Coco Chanel (* 19. August 1883 in Saumur, † 10. Januar 1971 in Paris; eigentlich Gabrielle Bonheur Chanel) war eine der bekanntesten französischen Modeschöpferinnen des 20. Jahrhunderts und die Begründerin des Chanel-Modeimperiums.
In dieser Zeit trat Gabrielle Chanel als Sängerin im "Rotonde" in Moulins auf, wo sie vor allem zwei Chansons vortrug: "Qui qu’a vu Çoco dans l’ Trocadéro?" und "Co Co Ri Co". Es wird vermutet, dass ihr Spitzname "Coco" aus dieser Zeit stammt, da das Publikum, vor allem die Offiziere des Jägerregiments von Moulins, sie wegen der beiden Lieder "Coco" riefen. 1904 lernte sie den Pariser Industriellensohn Etienne Balsan (1880–1953) kennen, der sie in die Gesellschaft einführte und mit dem sie von 1906 bis 1910 in Royallieu zusammenlebte. Mit seiner finanziellen Hilfe und in seiner Wohnung eröffnete sie 1910 in Paris ein Hutatelier.
Mit einer Bürgschaft und einem Kredit ihres nächsten Geliebten, des britischen Bergwerksbesitzers Arthur ("Boy") Capel († 1919) eröffnete sie 1911 in Paris ihr erstes Modehaus und 1913 im Seebad Deauville eine Boutique. 1915 besaß sie Modesalons in Paris und Biarritz, entwarf schlichte, locker umspielende Kleider aus Baumwoll-Jersey und kreierte damit eine neue und funktionale Mode mit klaren Linien statt der bisher üblichen Verzierungen. Ein Jahr später beschäftigte sie 300 Näherinnen, konnte ihre Schulden bei Capel begleichen und ihre Unabhängigkeit sicherstellen. Im gleichen Jahr erklärte die amerikanische Vogue Chanels Mode zur "Inbegriff der Eleganz". Ihre Mode unterschied sich deutlich von der ihrer Konkurrenten durch ihre Zurückhaltung. Chanel bezeichnete Paul Poirets Mode als "barbarisch".
Ihr Geschäft wuchs schnell. Als ihr Betrieb 1936 bestreikt wurde, hatte sie 4000 Angestellte.
Als Stern am Pariser Modehimmel ihrer Zeit zählte sie viele berühmte Künstlerinnen und Künstler zu ihren Freunden, darunter Jean Cocteau, Sergej Diaghilew, Igor Strawinsky, Pablo Picasso, Colette, Max Jacob und Misia Sert aber auch Persönlichkeiten wie Winston Churchill. Sie soll zahlreiche Liebschaften gehabt haben, darunter 1921 eine kurze Affäre mit Igor Strawinsky und 1921/1922 eine Liaison mit Großfürst Dmitri Pawlowitsch Romanow, dem Neffen des Zaren. 1922-1924 war der Dichter Pierre Reverdy ihr Begleiter und von 1924 bis 1930 war sie mit Hugh Richard Arthur Grosvenor, dem Herzog von Westminister (1879–1953) liiert. 1932 begann sie eine Beziehung mit Paul Iribe, der 1935 an Herzversagen starb.
In der Zeit des Nationalsozialismus begegnete sie in ihrem damaligen Wohnsitz, dem Hotel Ritz in Paris, Hans Günther von Dincklage (geb. 1896), Sonderbeauftragter des Reichspropagandaministeriums in Frankreich, der ihr Liebhaber wurde und mit dem sie Operation "Modellhut" einfädelte, bei der sie Churchill zu Gesprächen mit den Deutschen über ein Kriegsende überreden sollte. Die Aktion scheiterte an einer Lungenentzündung von Churchill. Nach Ende des 2. Weltkrieges fiel sie in Ungnade und wurde als Kollaborateurin verhaftet, anschließend lebte sie im Schweizer Exil.
Wieder nach Paris zurückgekehrt, arbeitete Coco Chanel an ihrem Comeback. Einige Quellen vermuten, dass der inzwischen moderne "New Look" von Christian Dior, den sie als Rückfall in die Zeit des Korsetts betrachtet haben soll, ihre Motivation gewesen sei. Im Februar 1954 eröffnete sie nach 15 Jahren Pause - inzwischen 71-jährig - ihr Geschäft mit einer neuen Kollektion, die von der Presse höhnisch kommentiert wurde. Nachdem das "Life"-Magazin ein Jahr später die Eleganz ihrer Wollkostüme gewürdigt hatte, begann der Siegeszug des Chanel-Kostüms.
Am 10. Januar 1971 - während der Vorbereitung auf die nächste Kollektion - starb Coco Chanel im Alter von 87 Jahren in ihrer nie aufgegebenen Suite im Pariser Hotel Ritz. Die Trauerfeier fand in der Pariser Madeleine Kirche statt, der Sarg wurde nach dem Gottesdienst ins schweizerische Lausanne überführt. Sie hat trotz ihrer vielen Männerbeziehungen nie geheiratet.
1921 kreierte sie das erste Parfum aus synthetischen Komponenten (Chanel N° 5). Es war das erste verbreitete Parfum, das nicht nach Blumen roch, sondern durch eine sogenannte Aldehydnote geprägt war. Wie keine andere Modeschöpferin prägte Coco Chanel die Mode des 20. Jahrhunderts und hatte einen erheblichen Anteil an der Entwicklung von Paris als Modezentrum der Welt. Markenzeichen der Firma Chanel ist das verschränkte Doppel-C.
Frau | Modeschöpfer | Franzose | Unternehmer | Geboren 1883 | Gestorben 1971
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