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Colleges in den USA


Der Begriff "College" in USA entspricht in etwa dem Begriff "Hochschule". Eine Universität besteht meistens aus mehreren Colleges (z.B. Literatur und Wissenschaften, Medizin, Betriebswirtschaft). Häufig wird mit dem Begriff "College" ein sog. undergraduate Studium gemeint, meistens bei einer philosophischen Fakultät. Nach dem Bachelor-Abschluss können jedoch weitere Colleges oder schools besucht werden, z.B. ein College/School of Law (Jura-Fakultät) oder College/School of Medicine (medizinische Fakultät). Eine solche Fortsetzung des Studiums wird ein graduate Studium oder ein professional Studium genannt (der Begriff professional ist im Sinne "berufsvorbereitend" zu verstehen, und wird auf nichtphilosophische Fachrichtungen angewandt, wie klinische Medizin, BWL und Jura).

Ein US-amerikanisches College ist eine tertiäre Bildungseinrichtung.

Vierjährige Colleges werden in den USA als Bachelor abgeschlossen. Im ersten Jahr werden die Studierenden freshmen (inzwischen manchmal politisch korrekt first year students) genannt, im zweiten Jahr sophomores, im dritten juniors und im vierten seniors (eine Ausnahme bilden die Streitkräften-Akademien, die stattdessen die Bezeichnungen plebes, yearlings, cows und firsties verwenden). Das Studium am College ist stärker strukturiert und als an deutschen Hochschulen (Anwesenheitspflicht z.B.). In den USA gibt es sowohl staatliche als auch private Colleges. An beiden Arten muss man im Vergleich zu deutschen Universitäten Studiengebühren (fees and tuition) bezahlen (zwischen USD2.000 und USD5.000 pro Jahr, unterstützt in vielen Fällen 100%ig durch BAFöG, genannt Federal Student Aid oder Student Financial Aid), an privaten Colleges in der Regel höhere Gebühren als an staatlichen.

Nach Erhalt des Bachelors können amerikanische Studenten sich an einer graduate school bewerben, um ihren Master oder PhD, der zum Tragen eines Doktortitels berechtigt, zu erreichen. Oder sie gehen für die berufsnahen Fächer wie z. B. klinisches Medizin und Jura auf eine professional school, und erlangen ihren M.D./J.D. Sie können aber auch Berufspraxis sammeln, und dann später oder nie weiterstudieren.

Zweijährige Colleges, welche meist staatlich finanzierte Community Colleges sind, bieten höchstens zweijährige, typischerweise berufsbildende, Programme an, die mit Certificates, Diplomas oder auch einem Associate Degree abgeschlossen werden. Letztgenannte, so genannte Associate-Programme, dienen der Vermittlung von Wissen als Vorbereitung des Besuches eines vierjährigen Colleges. Vom Konzept her sind Community Colleges mit Berufsschulen, Berufsfachschulen oder Volkshochschulen vergleichbar. Die Möglichkeit, dort sich das General Education Development Test zu unterziehen, macht diese den Abendschulen ähnlich.

Siehe auch: Early Decision

Colleges in Großbritannien und Irland


In Großbritannien und Irland wird der Begriff College sehr umfassend benutzt und bezeichnet je nach Kontext unterschiedliche Einrichtungen des Bildungssystems:

  • einige private weiterführende Schulen („Public Schools“) wie etwa das Eton College.
  • weiterführende Schulen, so genannte Sixth Form Colleges, deren Schüler etwa 16 bis 18 Jahre alt sind und an diesen Schulen ein Advanced Level erwerben können
  • die einzelnen Bestandteile mancher Universitäten, wie etwa bei Cambridge, Durham, Oxford oder der University of London
  • weitere Einrichtungen außerhalb des traditionellen Bildungssystems. Dazu gehören auch University Colleges, also eigenständige, von anderen Universitäten unabhängige Einrichtungen des höheren Bildungssystems, die allerdings nicht den Status einer Universität erreicht haben.
  • Schulen, die wirtschaftlich-ökonomisch orientiert sind, wie z.B. das ADT College London.

Verhältnis von Universitäten und Colleges

Für einige Hochschulen bilden Colleges rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Einheiten, so dass solche Universitäten auch als „Föderation von Colleges“ bezeichnet werden könnten. Der Grad der Bindung zwischen College und der zugehörigen Universität schwankt dabei.

Bei den Universitäten Cambridge, Durham und Oxford sind die Colleges etwa für die sozialen und wirtschaftlichen Belange der Studenten zuständig und übernehmen mit der Bereitstellung von Mensen, Studentenwohnheimen, Gemeinschaftsräumen, Bibliotheken oder Sport viele Aufgaben, die in Deutschland z.B. von Studentenwerken ausgeführt werden. Außerdem übernehmen sie beispielsweise durch Tutorien auch Teile der fachlichen Betreuung. Die Universität selbst ist allerdings für die Prüfungen zuständig und bietet die Vorlesungen an.

Bei der University of London geht die Eigenständigkeit der Colleges sogar so weit, dass sie fast als eigenständige Hochschule angesehen werden können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige Colleges an Hochschulen, die zwar die oben beschriebenen Aufgaben übernehmen, dabei aber wesentlich weniger selbstständig sind als für Oxford und Cambridge dargestellt.

Vor allem auch durch die wirtschaftliche Eigenständigkeit vieler Colleges – sie haben eigene Angestellte, aber auch Eigentum – sind diese teilweise in einer wirtschaftlich besseren Lage als die Universitäten, zu denen sie gehören.

Bildung in den Vereinigten Staaten

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