Salutati.jpg Coluccio Salutati (auch Coluccio di Pierio di Salutati, * 16. Februar 1331 in Stignano bei Buggiano im Valdinievole, zwischen Lucca und Pistoia; † 4. Mai 1406) war ein italienischer Humanist und Politiker.
Er war in den artes liberales und in der Philosophie des Mittelalters gebildet, durch die Beschäftigung mit den antiken Autoren wurde er jedoch zu einem überzeugten Humanisten. Aus seinen Werken lässt sich seine Kenntnis der antiken Literatur und Philosophie – seine Bibliothek umfasste 800 Buchrollen – erschließen: Im Lateinischen sind es vor allem Vergils Aeneis und Cicero, griechische Autoren dagegen hat er eher aus Übersetzungen beigezogen als selbst gelesen. Wie die geringe Anzahl der Bezüge auf Homer und Platon zeigt, hat er Griechisch kaum beherrscht. Sein Philhellenismus brachte ihn jedoch dazu, in Florenz einen Lehrstuhl für griechische Sprache einzurichten, auf den er 1397 den Griechen Manuel Chrysoloras berief. Chrysoloras berühmtester Schüler sollte Leonardo Bruni werden, später selbst Kanzler von Florenz und Übersetzer Platons, Aristoteles‘, Demokrits und Plutarchs.
Bedeutsam war Salutatis Wiederentdeckung von Ciceros Briefen Ad familiares, die das zeitgenössische Bild Ciceros erheblich veränderte. Als Bewunderer Petrarcas machte er sich um die Erhaltung und Veröffentlichung von dessen Werk Africa verdient.
In seinen philosophischen Bemühungen war Salutati noch weniger systematisch als Petrarca; in der Betonung ethischer Gesichtspunkte stimmt er mit den Humanisten des 14. Jahrhunderts überein. Bedeutsam für ihn ist die Erörterung des Verhältnisses von vita contemplativa und vita activa. Salutati lehnt die vita contemplativa nicht ab, aber er sieht ihre Grenzen im innerweltlichen Bereich: Volle Kontemplation Gottes ist für den Menschen erst im Jenseits möglich, im diesseitigen Leben muss gerade die vita activa im täglichen Umgang miteinander die ethische Lebensführung des Menschen befördern.
Salutati war ein an praktischer Politik orientierter Denker. Die Sorge um Familie und Freunde und um den Staat galt ihm als besonders gottgefällig. Ganz anders dagegen 60 Jahre später Marsilio Ficino, für den feststeht, dass Gott nur im Denken zu erreichen ist und dass der Mensch nur über diesen Weg zu Glück und Vollkommenheit gelangen kann.
Politischer Philosoph | Politiker (14. Jh.) | Politiker (15. Jh.) | Politiker (Italien) | Autor | Literatur (14. Jh.) | Literatur (15. Jh.) | Literatur (Italienisch) | Florentiner | Mann | Geboren 1331 | Gestorben 1406
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