Coca-Cola_Glas_mit_Eis.jpg Coca-Cola ist der als Warenzeichen eingetragene Name für ein koffein- und kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk. Es ist die weltweit erste und umsatzstärkste Cola-Marke. Inhaber ist The Coca-Cola Company aus Atlanta in den USA, der größte Softdrinkhersteller weltweit.
Der „Coca-Cola“-Schriftzug ist eines der bekanntesten Embleme der Welt und eine Ikone des westlichen Lebensstils.
Mit Sodawasser gemischt wurde der Sirup erstmals am 8. Mai 1886 als Getränk in Jacob's Pharmacy in Atlanta für 5 Cent pro Glas verkauft. Es wurde damals nicht als Erfrischungsgetränk, sondern als Medizin verkauft. In Apotheken und den damals beliebten Soda-Bars vertrieben, verkaufte man am Anfang täglich im Durchschnitt nur 13 Gläser.
Jacobspharmacy.jpgNachdem Pemberton, vermutlich um sich Geld für seine Morphiumsucht zu beschaffen, das Rezept und die Rechte an Coca-Cola mehrfach verkauft hatte, verschaffte sich nach mehreren Irrungen und vermutlich auch Betrügereien am 30. August 1888, kurz nach dem Tod des Erfinders, der Apothekengroßhändler Asa Griggs Candler die legale Mehrheit an der Marke. Insgesamt hatte er $2.300 für die gesamten Rechte bezahlt. 1892 gründete er The Coca-Cola Company. Ein Jahr später ließ Candler Coca-Cola als Marke schützen und vermarktete sein Produkt schon 1895 in den gesamten USA und seit 1896 auch im benachbarten Ausland. Einer seiner Partner war Frank M. Robinson, Pembertons Buchhalter, der erst aus Enttäuschung darüber, von Pemberton beim Verkauf der Coca-Cola-Rechte übergangen worden zu sein, Candler das Rezept zukommen ließ und später die Produktion und vor allem Werbung von Coca-Cola organisierte. Da in den USA in immer mehr Bundesstaaten die Prohibition galt, hatte Coca-Cola es nicht schwer, sich mit seinem Verkaufspreis von einem Nickel (5 Cent) als „Ersatzdroge“ durchzusetzen.
Nachdem seit Mitte des Jahrzehnts Coca-Cola schon vereinzelt unter Verwendung des Sirups in Flaschen abgefüllt wurde, kam das Geschäft damit erst 1899, nach der Einführung von Kronkorken, richtig in Fahrt. In der Annahme, Coca-Cola sei hauptsächlich für Soda-Bars bestimmt, gab Candler die Rechte zur Abfüllung praktisch zum Nulltarif an Franklin Thomas und Joseph Brown Whitehead ab. Diese gründeten die Coca-Cola Bottling Co. und belieferten bald die gesamten Vereinigten Staaten. Coca-Cola wurde bald nicht mehr nur von der urbanen Oberschicht in Soda-Bars, sondern vor allem auch von der Landbevölkerung und Schwarzen getrunken.
Im Januar 1916 übergab Asa Candler die Führung des Geschäfts an seinen Sohn Howard. An Weihnachten des Jahres vermachte Asa Candler seinen Verwandten seine 90 % der stimmberechtigten Aktien bis auf sieben Stück. Jedoch schon 1919 verkaufte Howard Candler hinter dem Rücken des Vaters die Coca-Cola-Company an ein Konsortium um Ernest Woodruff und Eugene Stetson für 25 Mio. $ weiter.
