Kyocera ist ein japanisches Unternehmen mit Sitz in Kyoto mit weltweit etwa 58.000 Beschäftigten. Kyocera ist in Europa hauptsächlich durch seine Drucker bekannt.
Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2002/2003 einen Umsatz von 8,84 Mrd. Euro und beschäftigte 49.420 Mitarbeiter.
Das Unternehmen vergibt auch den renommierten Kyoto-Preis, der 1985 von dem Firmengründer Dr. Kazuo Inamori gegründet wurde.
1983 nannte sich der Konzern von Kyoto Ceramic Co., Ltd. in Kyocera Corporation um. In demselben Jahr fusionierte Kyocera mit Yashica Camera Co., Ltd.; damit gelangte auch die Traditionsmarke Contax in das Produktportfolio des Kyocera-Konzerns.
1999 übernahm der Konzern das Unternehmen Golden Genesis Company of Scottsdale, Arizona, USA, sowie 2000 das Unternehmen Mita Industrial Co., Ltd.. 2002 wurde die Toshiba Chemical Corp. reorganisiert und in die Kyocera Chemical Corp. umgewandelt.
1950 Yashica Optical Seiki Co. hat Anfang der 50er-Jahre angefangen, zweiäugige Mittelformatkameras (TLR) zu bauen. Einer der ersten Produktnamen war Yashimareflex, 1954 wurde er zu Yashinaflex. Der Firmenname wurde 1958 in Yashica Co Ltd. geändert. Im selbem Jahr übernahm Yashica die Nicca Camera Company und betätigte sich nun auch im 35-mm-Kamerabau. Die ersten Yashica-YF-Modelle aus dem Jahr 1959 tragen noch immer den Namen Nicca.
1960 Ym124g.jpg Mat 124 G mit Streulichtblende, lange Zeit ein beliebtes, preiswertes Einsteigermodell]] Die Glanzzeit von Yashica beginnt. Durch den großen Erfolg von den 6x6-TLRs getragen, erfindet Yashica Anfang der 60er die Messsucherkamera neu. Damals waren die Yashica-Electro-35-Modelle bauartgleichen Kameramodellen verschlusstechnisch weitgehend überlegen. Yashica setzte u. a. als erster Kamerabauer integrierte elektronische Schaltkreise ein.
1970 Zeiss wendet sich Anfang der 70er Jahre an Yashica, somit erfolgt ein neuer Anlauf für die Produktion der Contax-Kameras mit Zeiss-Objektiven. Der Name Contax bleibt weiterhin im Besitz der Firma Zeiss, unter deren Namen auch einige Objektive für Contax-Kameras produziert werden. Yashica übernimmt die Kameraproduktion von Contax komplett.
1974 Erstes Ergebnis der Zusammenarbeit mit Yashica ist die 1974 auf der Photokina vorgestellte Contax RTS im Porsche-Design. RTS steht für Real Time System. Die Kamera ist komplett elektronisch gesteuert und besitzt einen manuellen Modus und eine Zeitautomatik. Kürzeste Belichtungszeit ist 1/2000 sec und mit einem als Zubehör erhältlichen Motor können bis zu 5 Bilder/sec gemacht werden. Die Kamera ist die weltweit erste mit einer Belichtungskorrektur.
1983 Yashica wird vom Industriekonzern Kyocera übernommen, damit gelangte auch Contax in das Produktportfolio des Großkonzerns. Die Markenrechte an Contax gehören Carl Zeiss, Oberkochen, die mit Kyocera ein Lizenzabkommen zur Nutzung des Namens Contax geschlossen hat.
1990 Die ganze produktive Energie von Yashica (das nun ein Teil des Kyocera-Giganten ist) fließt in die Premiummarke Contax, die neben der Leica-Gruppe die technologische Spitze im klassischem Kamera- sowie Objektivbau (unterstützt durch Carl Zeiss) darstellt (Contax RTS III, Contax 645 usw). Unter dem Namen Yashica werden unterdessen Consumer-class-Kameras angeboten, die Yashica SLRs dürfen sich immerhin den Bajonett-Anschluss mit den Contax SLRs teilen.
Strategisch schlechtes und unflexibles Management von Kyocera wird in dieser Zeit schon klar und deutlich erkennbar - bereits 1985 hat Autofocus den Markt der Kleinbild Spiegelreflexkameras revolutioniert (Minolta), alle Kamerahersteller reagieren relativ schnell darauf - mit Ausnahme von Kyocera und Leica...
2005 Kyocera kündigte im Frühjahr die Einstellung sämtlicher Kameraproduktion an (analog und digital). Die Marke Yashica wird vermutlich vom Markt verschwinden. Der Markenname Contax fällt zurück an Zeiss, es ist jedoch noch unklar, ob es noch Kameras unter dem Namen Contax geben wird. Das bestehende Contax-Produktportfolio wird derzeit nicht mehr hergestellt.
Auch in der DDR wurden Spiegelreflexkameras unter dem Namen Contax hergestellt. 1949 startete das spätere Kombinat Pentacon (ein Kunstname aus Pentaprisma und Contax) mit einer Contax S mit eingebautem Prismensucher. Ab 1954 kam die Contax D in den Handel. Wobei das D für Dresden stand. Ab 1958 folgte eine Contax F.
In den 1970er Jahren begann eine Zusammenarbeit mit dem japanischen Kamerahersteller Yashica. 1974 erschien die erste Kamera dieser Zusammenarbeit auf der Photokina, die Contax RTS mit einem Design von F.A. Porsche. RTS stand für Real Time System und sollte die moderne Elektronik der Kamera betonen. Yashica fusionierte 1979 mit Kyocera, die Linie der Contax-Kameras wurde fortgesetzt: 139 Quartz (1979), 137MD (1980), RTS II (1982), 137MA (1982), 159MM (1985), 167MT (1987), RTS III (1990), S2 und ST (1992), RX und S2b (1994), AX (1996), Aria (1998), RX II (2002). Als besonderes Merkmal dieser Marke wurden immer die hochwertigen Objektive von Zeiss angesehen.
Seit 1984 gab es unter dem Namen Contax T auch Kompaktkameras im Kleinbildformat.
1994 stellte Kyocera unter dem Namen Contax G1 wieder eine Messsucherkamera vor, aber nun mit Autofokus. 1996 erschien ein verbessertes Modell mit dem Namen G2.
Seit 1999 gibt es auch Kameras im Mittelformat unter diesem Markennamen: Die in diesem Jahr vorgestellte Contax 645 AF verfügt über einen eingebauten Autofokus und hat sich einen sehr guten Ruf bei Profifotografen erworben.
Als Spiegelreflexkameras mit integriertem Autofokus und neuem Bajonett erschien 2000 die Contax N1 und 2002 das Einsteigermodell NX mit einer Reihe passender neuer Objektive.
Nach langer Wartezeit erfolgt im April 2002 die Vorstellung der Contax N Digital. Die N Digital ist die erste digitale Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Vollformatsensor und hat 6 Megapixel. Zur Photokina 2002 stellt Kyocera als digitale Kompaktkamera mit 5 Megapixel die TVS Digital vor, die digitale Version der fünf Jahre vorher herausgebrachten Contax TVS.
Im April 2005 kündigte Kyocera an, den Verkauf von Kameras der Marke Contax im Laufe des Jahres einzustellen. Eine Service für bestehende Kameras soll bis zu 10 Jahre aufrecht erhalten werden. Der Weiterbestand der Marke Contax ist damit offen.
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