Clermont-Ferrand (okzitanisch Clarmont) ist die Hauptstadt der französischen Region Auvergne und mit 141.004 (1999) Einwohnern die größte Stadt im Département Puy-de-Dôme. Außerdem ist sie Sitz der Präfektur des Départements. Die Präfektur verwaltet auch das Arrondissement Clermont-Ferrand; es besteht aus 25 Kantonen.
| Wappen | Karte | bgcolor="#FFFFFF" | Blason Clermont-Ferrand.jpg | Clermont-Ferrand Karte.PNG | ||||||||||||||||||||||||||||||
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| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Région: | Auvergne | bgcolor="#FFFFFF" | Département: | Puy-de-Dôme | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 42,67 km² | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 141 004 (1. Januar 1999) | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 401 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 63000 | bgcolor="#FFFFFF" | Geografische Lage: | bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | 63
| bgcolor="#FFFFFF" | Gliederung des Stadtgebiets: | 8 Stadtteile/Stadtbezirke | bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Stadtverwaltung: | 10 rue Philippe Marcombes 63033 Clermont-Ferrand | bgcolor="#FFFFFF" | Website: | www.ville-clermont-ferrand.fr | ||
| Politik | bgcolor="#FFFFFF" | Bürgermeister: | Serge Godard (Parti Socialiste) | |||||||||||||||||||||||||||||||
Seit dem 4. Jahrhundert ist Clermont Bischofssitz. Im Mittelalter erlebte die Stadt als Mons clarus ihre Blütezeit: Sie wuchs immer weiter, wichtige Handwerksbetriebe siedelten sich an.
StatueUrbanII.jpg 1095 fand die Synode unter Papst Urban II. statt. Auf der letzten Versammlung dieser Synode, am 28. November, rief Urban vor 13 Erzbischöfen, 315 Bischöfen, und Äbten und einer großen Menge von Adligen und einfachen Leuten zum ersten Kreuzzug auf. Die Menge quittierte seine Rede mit dem begeisterten Ausruf Deus le vult (Gott will es), woraufhin der Kreuzzug unter Führung des Bischofs Ademar von le Puy seinen Anfang nahm.
Um der Bischofsstadt eine eigene Gründung entgegenzusetzen, ließen die Grafen der Auvergne 1120 die Stadt Montferrand errichten.
1248 wurde mit dem Bau der Kathedrale Notre-Dame-de-l’Assomption (Mariä Himmelfahrt) begonnen.
1731 wurde Clermont mit der Nachbarstadt Montferrand vereinigt und ab diesem Zeitpunkt Clermont-Ferrand genannt. Es gab zwar in der Folge wiederholt Versuche Montferrands, sich aus dieser Vereinigung zu lösen (1789, 1848, 1863), diese blieben aber erfolglos.
Im Rahmen der Industrialisierung gründeten Aristide Barbier und Édouard Daubrée eine Fabrik für Kautschukprodukte und Landmaschinen, aus der sich dann die Reifen-Firma Michelin entwickelte, die ihren Hauptsitz 1889 am Place des Carmes einrichtete und bis heute größter Arbeitgeber der Stadt ist.
1920 überschritt Clermont-Ferrand die 100.000-Einwohner-Grenze. 1942–1944 war die Stadt von den Deutschen besetzt. Nach dem Krieg erfolgte ein weiterer Ausbau der Infrastruktur u.a. durch den Bau des Flughafens, den Autobahnanschluss und der Errichtung von Gartenstädten.
Clermont-Ferrand liegt an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt: Hier kreuzen sich eine wichtige Nord-Süd-Straßenverbindung (Paris-Barcelona) sowie die Ost-West-Verbindung Lyon-Bordeaux. Weitere Autobahnen verbinden die Stadt mit Mailand, Genf, Montpellier und Madrid. Die Reisezeit mit dem Zug in die Hauptstadt Paris beträgt drei Stunden, nächster TGV-Bahnhof ist Lyon-Sathonay.
Der Flughafen bietet Verbindungen innerhalb Frankreichs sowie nach Brüssel, Amsterdam, Genf und Mailand.
Der Nahverkehr wird von der SMTC betrieben. Sie plant für das Jahr 2005, fast 30 Jahre nach der Stilllegung 1956, die Eröffnung einer neuen Straßenbahnlinie in der Stadt.
Insgesamt gibt es im Département Puy-de-Dôme 8219 verschiedene Betriebe, die sich wie folgt aufteilen:
Wichtigstes Unternehmen ist der Reifenhersteller Michelin, der etwas mehr als 30.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Clermont besitzt zwei Universitäten:
Ebenfalls gibt es eine private Wirtschaftsschule:
Außerdem gibt es ein Gymnasium, das Lycée Fenelon.
Clermont-Ferrand hat Partnerschaften mit folgenden Städten:
Die Stadt ist gegliedert in acht Stadtteile, die Quartiers:
Clermont-Ferrand alt.jpg Außerdem ist sie von 17 weiteren Gemeinden (Communes) umgeben, die aber alle von Clermont-Ferrand aus verwaltet werden:
Die hochgotische Kathedrale Notre-Dame-de-l'Assomption (Mariä Himmelfahrt), auch schwarze Kathedrale genannt, ist ganz aus dem dunklen, porösen Lavagestein von Volvic erbaut. Sie ist die einzige große Kathedrale aus diesem Material. Mit dem Bau wurde 1248 begonnen. Unter Leitung der beiden Baumeister Jean Deschamps (bis 1295) und Pierre de Cébazat konnte der Bau im Wesentlichen im 14. Jahrhundert vollendet werden. Die beiden Turmspitzen aus Lava und der Narthex hinter dem Hauptportal wurden jedoch erst ab 1866 unter Leitung des Architekten und Kunsthistorikers Eugène Viollet-le-Duc im Stil des 13. Jahrhunderts erbaut (das verbindet sie mit dem auch erst spät vollendetem Kölner Dom).