1923 trat Robert W. Woodruff, der Sohn von Ernest Woodruff, seinen Job als neuer Präsident der Coca-Cola-Company an. Unter seiner Führung sollten die Firma und ihre Coca-Cola das werden, was der Journalist William Allen White später das „sublimierte Wesen Amerikas“ nennen sollte. Sein Ziel war es, dass Coca-Cola nie mehr als „eine Armeslänge von der Lust“ entfernt sein dürfe, und es weltweit zu verbreiten, wofür 1926 das Foreign Sales Department – später The Coca-Cola Export Corporation – gründete.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde in den USA Zucker rationiert. Trotzdem versprach der damalige Chef Robert Woodruff für jeden Soldaten eine Coke für 5 Ct. Das war der Anfang einer engen Beziehung zwischen dem Militär und der Coca-Cola Company. So wurden in der Folgezeit auf Befehl des amerikanischen Generals Eisenhower („Eisenhower Cable“) 64 Abfüllanlagen in Übersee errichtet und 248 Coca-Cola-Angestellte abgestellt, die, ohne dass sie gedient haben mussten, zu Offizieren ernannt wurden, um die Versorgung mit Coca-Cola sicherzustellen, das als Rückgrat der Moral der Soldaten galt. Diese Angestellten hatten den Rang eines „Technical Officers“, ein Begriff, der für Panzer-Techniker geschaffen wurde. So kam es auch, dass im Krieg drei Coca-Cola-Techniker starben, vermutlich da ihr Flugzeug abgeschossen wurde. Für das Militär füllte man Coca-Cola 1950 auch zum ersten Mal in Dosen ab.
465px-Coca-ColaHQ.jpgIm August 1980 wurde Roberto Crispulo Goizueta Präsident der Coca-Cola-Company. Unter ihm – inzwischen Vorstandsvorsitzender – und dem damaligen Präsidenten Don Keough wurden 1982 Diet Coke eingeführt, die sich als Riesenerfolg herausstellte. 1985 änderte Coca-Cola sein Rezept und bot das Produkt unter dem Namen New Coke in den USA an. Nach massiven Protesten der Verbraucher wurde jedoch kurz darauf die alte Rezeptur unter dem Namen Coca-Cola Classic wieder eingeführt.
Coca-Cola ist heute angeblich die weltweit bekannteste Marke – damit dürfte sie auch beim Markenwert an der Spitze liegen. Coca-Cola ist das zweitbekannteste Wort auf der Welt, gleich hinter OK. Der Markenwert allein des Namens Coca-Cola beträgt inzwischen (2005) 56 Mrd. Euro. Der Umsatz lag im Jahre 2005 bei 23,1 Milliarden $ bei einem Nettoergebnis von 4,9 Milliarden $.
1929 wurde in Deutschland die erste Coca-Cola abgefüllt. Im ersten Jahr wurden allerdings nur 5840 Kisten verkauft, 1933 jedoch war der Absatz schon auf 100.000 Kisten pro Jahr gesteigert worden. Der endgültige Durchbruch für Coca-Cola kam mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Dass es ein US-amerikanisches Getränk ist, hat Coca-Cola dabei während der Hitlerzeit nicht geschadet, vielmehr wurde es als deutsches Getränk, produziert von der Coca-Cola GmbH in Essen, verkauft. So sollen sich deutsche Kriegsgefangene in den USA gewundert haben, dass es auch dort Coca-Cola gebe.
In Deutschland ist Coca-Cola unangefochtener Marktführer, im Gegensatz zu den USA. Mit Einführung des Dosenpfands sank der Marktanteil jedoch von über 60 % auf knapp 50 % während Pepsi seinen Marktanteil von 15 % nahezu verdoppeln konnte.
Pembertoncokeanzeige.jpgUnter Pemberton wurde Coca-Cola anfangs als Medizin beworben und verkauft. Es richtete sich vor allem an städtische Intellektuelle, die unter Müdigkeit, Kopfschmerzen, Depressionen, Impotenz oder der Modekrankheit Neurasthenie litten.
