Die Compact Cassette (CC), umgangssprachlich auch Audio- bzw. Musikkassette (MC) oder einfach Kassette bzw. Tape genannt, ist ein elektro-magnetischer Tonträger.
Siehe auch: 8-Spur-Kassette, Elcaset
Die Unterschiede der Bandsorten liegen in deren Magnetisierbarkeit begründet: Während Ferrit-Beschichtungen bereits bei relativ geringer magnetischer Feldstärke (Amplitude bzw. Lautstärke) voll magnetisiert sind, können Metall-Beschichtungen auch stärkere magnetische Feldstärken noch unterscheiden, wodurch es möglich ist, Aufnahmen höher (lauter) auszusteuern, was den Rauschabstand erhöht: Beim Abspielen höher ausgesteuerter Aufnahmen kann man den Lautstärkeregler bei unveränderter Abspiellautstärke im Vergleich zu niedrig ausgesteuerten Aufnahmen leiser stellen; während also die Lautstärke des Nutzsignals (z. B. Musik) gleich geblieben ist, werden Band- und Geräterauschen heruntergeregelt und somit reduziert.
Die Stärken der Eisenoxidschicht liegen in einer besseren Tiefenaussteuerbarkeit, während das Chromdioxidband seine Stärken in der besseren Höhenausteuerbarkeit hat. Auf Grund dieser Tatsachen wird für Eisenoxidband gewöhnlich eine Aufnahmevorverzerrung bzw. Wiedergabeentzerrung mit einer Zeitkonstanten von 120 µs benutzt, während für die anderen Bandsorten 70 µs benutzt wird. Die Entzerrung mit 70 µs hilft, das Rauschen, in dem die hohen Frequenzbereiche dominieren, zu verringern. Bei falscher Bandsorteneinstellung stimmt der Frequenzgang der Aufnahme bei der Wiedergabe nicht, wodurch das Audiomaterial entweder zu dumpf (Fe2O3-Band mit 70 µs-(Chrom-)Einstellung) bzw. zu spitz (z. B. CrO2 mit 120 µs-(Ferro-)Einstellung) klingt. Um die Vorteile von Eisenoxid und Chromdioxid zu kombinieren, wurde das Zweischichtband (Ferrochrom-Band) entwickelt, bei welchen sich auf einer Eisenoxid- eine Chromdioxid-Schicht befindet.
Vorbespielte Kassetten mit Chromdioxidband werden häufig mit einer Aufnahmevorverzerrung von 120 µs bespielt, d. h. der Kassettenrekorder sollte beim Abspielen auf Ferro-Band eingestellt sein. (Hierzu Beschriftung der Kassette beachten.) Bei diesem Vorgehen wird die gegenüber Eisenoxid-Band verbesserte Höhenaussteuerbarkeit des Chromdioxid-Bandes nicht genutzt, um das Rauschen mittels 70 µs-Entzerrung zu verringern, sondern um höhenbetontes Klangmaterial besser wiedergeben zu können. Diese Technik kommt den veränderten Hör- bzw. eher Produktionsgewohnheiten entgegen, wonach Musik heutzutage höhenbetonter als früher ist, und gleichzeitig eine moderne Produktion weniger Dynamik hat, wodurch das Rauschen weniger ein Problem darstellt.
Tonband-Freaks stellten die Behauptung auf, dass die Musik auf Ferritbändern "wärmer" klänge. Typ-IV-Kassetten lassen sich höher aussteuern als Typ II, haben allerdings einen etwas rauheren Klang, während Typ-II-Kassetten feiner klingen (sollen).
Wegen der ferromagnetischen Eigenschaften der Tonbänder ist bei der Aufnahme die sogenannte Vormagnetisierung (engl. Bias) vonnöten. Die Stärke der Vormagnetisierung hängt vom benutzten Bandmaterial ab. Reineisenbänder benötigen eine stärkere Vormagnetisierung als Chromdioxidbänder, diese wiederum eine stärkere als Eisenoxidbänder.
Höherwertige Geräte messen sich auf die tatsächlichen Bandeigenschaften durch Testaufnahmen (teilweise automatisch) ein, d. h. stellen die exakte Stärke der Vormagnetisierung bzw. Aufnahmevorverzerrung ein. Bei minderwertigen Kassettengeräten wird oft aus übertriebener Sparsamkeit statt eines elektrischen Löschkopfes nur ein Dauermagnet eingesetzt. Die Aufnahmen solcher Geräte klingen von Grund auf verrauscht und stellen einen technischen Rückschritt dar. (Siehe hierzu auch Tonband, Vormagnetisierung.)
Das Problem des Rauschens bei der Wiedergabe suchte man durch Rauschunterdrückungsverfahren zu beheben. Das bekannteste Verfahren ist sicher das Dolby-B-Verfahren.
Die Weiterentwicklung der Kassette wurde mit der Einführung des Digital Audio Tapes (DAT), der MiniDisc (MD) und der Compact Disc (CD) weitgehend gestoppt. Diese neuen digitalen Medien ermöglichen die verlustfreie Kopie von Musik oder Daten. Vor allem aber entfällt das Warten beim Vor- und Zurückspulen, und einzelne Titel lassen sich nun direkt anwählen. Von Philips wurde Anfang der 1990er Jahre die mit der CC abwärtskompatible digitale Compact Cassette DCC als Konkurrenz zu Sonys MD vorgestellt. Während sich die MD langsam halbwegs erfolgreich entwickelte, war die DCC für Philips ein völliger Misserfolg und wurde nach wenigen Jahren eingestellt.
Durch die oben genannte Robustheit sind Cassettenmedien auch im Auto noch recht beliebt, da ein Wechsel einfach ohne Hinsehen vor sich geht. Daher gibt es auch noch entsprechende Geräte von den Autoherstellern oder Nachrüstern. Die komfortableren Geräte erlauben auch das Überspringen einzelner Titel, wenn die akustische Pause lang genug ist. Dadurch wird der unten genannte Nachteil (Spulvorgang) teilweise kompensiert.
Ein Nachteil der Kassette ist, dass es wie beim Tonbandgerät „Bandsalat“ geben kann und der Klang über die Jahre hinweg wegen Entmagnetisierungen an Qualität verliert. Auch die gefürchteten Aussetzer, "Drop-outs" genannt, nehmen bedingt durch Bandstaub und Verschleiß mit der Zeit zu. Anders als bei einer CD ist auch ggf. ein zeitraubendes Vor- bzw. Zurückspulen notwendig.
Das Band ist 3,81 mm breit und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 47,625 mm/s. Die ersten kommerziellen (bespielten) Kassetten wurden 1965 verkauft, der Stereoton kam 1967. Die Bezeichnung der Kassetten ergibt sich aus der Spielzeit beider Seiten in Minuten; die am meisten verbreiteten Formate sind C60 (30 min Spielzeit pro Seite), C90 (45 min/Seite), C120 (60 min/Seite) und (sehr selten) C180 – je länger die Spieldauer, desto dünner und damit empfindlicher auf Zugbelastung und Selbstmagnetisierung der Bandlagen auf der Wickelspule (Kopiereffekt) ist das Band. Kassetten haben in der Regel eine geringfügig längere tatsächliche Laufzeit als angegeben.
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