Clemens August I. von Bayern (* 17. August 1700 in Brüssel; † 6. Februar 1761 auf Festung Ehrenbreitstein) war von 1723 bis 1761 Erzbischof des Erzbistums Köln. Damit war er gleichzeitig Kurfürst von Köln. Außerdem war er Bischof zahlreicher anderer Bistümer und Hochmeister des Deutschen Ordens.
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Clemens August war vierter Sohn und fünftes Kind des Kurfürsten Maximilian II. Maria Emanuel von Bayern und dessen zweiter Ehefrau Therese Kunigunde, Prinzessin von Polen. Er ist der letzte Herrscher aus der Reihe der Wittelsbacher am Rhein. Er hatte neun Geschwister und fünf Halbgeschwister aus anderen Verbindungen seines Vaters.
Seine Kindheit und Jugend in der kurfürstlichen Familie fällt in die Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges, in der sein Vater sich mit den Franzosen verbündete. 1704 verlor jener die Schlacht von Höchstädt gegen Prinz Eugen, seinen einstigen Kampfgefährten in Ungarn. Daher verbrachte Clemens August, nach anfänglichem Verbleib in München, seine Kindheit und Jugend von 1706 bis 1715 in österreichischer "Ehrenhaft", wo er eine standesgemäße Erziehung unter kaiserlicher Aufsicht genoss. Erst nach dieser mehr als zehnjährigen Trennung sieht er seine Eltern wieder. In dieser Zeit hielt er sich in Klagenfurt und Graz auf. Er erhielt seine Ausbildung von den Jesuiten. Sein Vater verfolgte unverdrossen europapolitische Machtinteressen und bildete seine vier Söhne dementsprechend aus und überließ auch die Partnerwahl nicht dem Zufall. Clemens August bestimmte er - ebenso wie seine Brüder Philipp Moritz und Johann Theodor - als Geistliche, um den bayrischen Machtbereich zu vergrößern und in den Besitz reichskirchlicher Territorien zu gelangen. 1715 erhielt er daher seine Tonsur und wurde Koadjutor des Bistums Regensburg. 1716 bis 1719 war er Bischof von Regensburg. Von 1717 bis 1719 ging er, zusammen mit seinem Bruder Philipp Moritz, zur Vertiefung seiner theologischen Studien nach Rom. In dieser Zeit bemüht sich der Vater intensiv um weitere Ämter und Würden für die beiden Söhne. 1719 wurde er, nach dem Tod seines Bruders, der ursprünglich für diese Posten vorgesehen war und in Rom an Blattern starb, Fürstbischof von Münster und Paderborn. 1722 wurde er Koadjutur des Erzbistums Köln mit dem Anrecht der Nachfolge, das schon 1723 mit dem Tod seines Onkels Joseph Clemens von Bayern verwirklicht wird. 1724 wurde er dann noch Fürstbischof von Hildesheim, 1728 von Osnabrück. Seine jahrzehntelange Regentschaft über fünf geistliche Territorien in Personalunion brachte ihm den Namen "Herr von Fünfkirchen" ein.
Papst Benedikt XIII. allerdings zögerte lange mit der Bestätigung der Bischofswürden, da Clemens August lange Zeit die päpstliche Ermahnung ignorierte, sich endlich zum Priester weihen zu lassen, die schließlich 1725 im Schloß Schwaben bei München erfolgte. 1726 starb sein Vater. 1727 erfolgte Clemens Augusts Weihe zum Bischof, die Papst Benedikt XIII. persönlich durchführte. Mit besonderem Stolz erfüllte ihn 1732 die Wahl zum Hochmeister des Deutschen Ordens (Hoch- und Deutschmeister). Aufgrund der geschichtlichen Entwicklung des Heiligen Römischen Reiches ist Clemens August sowohl Kurfürst als auch als mehrfacher Bischof zugleich in den Reichsfürstenstand aufgerückt und verfügt daher über landesherrliche Gewalt mit mehrfachen Sitzen und Stimmen auf dem Reichstag. Er stimmte für die Wahl seines Bruders Karl VII. Albrecht und krönte ihn 1742 zum Kaiser. Sein Grabmal befindet sich im Kölner Dom vor der Dreikönigenkapelle.
Clemens August war der einzige, der die territorialen und machtpolitischen Ziele seines Vaters verwirklichte. Mit seiner breiten Ausbildung und seinem geschulten Kunstsinn lieh er hochrangige Künstler bei seinem Vater oder seinem regierenden Bruder Karl Albrecht aus, und vermochte diese zu besonderen Leistungen anzuspornen. Seine geschichtliche Hinterlassenschaft liegt daher weniger in politischen Impulsen als in seinen Leistungen als Bauherr, Mäzen und Kunstsammler. Seine Hinterlassenschaft an Bau- und Kunstwerken ist zugleich Zeugnis einer Verschwendungslust, Oberflächlichkeit und Sinneslust, die bisweilen auch auf unpriesterlichen Lebenswandel schließen lässt. Immer wieder nutzt er seinen politischen Einfluss, um von finanzkräftigen Mächten Geld zu erhalten. Diese verwendet er dann häufig unter Missachtung der ausgehandelten Verträge für seine persönlichen Leidenschaften: Möbel, Kunst, Reisen und Pomp. Er betrieb eine Politik, die nicht von den Interessen des Landes oder des Reichs geprägt waren, sondern sich dorthin wandte, wo Geld zu holen war. Dennoch bedeutete diese Politik für viele Menschen auch eine erhebliche Verbesserung ihrer Lebensumstände. Alleine in Bonn sind 1754 mehr als 1400 Werkleute beschäftigt.
Clemens August verfügte über zahlreiche Schlösser und Lusthäuser. Neubauten unter seiner Leitung waren die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl, das Schloß Clemenswerth im emsländischen Hümmling, und das nicht mehr erhaltene Schloss Herzogsfreude im Kottenforst bei Bonn. In diesen Bauwerken kommt auch seine Jagdlust zum Ausdruck. Unter seiner Leitung erbaut wurde weiterhin die St Michael Kirche in Berg am Laim. Die von ihm erweiterten und ausgebauten Bauwerke in Bonn, die Bonner Residenz und das Lustschloss Clemensruhe ("Poppelsdorfer Schloss"), erbt er von seinem Vorgänger und Onkel Joseph Clemens. Seine Residenz im zum Kurstaat gehörenden Herzogtum Westfalen Schloss Arnsberg ließ Clemens August ab 1729/30 von Johann Conrad Schlaun repräsentativ umbauen.
Quellen überliefern ein schwankendes Seelenleben mit starken Schwankungen zwischen Verzweiflung und Euphorie, das insbesondere nach dem Tod seines im Duell erstochenen Freundes Johann Baptist Freiherr von Roll besonders augenfällig wurde. Er zeugte mit Mechthild Brion seine Tochter Anna Maria.
Wittelsbacher | Römisch-katholischer Bischof (18. Jh.) Deutscher Orden | Mann | Geboren 1700 | Gestorben 1761 Kurfürst (Köln) | Hildesheim | Bischof von Münster
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