Coca-Colas rasanter Aufstieg unter Asa Candlers Führung wird nicht zuletzt auch den für damalige Zeiten ungewöhnlich hohen Summen zugeschrieben, die er für Werbung aufwandte (1900: 85.000 $; 1912: 1 Mio. $). Bei der Vermarktung ging er neue Wege und schickte z.B. Vertreter durch das Land, die Coca-Cola wie diverse andere Wundermittel damals durch das Versprechen des Blauen vom Himmel verkaufen sollten. In den Städten richtete sich die Werbung an Geschäftsmänner, so versprach Candler „Eine Coke um 8 wirkt bis 11“. Aus dieser Zeit stammt auch der heute immer noch gebräuchliche Slogan „Drink Coca-Cola“. Hauptverantwortlich für die Werbung war in dieser Zeit der zu Candler übergelaufene Robinson. Und nachdem immer mehr Frauen und Kinder auf den Geschmack kamen und sich wünschten, Coca-Cola nicht mehr als Medizin zu verkaufen, damit man es auch trinken könne, wenn man nicht krank sei, leitete dieser 1905 eine Wende ein, änderte das Image von Coca-Cola und bewarb es als Erfrischungsgetränk unter dem Slogan „Delicious and Refreshing“. Zudem ging man dazu über, das Getränk, das häufig wegen seines angeblichen Kokain- oder seines geheimgehaltenen Koffeingehalts von Verbraucherorganisationen angegriffen wurde, in der Werbung nicht mehr gegen diese Attacken zu verteidigen, sondern es als absolut „rein“, „stärkend“ und als Alternative zu Medizin zu bezeichnen.
Um die Jahrhundertwende setzte man in der Werbung auch erstmals auf weibliche Schönheiten und engagierte z.B. die Schauspielerin Hilda Clark und die blonde Sängerin Lillian Nordica für Anzeigen.
Ein erfolgreiches Mittel waren auch „give aways“, die die Abnehmer des Sirups für einen günstigen Preis dazubekamen. 1913 zierte der Schriftzug bereits über 1 Mio. Artikel, darunter Thermometer, Streichholzschachteln, Baseballkarten, japanischen Fächern, Kalendern und unzähligen Papp- und Metallschildern.
1906 wurde Robinson entmachtet und Sam Dobbs, ein Neffe Candlers, verantwortlich für die Werbung. Dieser engagierte für die Werbung seinen Freund William D'Arcy mit seiner Werbeagentur und verpulverte den Werbeetat regelmäßig schon vor Ende des Jahres.
Cocacola-5cents-1900.jpg1911 wurde die Coca-Cola-Company von der US-Regierung verklagt. Harvey Wiley, der erste Leiter des U.S. Bureau of Chemistry, hasste Coca-Cola, da er meinte, ein Getränk, das sich an Kinder richte, dürfe kein Koffein enthalten. Coca-Cola konnte sich damit herausreden, dass das Getränk doch gar nicht für Kinder konzipiert sei. Seitdem gab es, bis 1986, bei Coca-Cola das ungeschriebene Gesetz, in der Werbung keine Kinder unter 12 Jahren zu zeigen. Dabei wandelten sie stets an der Grenze zum Selbst-Erlaubten, indem sie jugendlich aussehende Models einsetzten.
1919 übernahm Archie Lee die Verantwortung für die Werbung und änderte sie zu Anzeigen mit weniger Text, die Gründe für den Kauf aufzählten, und mehr Bildern in Farbe, die oft nur belebte Plätze oder Panoramen zeigten, in den das Coca-Cola-Logo prangte. Mit dem Slogan „Durst kennt keine Jahreszeit“ landete er 1922 seinen ersten großen Coup. Die dazugehörende Werbeoffensive Ende des Jahres war die erste durchgezogene Winterkampagne von Coca-Cola.
