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Clinton Eastwood jr. (* 31. Mai 1930 in San Francisco, Kalifornien, USA) ist ein US-amerikanischer Produzent, Filmregisseur und Schauspieler. Zwischen den 1960er und 1980er Jahren zählte er als wortkarger Western- und Actionheld zu den weltweit populärsten Stars. Clint Eastwood ist einer der renommiertesten Filmregisseure und hat 1993 und 2005 einen Oscar für die beste Regie erhalten.

Biografie


Die frühen Jahre

Clint Eastwood wurde als Sohn des gelernten Buchhalters Clinton Eastwood und seiner Frau Ruth geboren. Während der Depressionszeit war der Vater gezwungen, als Tankwart zu arbeiten, und zog mit seiner Familie auf der Suche nach einem immer neuen Arbeitsplatz durch das Land. Clint lebte zeitweise bei seiner Großmutter, die in Sunol eine Hühnerfarm bewirtschaftete. Schließlich ließ sich die Familie in Oakland nieder. Eastwood, der in jungen Jahren als schüchtern und introvertiert galt, besuchte zehn verschiedene Schulen und ging 1948 vorzeitig vom College ab. Er arbeitete unter anderem als Holzfäller, Tankwart und Lagerarbeiter.

1951 wurde er in die Army einberufen und nach Fort Ord versetzt, wo er zwei Jahre lang als Schwimmlehrer tätig war. Bei der Army lernte Clint David Janssen kennen, den späteren Darsteller des Richard Kimble aus der Serie "Auf der Flucht". Janssen schlug dem gutaussehenden, athletischen Eastwood vor, es so wie er als Schauspieler in Hollywood zu versuchen.

Erste Rollen

Eastwood absolvierte Testaufnahmen bei Universal Pictures, bekam zunächst einen Halbjahresvertrag incl. Schauspielunterricht und trat ab 1955 in kleinen Nebenrollen auf. Er war in Die Rache des Ungeheuers (1955) kurz als Laborassistent zu sehen, in Tarantula (1955) spielte er einen Jetpiloten. Durch eine ernsthafte Krankheit seiner Frau Maggie geriet das junge Paar in finanzielle Schwierigkeiten. Außerdem wurde Eastwoods Vertrag von Universal 1957 nicht verlängert. Er arbeitete wieder als Schwimmlehrer und wurde kurzzeitig von der Filmgesellschaft RKO unter Vertrag genommen, die sich bald darauf jedoch vom Filmgeschäft zurückzog. 1959 konnte Eastwood beim Fernsehen Fuß fassen und übernahm in der langlebigen Western-Serie Rawhide (in Deutschland: „Cowboys“ und "1000 Meilen Staub") die Rolle des Cowboys Rowdy Yates. Bis 1965 spielte er den Part in 217 Folgen.

Die 1960er Jahre

1964 engagierte der italienische Regisseur Sergio Leone Eastwood für die Hauptrolle in seinem billig produzierten Western "Für eine Handvoll Dollar". Eastwood erhielt nur 15.000 Dollar Gage. Der Film wurde zu einem sensationellen Erfolg und löste die Italo-Western-Welle aus. In der Rolle des schweigsamen "Fremden ohne Namen", der seinen Gegnern in einem Poncho und mit aufreizender Lässigkeit gegenübertritt, wurde Eastwood zu einer Ikone der Populär-Kultur. Er variierte die Rolle in den erfolgreichen Leone-Filmen "Für ein paar Dollar mehr" (1965) und "Zwei glorreiche Halunken" (1966).

Hollywood zeigte zunächst noch kein Interesse an Eastwood (Für eine Handvoll Dollar kam erst 1967 in die US-amerikanischen Kinos). Ab Ende der 60er Jahre konnte sich der Schauspieler jedoch mit Filmen wie "Agenten sterben einsam" (1968) oder "Stoßtrupp Gold" (1970), in denen er das Image des lakonischen Actionhelden pflegte, auch in seinem Heimatland als Top-Star profilieren. 1968 begann er eine jahrelange Zusammenarbeit mit Regisseur Don Siegel, der ihn zunächst in "Coogans großer Bluff" (1968) einsetzte, wo Eastwood als Provinz-Sheriff in New York zu sehen war.

