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Der Ausdruck Commedia dell'arte (italienisch etwa: Berufsschauspielkunst), treffender "Commedia all'improvviso", bezeichnet die italienische Stegreifkomödie, deren Typen und Masken feststanden (Arlecchino, Pantalone, Colombina, Dottore u. a.), und die einer festgelegten Dramaturgie folgte.
Die Commedia dell'arte entwickelte sich in Italien im 16. Jahrhundert aus verschiedenen, bereits im Mittelalter existierenden Gruppen üblicherweise nicht professioneller Akteure (zusammengefasst unter dem Begriff "giullaresca"), wurde von Wandertruppen (siehe Thespiskarren) über ganz Europa verbreitet und hatte großen Einfluss insbesondere auf das spanische Theater, auf das englische, französische und deutsche Lustspiel des 17. und 18. Jahrhunderts und das Wiener Volkstheater. Während der Französischen Revolution wurde sie in Frankreich, wo die Commedia seit Louis XIV. ihren festen Standort hatte, verboten; spätestens in der Zeit Napoleons war diese einst dominierende europäische Theaterform praktisch verschwunden. Vor allem in Russland wurde sie Anfang des 20. Jahrhunderts in unterschiedlicher Form wiederentdeckt und -belebt, insbesondere durch Wsewolod Meyerhold.
Die Dramaturgie der Commedia dell'arte dient als Grundlage für Theaterstücke (Shakespeare, Moliere, Nestroy, etc), Comics (Donald Duck, Mickey Mouse), Fernsehserien (Dallas, etc) und Filmdrehbücher.
Die Commedia dell'arte wurde im 20.Jahrhundert in Europa durch Max Reinhardt, Giorgio Strehler und David Esrig wiederbelebt. Dario Fo revitalisierte Methoden der Commedia dell'arte.
Carlo Boso in Paris und Markus Kupferblum in Wien versuchen die Tradition der Commedia im heutigen Theater lebendig zu halten.
Die "soziale" Interpretation der Masken geht allerdings auf die Reform der Commedia durch Carlo Goldoni im 18. Jahrhundert zurück, seit dem 20. Jahrhundert deuten insbesondere die italienische Forschung und Theatermacher, die sich damit befasst haben bzw. befassen, die Figuren im wesentlichen mythologisch, dennoch ist das "bürgerliche" Bild von der Commedia in Deutschland immer noch weit verbreitet.
Bezeichnungen der Masken: Arlecchino, Arlecchina, Bramante, Brighella, Isabella, Capitano, Capitano Spavento, Clarice, Cola, Colombina, Coviello, Dottore, Donna Martina, Il Farmacista (mit Klistierspritze), Florindo, Franceschina, Isabella, Julia, La Ballerina, Leda, Mattaccino, Menego, Mezzentino (Kostüm und Hut längsgestreift), Octavio/Ottavio, Pagliaccio, Pantalone, Pasquariello, Pierrot (in Weiß, schwermütig), Pulcinella, Scaramuccia, Silvio, Smeraldina, Spaventino, Stenterello, Rimella, Tartaglia, Tognino, Truffaldino.
Zu ihnen gehören:
Brighella ist geschickt und listig, manchmal sogar hinterhältig. Er ist immer etwas verschlagen und meistens skrupellos auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Er lässt auch gerne andere für sich arbeiten. Seine Maske ist üblicherweise die eines gewöhnlichen Dieners oder aber sie zeigt seine listigen Wesenszüge.
Der Liebling der Zuschauer. Arlecchino ist die Figur, die sich auf der Bühne alles herausnehmen darf. Typisch für ihn ist seine naive Fröhlichkeit und seine Verfressenheit. Manchmal dient er sogar zwei Herren gleichzeitig, damit er mehr Essen bekommt, was zumeist lustigen Verstrickungen führt. Mit seiner ironischen Art ist er die Stimme des gemeinen Volkes zu der Zeit. Arlecchino wird mit einer lustigen Maske und dazu noch mit einem Hut und einem Mantel dargestellt, der aus bunten Flicken besteht. Aus der Figur des Arlecchino entwickelte sich mit der Zeit der typische, naive Spaßmacher, wie man ihn heutzutage vor allem als Kasperle aus dem Puppentheater kennt.
Colombina ist ebenfalls eine Person der unteren sozialen Schicht. Meistens spielt sie die Rolle der Magd oder Köchin. Ihr fehlt jedes gekünstelte Element der Oberschicht und sie ist eine lebenslustige und selbstsichere Figur. Durch ihre dominante und verführerische Art zieht sie oft Verehrer (zum Beispiel Brighella) an, gegen die sie sich zu wehren weiß. Die Figur der Colombina hat teilweise keine Maske und trägt meistens schlichte Frauenkleider.
Pagliaccio
Mit seiner weißen Gesichtsmaske und/oder weiß bemehltem Gesicht und seinem weißleinenen, viel zu großen Gewand ist er anscheinend ein Verwandter Pierrots. Pagliaccio ist ein tolpatschiger Knecht und Nachäffer, in Worten kühn, aber in Wahrheit ein außerordentlicher Feigling. Für seine Fehlleistungen wird er oft mit Prügel bestraft.
Zu ihnen gehören:
Pantalone ist meistens ein wohlhabender Kaufmann der Aufgrund seines hohen Alters dann auch kränklich ist. Obwohl er viel Geld hat, so ist er doch sehr geizig. Pantalone mischt sich gerne in Dinge ein, die ihn gar nichts angehen. Außerdem hat er häufig Verhältnisse zu jüngeren Frauen, auch wenn er verheiratet ist. Er hat einen großen langwährenden Hass auf Dottore, genau wie der auf ihn. Man erkennt Pantalone meistens an einer braunen Maske mit gebuckelter Nase oder einem Ziegenbart sowie einem schwarzen Mantel und einer enganliegenden Hose.
Dottore verkörpert meistens den gebildeten Juristen oder Gelehrten. Dies zeigt er auch gerne durch die häufige Verwendung von Denkerposen. Jedoch wirkt sein Wissen eher belustigend, da er die Verkörperung des Wissens ohne wahres Wissen darstellt. So stellt er bei jeder Gelegenheit zur Schau, über welches Wissen er verfügt, jedoch hat dieses selten Zusammenhang mit der Situation. Obwohl er sehr kurzsichtig ist, sind seine Bewegungen auf der Bühne sehr fließend und geschmeidig. Wie Pantalone einen tiefsitzenden Hass gegen Dottore hat, so hasst auch Dottore die Figur des Pantalone ohne Einschränkung. Häufig trägt die Figur des Dottore eine schwarze Maske mit einer Knollnase, kugelförmiger Stirn und roten Wangen. Für seine Kleidung ist vor allem die weiße Halskrause, sowie schwarze Jacke, Hose, Schuhe und Kappe kennzeichnend.
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