Woodruffs Ziel, dass eine Coca-Cola nie mehr als eine Armeslänge entfernt sein dürfe, wurde in den 20er Jahren angegangen, als man 1923 für Coca-Cola den Sechserpack entdeckte und dieses mit der Erfindung des Kühlschranks immer populärer wurde, so dass die Leute sich erstmals Coca-Cola auch in größeren Mengen mit nach Hause nehmen konnten. 1928 bereits wurde mehr Cola in Flaschen als in den Soda-Bars verkauft. Als einige Jahre später auch gekühlte Getränkeautomaten für einen erschwinglichen Preis auf den Markt kamen, wurde ein weiterer Schritt zu diesem Ziel gegangen, indem man an praktisch allen öffentlichen Orten diese Automaten aufstellte. Vor allem Tankstellen waren von großer strategischer Bedeutung. 1929 hatte man ein landesweites Netz mit insgesamt 1,5 Mio. Tankstellen aufgebaut.
Bei den Olympischen Sommerspielen 1928 in den Niederlanden durfte sich Coca-Cola erstmals „Offizielles Erfrischungsgetränk der Olympischen Spiele“ nennen.
Weihnachtstruck.jpg1931 erschien erstmals in der Coca-Cola-Werbung ein Weihnachtsmann. Dieser war ein freundlicher, dicker, rot-bekleideter Mann mit langem weißen Bart. Zuvor wurde der Weihnachtsmann oft als ein bärtiger, alter Mann mit langem braunen Pelzmantel und Kapuze gezeichnet, nur selten in der von Coca-Cola verwendeten Gestalt. Daher hat Coca-Cola den roten Weihnachtsmann zwar nicht erfunden, wie oft behauptet wird, aber es trug durch die sehr bekannten Weihnachtswerbespots zur raschen weltweiten Verbreitung dieser Farbgebung bei, sodass heute praktisch alle Weihnachtsmänner Coca-Cola-rot sind.
An den Erfolg von Coca-Cola wollten viele andere Unternehmen anknüpfen. So sprossen unzählige Mengen von Nachahmern aus dem Boden. Der größte Konkurrent Pepsi gab sich in den 50er Jahren nicht mehr damit zufrieden, ein „Plagiat“ zu sein. Er wandte sich von seiner damaligen Zielgruppe, der biederen Mittelschicht, ab und der Jugend zu. So entstand einer der wirksamsten Slogans der Werbegeschichte, die Pepsi Generation. Dies sollte der Anfang einer Auseinandersetzung sein, die später zum sogenannten Cola-Krieg ausufern wird.
Mh_RHB_gt12_ganzreklame_cocacola.jpgDie wohl bekannteste Werbung war der durch Billy Davis' Lied „I'd Like to Teach the World to Sing“ unterlegte Spot, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft und Alters sich im Laufe des Spots auf einer Wiese zusammenfinden, um gemeinsam zu singen, und der das Gemeinschaftsgefühl, das durch das Trinken von Coke entstehen soll, stark betont. Nachdem Pepsi 1985 den Cola-Krieg offiziell eröffnet und den Superstar Michael Jackson für einen Werbespot engagiert hatte, konterte die Coca-Cola Company, indem sie eine neue Fassung dieses Spots drehte. Coca-Cola-Werbung funktioniert auch heute noch nach diesem Prinzip, wie der aktuelle Spot „The March“ * zeigt, der als zweite Fortsetzung des Spots von '71 angesehen werden kann.
Die Brause wird offiziell in Nordkorea, Myanmar sowie auf Kuba nicht verkauft. In Indien war Coca-Cola von 1977 bis 1991 verboten, da sich die Firma weigerte, das Rezept offenzulegen.
Nachdem die suchterzeugende Wirkung von Kokain sich allmählich in den westlichen Ländern herumsprach, ging man 1902 dazu über, nur noch nichtalkaloide Extrakte aus den Kokablättern als Aroma zuzugeben. Dies geschah nicht zuletzt deswegen, um nicht den Anspruch auf das Warenzeichen zu verlieren. Ob Koka heute noch zur Cola-Herstellung verwendet wird, ist umstritten. Coca-Cola bestreitet es. Die Stepan Company besitzt eine Sondergenehmigung zur Einfuhr und Verarbeitung von Koka-Blättern aus Peru und Bolivien. Ob Coca-Cola davon profitiert, bleibt Spekulation.
