Die Raumfähre Columbia war der erste weltraumtaugliche Orbiter der NASA und das erste wiederverwendbare Raumfahrzeug. Im März 1979 fertiggestellt, erfolgte der Jungfernflug im April 1981 (STS-1). Die interne Bezeichnung lautet OV-102.
Die Columbia wurde nach dem Schiff benannt, mit dem der amerikanische Seefahrer Robert Gray 1787 von Massachusetts nach China gesegelt war, um Tee zu kaufen. Nach drei Jahren kehrte er nach Amerika zurück und hatte dabei einmal die Erde umrundet. Außerdem trug die Kommandokapsel von Apollo 11 den Namen Columbia.
Die folgenden vier Space-Shuttle-Flüge wurden ebenfalls mit der Columbia durchgeführt. Zu den späteren Missionen gehörten unter anderem die dritte Hubble-Servicing Mission STS-109 sowie die deutsche D2-Mission mit dem Spacelab. Da sie wegen ihrer schwereren Bauweise etwas weniger Nutzlast tragen konnte und nicht mit einem Docking-Adapter für die Internationale Raumstation (ISS) ausgestattet war, wurde sie zuletzt vor allem für die wenigen Missionen verwendet, die nicht zur ISS führten.
Die Columbia befand sich auf der Rückkehr von ihrer 28. Mission (STS-107) zum Kennedy Space Center, dem US-Weltraumbahnhof, als sie am 1. Februar 2003 gegen 9 Uhr Ortszeit (14 Uhr MEZ) in ca. 60 km (ca. 203.000 Fuß) Höhe über Texas bei einer Geschwindigkeit von ungefähr Mach 18 (ca. 20.100 km/h) auseinander brach.
Die Columbia ist nach der Challenger die zweite Raumfähre, die die NASA während einer Mission verloren hat.
Schon kurz nach dem Absturz galt der Verlust eines Teils der Außentank-Isolierung beim Start als wahrscheinlichste Ursache. Die Isolierung prallte dabei auf eine der Tragflächen der Columbia und könnte dabei den Hitzeschild beschädigt haben. Das Kontrollzentrum der NASA hatte diesen Vorfall zwar registriert, jedoch nicht als kritisch eingestuft, und äußerte auch noch während der Untersuchung erhebliche Zweifel an dieser Theorie. Am Ende sollte sie sich aber bestätigen, wie auch wiederum große Missstände innerhalb der NASA aufgedeckt wurden, was schon nach der Explosion der Challenger der Fall war.
Fast die Hälfte des Berichtes kritisiert aber auch mechanische Fehler und das NASA-Management. So wird der Weltraumbehörde in dem Report angelastet, verschiedene Warnungen von Ingenieuren über das mögliche Ausmaß der beim Start erlittenen Schäden falsch bewertet zu haben. Die Kommission zeigte außerdem gravierende Mängel in der Kommunikation zwischen einzelnen NASA-Stellen auf. So wird beispielsweise kritisiert, dass in den PowerPoint-Präsentationen über mögliche Probleme bei einem Shuttle-Flug wichtige Punkte nicht genannt wurden. Als Begründung gaben einige Ingenieure an, dass „es optisch nicht gut ausgesehen hätte, diese Probleme auf mehreren Bildschirmseiten zu präsentieren“. Grund für die mehrseitige Auflistung soll eine Einschränkung in der Power-Point-Software gewesen sein.
Nach diesem äußerst negativen Bericht ist das gesamte Space Shuttle-Programm als veraltet und anfällig bei der Öffentlichkeit in Misskredit geraten. Nach der Bekanntgabe des neuen Weltraumprogramms von US-Präsident George W. Bush am 14. Januar 2004 wird das Space-Shuttle-Programm nur noch bis zum Jahr 2010 weiterbetrieben und lediglich zum Fertigbau der Internationalen Raumstation eingesetzt. Dies ist auch mit Einsparungen für die Shuttles verbunden, wobei den neuen Sicherheitsstandards bei zukünftigen Flügen ein großer Stellenwert beigemessen werden soll.
Die NASA hat mehrere personelle Konsequenzen aus dem Abschlussbericht gezogen.
Bei dem Unglück kamen sieben Astronauten ums Leben. An Bord waren:
- align="center" valign="top" | Startdatum | Bezeichnung | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 12. April 1981 | STS-1 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 12. November 1981 | STS-2 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 22. März 1982 | STS-3 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 27. Juni 1982 | STS-4 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 11. November 1982 | STS-5 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 28. November 1983 | STS-9 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 12. Januar 1986 | STS-61-C | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 8. August 1989 | STS-28 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 9. Januar 1990 | STS-32 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 2. Dezember 1990 | STS-35 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 5. Juni 1991 | STS-40 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 25. Juni 1992 | STS-50 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 22. Oktober 1992 | STS-52 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 26. April 1993 | STS-55 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 18. Oktober 1993 | STS-58 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 4. März 1994 | STS-62 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 8. Juli 1994 | STS-65 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 20. Oktober 1995 | STS-73 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 22. Februar 1996 | STS-75 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 20. Juni 1996 | STS-78 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 19. November 1996 | STS-80 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 4. April 1997 | STS-83 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 1. Juli 1997 | STS-94 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 19. November 1997 | STS-87 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 13. April 1998 | STS-90 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 23. Juli 1999 | STS-93 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 1. März 2002 | STS-109 | - align="center" valign="top" bgcolor="#F8F8FF" | 16. Januar 2003 | STS-107 |
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