natürliche Verderb frischer Rohwaren ist allerdings meist größer)
  • vielen Convenience-Produkten werden Geschmacksverstärker, Aromen und Konservierungsstoffe zugesetzt
  • häufig nicht vollständige oder ungenaue Auflistung aller Zutaten (Erschwernis für Allergiker)
  • Verlust von Kochkenntnissen

Essen und Trinken

 

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