Der „Hauch der Sünde“ hat Coca-Cola bei ihrem Erfolg und Image sehr geholfen. So wurde ihr nachgesagt, zusammen mit Aspirin eine berauschende Wirkung zu entfalten. In den USA wird Coca-Cola inzwischen nur noch unter dem ehemaligen Spitznamen „Coke“ vermarktet, der eigentlich Koks im Sinne des Kohlenproduktes bedeutet, aber auch umgangssprachlich für Kokain steht. In den Südstaaten wurde Coca-Cola lange schlicht nur „Dope“ genannt.
Da ab den 50er Jahren Pepsi nicht zuletzt wegen ihrer 12-Unzen-Flasche immer mehr Marktanteil gewann, wurden im Februar 1955 die King Size 10- und 12-Unzen-Flaschen und die 26 Unzen fassende Familien-Flasche eingeführt. Erstere wurden zum gleichen Preis wie die originale 6-Unzen-Flasche verkauft, was aber deren Beliebtheit keinen Abbruch tat. 1977 wurde in Deutschland das rot-weiße Logo erstmals als farbiges Etikett auf die Flaschen geklebt.
Neben der klassischen Coca-Cola vermarktet die Coca-Cola Company auch abgeleitete Produkte unter den Marken Coca-Cola und Coke. So wurde 1982 mit großem Erfolg die kalorienreduzierte Diet Coke/Coca-Cola Light eingeführt. Von Coca-Cola und Diet Coke/Coca-Cola light gibt es auch koffeinfreie Versionen.
1985 erschien eine Coca-Cola mit neuem Rezept als New Coke in den USA, wurde aber nach Verbraucherprotesten wieder zurückgezogen. Die klassische Coca-Cola kehrte dann unter dem Namen Coca-Cola Classic wieder zurück. In manchen Regionen ist die neue Coca-Cola als Coke II weiterhin erhältlich.
Geschmackliche Variationen sind etwa Vanilla Coke mit Vanillegeschmack, Cherry Coke mit Kirsch-Geschmack, Coca-Cola Citra mit Zitrus-Geschmack, Coca-Cola mit Zitronen-, Limonen- oder Himbeer-Geschmack sowie Coke Light Lemon mit Zitronengeschmack.
2004 wurde zuerst in Japan und dann in den USA Coca-Cola C2 mit halbierter Zuckermenge und damit halbierter Kalorienmenge eingeführt. 2005 erschien in den USA Coca-Cola Zero, im Juli 2006 wurde Coke Zero in Deutschland eingeführt. Wie Coke light enthält Coke Zero keinen Zucker und daher „weniger als 1 kcal/100 ml“.
Anfang 2006 testete die Coca-Cola Company das neue Produkt Coca-Cola Blāk mit Kaffee-Geschmack in Frankreich und führte es kurz darauf in den USA ein.
Durch den Erfolg von Coca-Cola, eigentlich selbst als Nachahmung des Vin Mariani entstanden, wurden viele Nachahmer auf den Plan gerufen, so sprossen um die Jahrhundertwende eine Unzahl von Colas aus dem Boden, u.a. Coke-Ola, Carbo-Cola, Sola-Cola, Coca-Nola, Pepsi-Cola, Pepsi-Nola, Cola-Coke, Kola-Kola, Noka-Cola oder Cold-Cola. Auch Pembertons ehemaliger Partner J.C. Mayfield produzierte Getränke wie Dope, Wine Cola oder Koke.
Auch deswegen wollte sich Candler den Coca-Cola-Schriftzug als Warenzeichen schützen lassen. Dabei stieß er aber auf den Drogeristen Benjamin Kent aus New Jersey, der seit 1884 Kent's Coca-Cola verkaufte und sich diese schon 1889 hatte schützen lassen, aber aus rechtlichen Gründen angegeben, sie erst seit '88 zu verkaufen. Diesem glücklichen Umstand wegen konnte sich Candler die Rechte schützen lassen, da Pemberton den Namen Coca-Cola schon 1887 hatte eintragen lassen.
