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Lautréamont.jpg Lautréamont, auch Comte de Lautréamont, Pseudonym für Isidore Lucien Ducasse (* 4. April 1846 in Montevideo, Uruguay, † 24. November 1870 in Paris), war ein französischer Dichter und Schriftsteller, der erst postum bekannt wurde.

Leben


Lautréamont war der Sohn des Kanzlers am französischen Konsulat in Montevideo. Mit 13 Jahren kam er ohne seine Eltern 1859 nach Frankreich. Ab diesem Jahr ist sein Schulbesuch in Tarbes (Hautes-Pyrénées) und Pau (Aquitaine) bezeugt. Nicht sehr wahrscheinlich ist, dass er auch seinen Abschluss dort erreichte. Nach einem kurzen Aufenthalt bei den Eltern in Montevideo ließ er sich 1867 in Paris nieder.

Bereits im darauffolgendem Jahr konnte Lautréamont den ersten Gesang seiner "Chants de Maldoror" veröffentlichen. 1869 sollte das gesamte Werk publiziert werden, doch der Verleger verweigerte die Auslieferung. Erst nachdem man sich auf einen "neutralen" Umschlag geeinigt hatte, konnte das Werk im Herbst 1869 erscheinen.

Darin behandelt er mit äußerst dichter, intensiver Intonation das Thema des Bösen. Seine Sprache ist überaus bildhaft, gleitet zuweilen ins Halluzinatorisch-Groteske ab und schreckt auch vor drastischen Gewaltphantasien nicht zurück.

Die Ausgabe besteht aus sechs Gesängen, wobei der erste Gesang bereits zweimal vorab veröffentlicht worden war; zuerst anonym, beim zweiten Mal unter dem Pseudonym Comte de Lautréamont. Die Gesamtausgabe lag zwar vollständig gedruckt vor, aus Angst vor der Zensur weigerte sich Lautréamonts Verleger Lacroix jedoch, das Werk, das für die damalige Zeit unerhört provokative Passagen enthielt ("Verbinde ihm die Augen, während du sein zuckendes Fleisch zerreisst ..."), in den Handel zu bringen. Bevor die Auflage eingestampft wurde, kaufte ein belgischer Buchhändler Lacroix' gesamtes Lager auf und veröffentlichte Die Gesänge des Maldoror 1874 neu gebunden. Dieser Glücksfall rettete das Buch, für Lautréamont selbst war es jedoch zu spät: Während der Belagerung von Paris war er am 24. November 1870 an Tuberkulose gestorben. Ein geplanter antipodaler Text, die Gesänge des Guten, blieb so unausgeführt.

Neben Charles Baudelaire und Arthur Rimbaud war es Ducasse, der die moderne Lyrik entscheidend beeinflusste. Ohne Zweifel gilt er als einer der bedeutendste Vorläufer der Surrealisten, wie André Breton, die ihn 1917 als "Schleusenmeister der Literatur von morgen" (André Gide) wiederentdeckten. Eine Neuauflage wurde von surrealistischen Malern wie Max Ernst, Salvador Dalí und anderen illustriert.

Werke


  • Die Gesänge des Maldoror. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-499-23547-1 (Übers.: Ré Soupault)
  • Das Gesamtwerk. Rowohlt, Reinbek 1996, ISBN 3-499-03836-2 (Übers.: Ré Soupault)

Literatur


  • Sylvia Farnedi: Lautréamont ou les chants de mort de l'écriture, Septentrion, Villeneuve d'Arq 2002, ISBN 2-284-02709-X
  • Louis Jarnover: Lautréamont et les chants mágnetiques, Sulliver, Arles 2002, ISBN 2-911199-79-0

Weblinks


  • http://www.uni-greifswald.de/~dt_phil/studenten/falmer/chants_f.html Die Gesänge des Maldoror
  • http://corumcle.edres74.ac-grenoble.fr/biograpi/lautreamont1.htm Fotos
  • http://www.cavi.univ-paris3.fr/phalese/MaldororHtml/documents/Biographie.htm
  • Œuvres complètes

Autor | Literatur (19. Jh.) | Literatur (Französisch) | Lyrik

Mann | Geboren 1846 | Gestorben 1870

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