Die Kathedrale folgt dem Vorbild der großen gotischen Kathedralen aus der Île-de-France. Um das fünfschiffige Haupthaus und den mit einem Chorumgang versehenen Chor gruppieren sich eine Menge von kleinen Seitenkapellen mit farbenprächtigen, leuchtenden Fenstern, Bildhauer- und Holzbildhauerarbeiten, Bildern und Gobelins aus allen Jahrhunderten vom 12. bis zum 19. Jahrhundert.
Der nördliche Portalturm Tour de la Bayette mit einer 250 Stufen hohen Wendeltreppe ist für Besucher offen. Von seiner Plattform aus hat man eine schöne Aussicht auf das Dach der Kathedrale, die Dächer von Clermont-Ferrand und die nahe gelegenen Vulkanberge im Westen der Stadt.
Der Name dieser romanischen Kirche hat nichts mit einem Hafen (französisch port) zu tun, sondern kommt vermutlich von dem alten Wort por, das sumpfig bedeutet. Der Name der Kirche bedeutet also: Heilige Muttergottes am Sumpf.
Eine im 6. Jahrhundert an dieser Stelle erbaute Kirche wurde von den Normannen niedergebrannt. Im 11. und 12. Jahrhundert wurde die heutige Kirche erbaut, wobei der Narthex der Vorgängerkirche in den Bau mit einbezogen wurde. Im 19. Jahrhundert wurden die Türme und die Dachbedeckung aus dunklen Lavaplatten errichtet.
Die Proportionen der Kirche zeigen im Inneren und im Äußeren die klaren, ruhigen Linien der Romanik der Auvergne. Im Inneren befinden sich auf den Säulenkapitellen eine Reihe von meisterhaft gestalteten Figuren, deren Affekte mittels lebhafter Gestik und Mimik dargestellt werden.
Die Krypta unterhalb des Chores stammt aus dem 11. Jahrhundert. Vor ihrem Altar befindet sich ein Brunnen, der vermutlich schon in der keltischen Zeit bestand. Die Krypta ist alljährlich Ziel einer Wallfahrt. Eine Vielzahl von Votivtafeln legt Zeugnis ab von den Fürbitten von Gläubigen, die um gesundheitliche Genesung für sich oder für Angehörige beten.
In der verwinkelten, malerischen Innenstadt in den Vierteln rund um die Kathedrale finden sich eine ganze Reihe von öffentlichen und privaten Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die zum Teil sehr hübsch gestaltet sind und aus dem gleichen schwarzen Lavastein gemauert wie die Kathedrale.
ClermontAmboiseBrunnen.jpgDen kurzen Fußweg von der Kathedrale zur Basilika kann man mit einem Aufenthalt an der Fontaine d'Amboise verbinden, einem 1515 erbauten Renaissance-Brunnen aus Lavagestein mit zierlichen Figuren, die als Wasserspeier dienen.
Der Place de Jaude ist in normalen Jahren ein Zentrum städtischen Lebens: Ein mit Paulownien gesäumter, großer länglicher Platz mit einem großen Einkaufszentrum, einem alten Kaufhaus der Kette Galeries Lafayette und vielen kleinen Geschäften und Bistros. Zur Zeit (2005) wird er allerdings umfassend erneuert und bietet den Anblick einer Großbaustelle. Der Name des Platzes kommt vermutlich von platea galli, also Hahnenplatz. Dies deutet darauf hin, dass es sich ursprünglich um den Geflügelmarkt handelte. Auf dem Platz befinden sich die Denkmäler für den napoleonischen General Louis Charles Antoine Desaix sowie das am 11. Oktober 1903 eingeweihte Denkmal für Vercingetorix von Frédéric Auguste Bartholdi.
Das Musée du Ranquet ist das Museum für auvergnatische Volkskunde. Es befindet sich in einem Stadtpalais mit einem hübschen Renaissance-Innenhof.
Im Musée Bargoin findet man eine der weltweit reichhaltigsten Sammlungen für prähistorische und gallo-römische Archäologie. Man sieht dort beispielsweise Werkzeuge, Waffen, Gebrauchsgegenstände und Schmuckstücke aus dem Magdalénien, aus der Jungsteinzeit, aus der Bronzezeit, und aus der keltischen Kultur, insbesondere das Bronzelager von Manson und Funde aus Gergovia und aus Clermont selbst.
Die Gebäude der Musées des beaux-arts Roger-Quillot wurden von den Architekten Adrien Fainsilber und Claude Gaillard nach dem Vorbild des Guggenheim-Museums in New York gestaltet. Die Museen zeigen, in chronologischer Darbietung, eine reichhaltige Sammlung alter und moderner Kunst vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
Das Musée du Tapis d'Art bietet eine reizvolle Sammlung von Teppichen aus dem mittleren und fernen Orient.
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