Der Superstar

1971 gelang Eastwood in Hollywood der endgültige Durchbruch zum Superstar. Unter der Regie von Don Siegel spielte er die titelgebende Rolle des Polizeiinspektors Dirty Harry Calahan, der in San Francisco einen psychopathischen Serienkiller jagt. Der kontrovers diskutierte Film, in dem Eastwood mit zweifelhaften Methoden das Verbrechen bekämpft, etablierte den Dirty-Harry-Charakter als neue Kultfigur. 1971 debütierte Clint Eastwood mit dem Psycho-Thriller Sadistico außerdem als Filmregisseur.

Als Action- und Westernheld zählte Clint Eastwood bis in die 1980er Jahre hinein zu den weltweit populärsten Filmschauspielern. Er spielte mehrfach die Erfolgsrolle des Harry Calahan und war in Actionfilmen wie "Den letzten beißen die Hunde" (1974) oder "Der Mann, der niemals aufgibt (1977)" erfolgreich. In der Actionkomödie "Der Mann aus San Fernando" (1978) hatte er einen unberechenbaren Orang-Utan zum Partner. Im Gefängnis-Thriller "Flucht von Alcatraz" spielte er 1979 zum letzten Mal unter der Regie von Don Siegel.

Parallel zu seiner Star-Karriere profilierte sich Clint Eastwood als Regisseur und inszenierte von der Kritik gelobte Filme wie den epischen Spät-Western "Der Texaner" (1976) oder die Filmbiografie "Bird" (1988), in der er die Lebensgeschichte des Jazz-Musikers Charlie Parker erzählte. Eastwood war zeitlebens ein großer Jazz-Fan und trug ab 1980 gelegentlich als Komponist zu seinen Filmen bei. Als Regisseur ist Eastwood für seine schnelle und effektive Arbeitsweise bekannt.

Ende der 1980er Jahre wurde Eastwood in Frankreich mit einem Ehren-César für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

1990er Jahre und Gegenwart

Bis Ende der 1980er Jahre pflegte Eastwood sein Image als Actionheld. 1993 spielte er in dem erfolgreichen Thriller "In the Line of Fire – Die zweite Chance" deutlich selbstironisch einen alternden Secret Service Agenten. Auch in den folgenden Filmen thematisierte Eastwood sein fortgeschrittenes Alter gezielt. 1992 fand er mit dem Spät-Western "Erbarmungslos" die uneingeschränkte Anerkennung Hollywoods und bekam als Regisseur und Produzent für den Film seinen ersten Oscar. Für sein Werk als Produzent wurde er 1994 mit dem Irving G. Thalberg Memorial Award ausgezeichnet.

1995 war Eastwood Regisseur und Hauptdarsteller in der melancholischen Liebesgeschichte Die Brücken am Fluß, wo er neben Meryl Streep in der ungewohnten Rolle des romantischen, Blumen pflückenden Liebhabers auftrat. Am 29. Februar 1996 erhielt er vom American Film Institute (AFI) den Live Achievement Arward für sein einmaliges Lebenswerk als Schauspieler, Regisseur und Produzent.

Seit 1993 trat Eastwood nur noch unter eigener Regie auf der Leinwand auf. Er drehte Thriller wie Absolute Power (1996) oder Blood Work (2002) und konnte 2003 für die Regie des düsteren Dramas Mystic River, in dem er selbst nicht als Schauspieler zu sehen war, bei der Kritik erneut großen Erfolg verbuchen. 2005 war er der große Gewinner der Oscar-Verleihung und erhielt für sein Boxerinnen-Drama Million Dollar Baby seinen zweiten Regie-Oscar. Eastwood ist der bis heute (2006) älteste Regisseur, dem diese Ehre widerfahren ist. Sowohl 2004 wie 2005 erhielten die Haupt- und Nebendarsteller seiner Filme Mystic River (Sean Penn/Tim Robbins) und Million Dollar Baby (Hilary Swank/Morgan Freeman) einen Oscar.

