Das Commonwealth of Nations (bis 1947: British Commonwealth of Nations) ist ein Staatenbund, der in erster Linie durch das Vereinigte Königreich und dessen ehemalige Kolonien gebildet wird.
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Die Bezeichnung „Commonwealth“ (engl.: Gemeinwohl) meint hier einen freiwilligen Bund von unabhängigen, souveränen Staaten, die gemeinsame Ziele verwirklichen oder sich zu einer politischen Gemeinschaft zusammenschließen.
Mit den Beitritten von Indien (1947), Pakistan (1947) und Ceylon (1947) entstand das moderne Commonwealth (New Commonwealth). 1957 trat mit der ehemaligen britischen Kolonie Goldküste/Ghana erstmals ein afrikanisches Land dem Commonwealth bei. Er wurde schließlich zu einem "Auffangbecken" für die ehemaligen britischen Kolonien, wobei es seit der Ausrufung der Republik in Indien nicht mehr zwingend ist, dass ein Mitgliedstaat den britischen König auch als sein eigenes Staatsoberhaupt anerkennt. Innerhalb von wenigen Jahren verdoppelte sich die Anzahl der Mitglieder. Bestand die Organisation 1955 noch aus acht Mitgliedern, so waren es 1964 bereits zwanzig. Infolge dieser Erweiterung wurde 1965 das "Commonwealth Secretariat" gegründet. Aus dem Commonwealth of Nations wurde im Zuge dieser Entwicklung die multiethnische und multikulturelle Organisation, die sie heute darstellt. Seit dem Beitritt Mosambiks ist erstmals auch ein Land vertreten, das nie zum Britischen Reich gehört hat, sondern eine portugiesische Kolonie war.
Heute leben 30% der Weltbevölkerung (1,8 Mrd. Menschen) in Mitgliedstaaten des Commonwealths: Indien ist das bevölkerungsreichste Mitglied mit über einer Milliarde Menschen. Auch Pakistan, Bangladesch und Nigeria haben jeweils eine Bevölkerung von mehr als 100 Millionen Menschen. Aber auch Staaten wie zum Beispiel die Inselkette Tuvalu, auf der nur etwa 11.000 Menschen leben, gehören dem Bund an.
In der Praxis sieht es so aus, dass die Staaten, wenn sie zu einer Republik werden, formell aus dem Bund austreten. Anschließend stellen sie einfach einen Antrag auf Wiederaufnahme, der automatisch gewährt wird. Die Republik Irland bewarb sich nach dem Austritt nicht um die Wiederaufnahme. Bis heute ist der Beitritt Irlands zum Commonwealth ein Thema in der irischen Politik.
Das Commonwealth Office in London ist die Zentrale des Staatenbundes. Ähnlich wie bei der UNO in New York entsendet jedes Mitgliedsland einen Vertreter dorthin, so dass ein ständiger Informationsaustausch stattfinden kann. Zusätzlich treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Commonwealth-Länder zweimal jährlich zu einem einwöchigen Gipfeltreffen. Hierbei werden wichtige politische und wirtschaftliche Fragen sowie die Weltlage diskutiert. Auch Sanktionen gegen einzelne Staaten, wie zuletzt 2002 gegen Simbabwe, werden hier beschlossen. Der Gipfel findet jedes Jahr in einem anderen Mitgliedsland statt und wird traditionell durch den britischen Monarchen, aktuell Königin Elisabeth II., als Oberhaupt des Commonwealths eröffnet.
53 Staaten sind gegenwärtig Mitglieder im Commonwealth of Nations (die Jahreszahlen zeigen das Beitrittsjahr):
Siehe auch: Commonwealth Realm
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