Daraufhin wollte die Coca-Cola Company die leidigen Nachahmer verklagen, scheiterte aber anfangs, da die Angeklagten argumentierten, Coca-Cola sei nur ein deskriptiver Name für die Hauptbestandteile. Aus Angst, dass diese Argumentation Allgemeingut werde, sah Candler zunächst von weiteren Klagen ab.
1904 trat der Anwalt Harold Hirsch Candlers Anwaltskanzlei bei und 1905 wurde das Trademark Law eingeführt, das „Coca-Cola“, ob deskriptiv oder nicht, zunächst für 10 Jahre unter Schutz stellte. Als Hirsch 1909 bei der Coca-Cola Company Hauptverantwortlicher für Rechtsangelegenheiten wurde, heuerte er erst Detektive an, die in Soda-Bars Proben nahmen und kontrollierten, ob unter dem Namen Coca-Cola nicht andere Produkte ausgeschenkt wurden. 1915 baute er eine hausinterne Ermittlungsabteilung mit vollbeschäftigten Spionen auf. Dazu verklagte er jede Getränkefirma, deren Produktname nur entfernt an Coca-Cola erinnerte oder die rote Fässer, ein ähnliches Schriftlogo oder rautenförmige Etiketten verwendeten. Zudem versuchte er erfolglos die braune Färbung von Coca-Cola schützen zu lassen. 1923 hatte er genug Prozesse gewonnen, um ein 650 Seiten starkes Buch über das Coca-Cola-Recht herauszugeben. 1926 hatte er schon schätzungsweise 7000 Marken „unter die Erde“ gebracht und strengte durchschnittlich eine Klage pro Woche an.
In den 1930er Jahren sollte auch Pepsi-Cola verklagt werden, nachdem Walter Mack die Firma übernommen hatte und dieser Coke aus mehreren seiner eigenen Ausschankstätten verbannte und durch Pepsi ersetzte. Zudem hatte man bei Coca-Cola das Ziel ins Auge gefasst, das Wort Cola für sich zu registrieren. Dazu musste man sicher gehen, dass Cola der geläufige Ausdruck für Coca-Cola blieb. Nachdem Mack jedoch Beweise für Bestechung in einem früheren Prozess gegen ein anderes Plagiat entdeckt hatte, einigte man sich außergerichtlich darauf, dass Pepsi sein Getränk auch weiterhin eine Cola nennen durfte. Nachdem man nun seitens der Coca-Cola Company keine Chance mehr hatte, sich diesen Ausdruck zu sichern, forcierte man die Anstrengungen darauf, Coke, das eigentlich Koks-Kohle bedeutet, als landläufige Bezeichnung für Coca-Cola zu etablieren und sich so diesen Namen schützen zu lassen.
Nachdem schon bei den ersten Abfüllversuchen seitens des Abfüllers Thomas im Geheimen damit experimentiert wurde, den Sirup zum Abfüllen mit dem synthetischen Zuckeraustauschstoff Saccharin zu strecken, da es konservierend wirkte und billiger war, ging diese Zutat irgendwann um die Jahrhundertwende in das Rezept ein, vermutlich nach Rücksprache mit Thomas. 1906 wurde es jedoch wieder herausgenommen, um dem Pure Food and Drug Act zu entsprechen, das Saccharin als „verfälschende“ Zutat deklarierte. Nachdem die Coca-Cola Company aufgrund dieses Gesetzes wegen des Koffein-Gehaltes von Coke verklagt wurde, einigte man sich 1917, den Koffein-Gehalt auf 130 mg/100 ml zu reduzieren, dafür jedoch den Anteil von Merchandise No.5 zu verdoppeln.