Der Schauspieler Eastwood


Clint Eastwood wurde im Lauf der Jahrzehnte zu einem der populärsten Stars weltweit und ist generationenübergreifend als Kultfigur und Ikone anerkannt. Der 1,93 Meter große Star mit den markanten Zügen entwickelte in der Rolle des schweigsamen Actionhelden große Anziehungskraft und ist dafür bekannt, mit unbewegter Miene zynische Einzeiler von sich zu geben („Make my Day“, „Do you feel lucky, Punk?“). Eastwoods Image des harten Revolverhelden wurde vor allem in den 70er Jahren kontrovers diskutiert. Die einflussreiche Filmkritikerin Pauline Kael griff Eastwood regelmäßig scharf an und warf seinen Filmcharakteren eine reaktionäre und menschenverachtende Ideologie vor, was der Schauspieler vehement zurückwies. Im Lauf der Jahrzehnte und mit zunehmendem Alter wurden seine Rollengestaltungen deutlich sanfter und selbstironischer.

Privates


Eastwood war von 1953 bis 1980 in erster Ehe mit Maggie Johnson verheiratet. Er hatte sie als Studentin während seiner Militärzeit kennen gelernt. Mit ihr hat er zwei Kinder. Sein aus dieser Ehe hervorgegangener einziger Sohn Kyle Eastwood, geboren 1968, ist ein erfolgreicher Jazz-Bassist. Nach dieser Ehe lebte Eastwood 15 Jahre lang mit der Schauspielerin Sondra Locke zusammen. Im März 1996 heiratete er in Las Vegas die rund 35 Jahre jüngere Fernsehjournalistin Dina Ruiz und wurde im selben Jahr Vater einer Tochter. Er hat aus seinen beiden Ehen und etlichen Verhältnissen mit Schauspielerinnen fünf Kinder und zwei Enkelkinder.

1986 machte Eastwood Schlagzeilen, als er sich in seinem Heimatort Carmel zum Bürgermeister wählen ließ.

Filmografie


Auszeichnungen


  • Academy Awards
    • 1993 Oscar für die beste Regie (Erbarmungslos)
    • 1993 Oscar für den besten Film (Erbarmungslos)
    • 2005 Oscar für die beste Regie (Million Dollar Baby)
    • 2005 Oscar für den besten Film (Million Dollar Baby) gemeinsam mit Albert S. Ruddy und Tom Rosenberg

  • Golden Globes, USA
    • 1971 Golden Globe für den männlichen Welt-Film-Favoriten
    • 1988 Cecil B. DeMille Award
    • 1989 Golden Globe für die beste Regie (Bird)
    • 1993 Golden Globe für die beste Regie (Erbarmungslos)
    • 2005 Golden Globe für die beste Regie (Million Dollar Baby)

  • Cannes Film Festival
    • 2003 Golden Coach für Mystic River

  • César Awards, Frankreich
    • 1998 Ehren-César
    • 2004 César für den besten (ausländischen) Film (Mystic River)
    • 2004 César für den besten (ausländischen) Film (Million Dollar Baby)

  • Venedig Film Festival
    • 2000 Career Golden Lion
    • 2002 Futute Fim Festival Digital Award für Blood Work

  • American Film Insitute, USA
    • 1996 Life Achievement Award

  • Hamburg Film Festival, Deutschland
    • 1995 Douglas Sirk Award

Literatur


  • Richard Schickel: Clint Eastwood. Eine Biographie (OT: Clint Eastwood: A Biography). Goldmann (Bertelsmann), München 1998, ISBN 3-442-12763-7

Weblinks


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