Die Colbitz-Letzlinger Heide ist ein Heidegebiet in Sachsen-Anhalt, nördlich von Magdeburg, welches zum Südlichen Landrücken zählt und als Naturpark ausgewiesen ist. Das Gebiet ist Bestandteil der Naturräumlichen Haupteinheit D29 Wendland und Altmark.
Geografie
Die Colbitz-Letzlinger Heide - das größte zusammenhängende Heidegebiet Mitteleuropas - erstreckt sich von der
Altmark im Norden bis zu
Ohre und
Mittellandkanal im Süden nahe der Landeshauptstadt Magdeburg. Die Städte und Gemeinden
Gardelegen,
Uchtspringe,
Tangerhütte,
Wolmirstedt,
Haldensleben und
Calvörde liegen am Rand der Heide, die namengebenden Orte
Colbitz und
Letzlingen innerhalb des Gebietes. Für mehrere Jahrzehnte war auf 40 Kilometern Länge (von Uchtspringe bis Haldensleben) eine Ost-West-Querung der Colbitz-Letzlinger Heide unmöglich. Seit
2004 ist eine Querverbindung von Colbitz (an der
B 189) nach
Born (an der
B 71) für den Straßenverkehr freigegeben, was die großen Umwege etwas lindert. Die Colbitz-Letzlinger Heide ist die größte nicht landwirtschschaftlich genutzte Freifläche Deutschlands, in der der
Bodenversiegelungsgrad äußerst gering ist und somit ein natürliches Wasserregime vorherrscht. Auch von forstlichen Monokulturen blieb das Heidegebiet weitgehend verschont.
Flora und Fauna
Teilweise unberührte Natur lässt sich in der Colbitz-Letzlinger-Heide erleben. Sie ist das größte unbewohnte Gebiet Deutschlands. Im Mai erblüht auf weiten Flächen der
Ginster und im Sommer prägt die
Heide das Gebiet, in dem sich auch der größte geschlossene
Lindenwald Europas, der
Colbitzer Lindenwald, befindet. Hier formen ausgedehnte Mischwälder mit 600-jährigen
Eichen und
Kiefernforsten eine für Besucher attraktive Landschaft. Sie ist Lebensraum für
Wiedehopf,
Birkwild,
Baumfalke,
Gold- und
Hirschkäfer,
Glattnatter,
Kreuzotter und viele andere Waldbewohner. Die Colbitz-Letzlinger Heide ist bekannt für ihren Reichtum an
Speisepilzen. In den Gebieten am Ostrand der Heide - in den Quellbäches des
Tanger sind seit einigen Jahren
Forellen zurückgekehrt. Zwischen
Dolle und
Tangerhütte ist auch der
Biber heimisch.
Militärische Nutzung
Die Region wird bis heute zu einem großen Teil von der
Bundeswehr genutzt. Die militärische Erschließung begann
1934 durch das
Dritte Reich und dessen
Militär. Das in der Heide befindliche Dorf
Salchau wurde
1936 zwecks Anlage des Truppenübungsplatzes abgerissen. Zwischen
1945 bis
1994 wurde die Colbitz-Letzlinger Heide - ähnlich wie die
Lüneburger Heide durch die
NATO - aufgrund günstiger
militärstrategischer Bedingungen von den Truppen der
Sowjetarmee genutzt. Es existieren
Bürgerinitiativen, die sich für eine
touristische Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide und damit für einen Abzug der Bundeswehr einsetzen.
Lage
Politisch-administrativ gehört die Heide zum
Altmarkkreis Salzwedel (
Verwaltungsgemeinschaft Gardelegen Stadt und
Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark), zum
Landkreis Stendal (
Verwaltungsgemeinschaft Tangerhütte-Land und
Verwaltungsgemeinschaft Stendal-Uchtetal) sowie zum
Ohrekreis (
Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Heide).
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