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Haptophyta
Emiliania huxleyi 3.jpg
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Eukaryoten (Eucaryota)
: Protisten (Protista)
: Stramenopile (Stramenopila)
: Haptophyta
Wissenschaftlicher Name Haptophyta en
  • Pavlovales
  • Prymnesiales
  • Isochrysidales
  • Coccolithophorales
Die Haptophyta (auch Prymnesiophyta genannt) sind marine photoautotrophe Algen, bestehend aus einer häufig kugeligen Zelle, der Coccosphäre. Sie bilden eine eigene Abteilung innerhalb der Gruppe der Stramenopilen.

Die gelben, gelbbraunen oder braunen Chloroplasten enthalten Chlorophyll a und c, β-Carotin und Xanthophylle. Als Reservestoffe werden Chrysolaminarin, Öl und Paramylum abgelagert. Die Chloroplasten befinden sich in einer Falte des Endoplasmatischen Reticulums. Die Chloroplasten ähneln denen anderer Heterokonten, der übrige Zellaufbau weicht jedoch von diesen ab, weshalb die Haptophyta früher systematisch von den Heterokonta getrennt waren. Cwall99 lg.jpg Begeißelte Zellen verfügen über zwei meist gleichlange, oder nur wenig unterschiedliche Geißeln. Die Geißeln sind nicht mit Flimmerhaaren besetzt, sondern mit submikroskopischen Schüppchen oder Knoten. Im Gegensatz zu den Heterokonten besitzen die Geißeln auch keine geschwollene Basis.

Neben den Geißeln besitzt jede Zelle ein Haptonema. Es ist ein fadenförmiges Anhängsel, das der Anheftung dient. Der Aufbau ähnelt oberflächlich dem einer Geißel, im Querschnitt befinden sich jedoch 6 oder 7 sichelförmig angeordnete Tubuli.

Die Zellen sind außen mit Polysaccharid-Schuppen besetzt, die in Golgi-Vesikeln gebildet und anschließend an der Zelloberfläche abgelagert werden. Bei der Ordnung Coccolithophorales sind die äußeren Schuppen verkalkt und werden Coccolithen genannt. Die Funktion der Coccolithen ist dabei bislang nur unzureichend bekannt. Vermutet werden u.a. Fraßschutz, Auftriebsregulation, Lichtzuführung oder Kalzifikation zur Unterstützung der Photosynthese.

Obwohl Vertreter der monadalen Organisationsstufe überwiegen, kommen auch capsale, kokkale und trichale Vertreter vor. Manche Arten besitzen eine heteromorphen Generationswechsel mit diploiden Flagellatenstadien und haploiden Filamenten.

Nur wenige Arten leben im Süßwasser, die meisten Arten leben planktontisch im Meer. gehören mit einer Größe von kleiner als 20 µm zum kalkigen Nanoplankton. Sie können in sehr großen Mengen auftreten und einen wesentlichen Teil des Meeresplanktons bilden. In besonders großen Mengen tritt die Art Emiliania huxleyi auf. Haptophyta traten in der Erdgeschichte gesteinsbildend auf, indem nach ihrem Absterben die Coccolithen sedimentieren und aus dem Sediment durch Diagenese Kalkgesteine gebildet werden. Coccolithen bilden unter anderem einen wesentlichen Bestandteil der Kreidefelsen von Rügen, Møn und der südenglischen Kreideküste bei Dover. In einem cm³ Kreide sind rund 800 Millionen Coccolithen enthalten. Für die Wissenschaft sind sie von Bedeutung, da man anhand ihrer fossilen Reste in den Sedimenten sowohl auf das Alter dieser Ablagerungen als auch auf die ehemals herrschenden Umweltbedingungen schließen kann.

Systematik


In der einzigen Klasse Haptophyceae werden rund 500 Arten in 75 Gattungen auf vier Ordnungen aufgeteilt.

  • Haptophyceae
    • Ordnung Pavlovales
      • Pavlova gyrans, benannt nach der russischen Tänzerin Anna Pavlova.
    • Ordnung Prymnesiales: Die Ordnung ist durch ein langes Haptonema gekennzeichnet. Die Schuppen bestehen aus Polysacchariden und sind in zwei Schichten angeordnet. Neben autotropher Ernährung ist auch Phagotrophie möglich.
      • Prymnesium parvum setzt sich mit seinem Haptonema an Fischkiemen fest und führt durch ausgeschiedene Toxine zu Fischsterben (etwa in Nord- und Ostsee).
      • Chrysochromulina polylepis führt ebenfalls zu Fischsterben.
    • Ordnung Isochrysidales
    • Ordnung Coccolithophorales: Diese Arten besitzen neben den Polysaccharid-Schuppen auch Schuppen, auf deren Polysaccharid Calcit abgelagert wird. In dieser Ordnung gibt es Arten, die ihre Geißeln verloren haben und unbeweglich sind (Coccolithus pelagicus). Fossil ist die Gruppe seit dem Jura bekannt.

Literatur


  • N. Daugbjerg, R.A. Andersen (1997): Phylogenetic analysis of the rbcL sequences from haptophytes and heterokont algae suggest their chloroplasts are unrelated. Mol. Biol. Evol. 14:1242-1251.
  • A. Houdan, A. Bonnard, J. Fresnel, S. Fouchard, C. Billard and I. Probert (2004): Toxicity of coastal coccolithophores (Prymnesiophyceae, Haptophyta). J. Plankton Res. 26: 875-883.

Weblinks


Protozoen und Algen

Haptophyte | Coccolithophoridé | Haptophyta

 

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