Noch heute gehört die Rezeptur zu den bestgehüteten Geheimnissen. Die Formel liegt der Legende nach in einem dunklen Tresor; nie mehr als zwei Menschen sollen Zugang zu diesem haben und die genaue Rezeptur kennen.
Die hauptsächlichen Geschmacksträger waren und sind echte Vanille, Orangen-, Zitronen- und Zimtöl. Für den sauren Geschmack sorgt Phosphorsäure, für die Süße gewöhnlicher Haushaltszucker (chemisch Saccharose). Die Zutaten sind heute überall auf der Welt die gleichen, und alle Zutaten wie Wasser oder Zucker müssen gleich aufbereitet werden. Hierbei gelten strenge Auflagen. Einzig bei der verwendeten Zuckerart dürfen die Produzenten wählen. So wird in Europa hauptsächlich Rübenzucker, in Asien eher Rohrzucker und in Amerika Zucker aus Mais-Sirup verwendet.
Auf dem Etikett der Cola sind folgende Zutaten angegeben:
Die meisten Varianten wie etwa Coca-Cola light unterscheiden sich dem Etikett nach hauptsächlich durch Verwendung von Zuckeraustauschstoffen.
100 ml Cola enthalten durchschnittlich 10 mg Koffein, der Koffeingehalt kann jedoch von Charge zu Charge starken Schwankungen (Faktor 4!) unterliegen (*). Obwohl es sich bei Koffein um eine pharmakologisch aktive Substanz handelt, müssen Getränke, die weniger als 15 mg/100 ml Koffein enthalten, in Deutschland keine Konzentrationsangaben ausweisen.
Mark Pendergrast will in seinem Buch die ursprüngliche Coca-Cola-Rezeptur gefunden haben. Sie stammte aus der Feder von Thomas, der bei Pemberton angestellt war. Da einem Chemiker, der aus Coke die braune Farbe entfernen sollte, das gleiche Rezept gegeben wurde, kann man davon ausgehen, dass dies das Ur-Rezept ist. Ihm zufolge bereitet man Coke wie folgt zu:
Koffeinsäure und Limonellensaft in 1 Quart kochendem Wasser mischen, Vanille und Essenzen zusetzen, sobald es abgekühlt ist.
Das Rezept sagt aber nicht aus, was mit dem Zucker, dem Koka-Extrakt, dem Karamell oder dem Rest des Wassers passiert.
Die augenblicklichen Zutaten für 1 Gallone, wenn auch nicht in der richtigen Menge, so meint Mark Pendergrast, entspräche William Poundstones in dessen Buch Big Secrets abgedruckten Rezept:
Zucker in gerade genug Wasser auflösen. Kokablatt und Kolanüsse in 22 g zwanzigprozentigem Alkohol tränken, dann filtern und die Flüssigkeit dem Sirup zusetzen.
Herstellung der Essenz (7X-Essenzen):
Laut Aussagen, die die Firma schon gemacht hat, liegt diese Formel bei wenigstens drei Mengenangaben daneben:
Poundstone und mehrere Quellen behaupten auch, dass Lavendelöl zur Essenz gehört.
2005_brussel_art_man_made_of_coca_cola_tins.jpgDem Coca-Cola-Konzern werden u. a. Menschenrechtsvergehen in Südamerika und eine Mitverantwortung für die zunehmende Zahl gesundheitlicher Schäden in den wohlhabenden Ländern zu Lasten gelegt (ausführlicher siehe The Coca-Cola Company).
20 US-amerikanische Universitäten haben einen Boykott von Coca Cola geplant oder beschlossen. Hauptgrund ist das Engagement des Konzerns in Kolumbien. In Zuliefererbetrieben von Coca-Cola sollen Todesschwadrone die Arbeiter bedroht haben, um einen Austritt aus der Gewerkschaft zu erreichen sowie mehrere Morde an austrittsunwilligen Gewerkschaftern verübt haben.
Der pH-Wert von Coca-Cola liegt bei ungefähr 3, was einer mittelstarken Säure entspricht (vergleichbar mit Speiseessig). Dies ist jedoch nicht schädlich, da der Magen selbst sauer ist und auch der Speichel neutralisierend wirkt.
Ins Reich der Mythen zu verweisen ist allerdings das weit verbreitete Gerücht, dass wegen der Kohlen- und Phosphorsäuren Fleisch in Coca-Cola besonders schnell zerfällt – in Apfel- oder Orangensaft, in Wein oder jedem anderen säurehaltigen Getränk passiert genau das gleiche, was bei entsprechenden Vorführungen fast immer verschwiegen wird. In Umlauf gebracht wurde dieses Gerücht von deutschen Mitbewerbern während der Nazizeit.
Auch dass sich ein Zahn in 48 Stunden auflösen würde, ist unzutreffend. Allerdings kann man einen rostigen Nagel nach ca. 48 Stunden Colabad rostfrei aus der Flüssigkeit ziehen. Auch trübe gewordene Geldstücke können mit Cola gereinigt werden. Hier reichen – je nachdem wie schmutzig das Geldstück ist – mehrere Minuten bis wenige Stunden. Auch diese Effekte sind aber genauso gut mit anderen Getränken zu erreichen und lassen sich auf die enthaltene Phosphorsäure zurückführen.
In der Sendung Mythbusters wurde in einer Folge ein Augenmerk auf diese Mythen gelegt. Demnach ist Cola ein gutes Reinigungsmittel gegen Blutflecken, ein gutes Chromreinigungsmittel und, wie oben genannt, säubert es eine Münze. Die anderen Mythen wurden durch Versuche widerlegt.
Anders als häufig angenommen hat Cola keine positiven gesundheitlichen Wirkungen bei Durchfallerkrankungen. Die immer wieder zu hörende Empfehlung, Cola zu trinken, beruht lediglich darauf, dass der enthaltene Zucker dem Körper rasch Energie zuführt, die ihm durch den weitgehenden Verzicht auf andere Lebensmittel bei einer Darmerkrankung fehlt.
100 ml Coca-Cola enthalten 10 mg Koffein. Empfindliche Menschen sollten abends keine koffeinhaltigen Getränke wie Kaffee, Tee oder Cola mehr trinken, denn Koffein hemmt den Parasympathikus, der für Erholung und geregelte Verdauung sorgt.
Nicht erwiesen ist die Verwendbarkeit von Coca-Cola zum Ablösen speziell geklebter mexikanischer Strafzettel an Autoscheiben: Straßenkinder boten dies als Service an unter Verwendung einer geheimnisvollen Flüssigkeit, die schlicht Coca-Cola gewesen sein soll.
Als nach dem Zweiten Weltkrieg der sowjetische Kriegsheld und General Schukow Coca-Cola bei den Amerikanern probierte, war er so begeistert, dass er es in Deutschland auch für den heimischen Markt produzieren ließ. Aus Angst vor Stalin und dass man ihn mit einem Produkt der verhassten Amerikaner sehen könnte, ließ er jedoch die braune Färbung herausnehmen und einen roten Stern auf die Flaschen drucken.
Im Jahr 2006 zu großer Popularität gekommen ist der Effekt, dass in eine Flasche Coca-Cola geworfene Mentos-Pastillen sofort einen Überdruck erzeugen, der sich in wenigen Sekunden in einem Springbrunnen entleert. Der Effekt klappt auch mit anderen Getränken und Pastillen, funktioniert aber mit der Kombination aus Coca-Cola Light und Mentos am bestenhttp://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,421135,00.html. 13. Juni 2006. Ganze Choreographien stellen die beiden Amerikaner Fritz Grobe und Stephen Voltz von Eepybird online - darunter u.a. eine 1:1 Imitation vom berühmten Springbrunnen des Bellagio Hotels, Las Vegas, USA http://eepybird.com/index.html.
Getränk | Limonade | Markenname (Lebensmittel) | Gegründet 1892
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